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  • Infinity Ward vs. Activision: Chronologie eines Rechtsstreits - Ist Modern Warfare 3 gefährdet?

    Seit dem der Rausschmiss der beiden Führungskräfte von Infinity Ward, Jason West und Vince Zampella, eskaliert der Streit zwischen Activision-Blizzard und Infinity Ward. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig des Vertragsbruchs. Wir fassen alle bekannten Fakten für euch zusammen.

    Die Spiele der Call of Duty-Serie dominierten weltweit die Verkaufscharts, allein vom letzten Ableger Modern Warfare 2 wurden in den USA und Großbritannien innerhalb eines Tages 4,7 Millionen Exemplare abgesetzt. Dahinter standen der umsatzstärkste Publisher der Welt Activision Blizzard und das populäre sowie zugleich von den Spielern vergötterte Entwicklerstudio Infinity Ward. Zusammen eroberten sie den heiß umkämpften Videospielmarkt. Den Erfolg möglich machte erst die optimale Symbiose beider Unternehmen. Die talentierten Köpfe hinter Infinity Ward entwickelten die großartigen Spiele, Activision Blizzard hingegen ließ große PR- und Marketingkampagnen auffahren und schuf einen regelrechten Hype um die Produkte des Studios. Es entstand der Eindruck vom glorreichen Duo, dem die Konkurrenz nicht gefährlich werden könnte.

    Die Kläger und zugleich auch Angeklagten: Vince Zampella (links) und Jason West (rechts). Die Kläger und zugleich auch Angeklagten: Vince Zampella (links) und Jason West (rechts). Quelle: GameSpot.com Aber das Bild begann zu bröckeln. Am 1. März wurde bekannt, dass Activision Blizzard die beiden Führungskräfte Infinity Wards, namentlich Jason West und Vince Zampella, vor die Tür setzte. Der Publisher warf ihnen vor, gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen und Anordnungen des Unternehmens nicht Folge geleistet zu haben. West und Zampella hingegen beschuldigten ihren ehemaligen Arbeitgeber die Auszahlung großzügiger Boni in Millionen-Höhe unterschlagen zu haben. Das Geld würde den Entwicklern aufgrund des finanziellen Erfolgs von Call of Duty: Modern Warfare 2 zustehen und werde in der Regel nach Ablauf des Geschäftsjahres (31. März eines jeden Jahres) ausgezahlt. Daraufhin schalteten die beiden einen Anwalt ein und veröffentlichten am 4. März gemeinsam eine 16-seitige Klageschrift.

    Darin fordern West und Zampella nicht nur die Auszahlung der vermeintlich fälligen Boni und die Rechte an der Marke Modern Warfare; sie äußerten sich erstmals konkret zu den Vorwürfen von Activision Blizzard. Demzufolge hätte Activision in den vergangenen Monaten bewusst nach Gründen für ihre Entlassung gesucht und dafür eigens eine Schar von Anwälten engagiert. Ohne haltbare Beweise hätte man sie dann in die Zentrale des Unternehmens bestellt und nach einem verhörähnlichen Gespräch gekündigt. Anschließend seien West und Zampelle abgeschirmt von der Öffentlichkeit durch die Hintertür eskortiert worden. Activision erklärte die in der Klageschrift formulierten Beschuldigungen für „haltlos“ und ging im April selbst in die Offensive.

    Klage und Gegenklage
    2003: Mit ihrem ersten Spiel Call of Duty legte das neugeründete Studio Infinity Ward den Grundstein für ihren Erfolg. Der Weltkriegs-Shooter wurde sowohl von Presse als auch Spielern in höchsten Tönen gelobt. 2003: Mit ihrem ersten Spiel Call of Duty legte das neugeründete Studio Infinity Ward den Grundstein für ihren Erfolg. Der Weltkriegs-Shooter wurde sowohl von Presse als auch Spielern in höchsten Tönen gelobt. Quelle: Activision
    Der Ton wurde schärfer. In der Gegenklage verteidigte Activision ihre arbeitsrechtlichen Maßnahmen, untermauert mit neuen Vorwürfen gegen die ehemaligen Mitarbeiter. Demnach hätten sich West und Zampella von „wertvollen, verantwortungsbewussten Führungskräften in aufsässige, nur auf Eigennutz bedachte Eliten verwandelt, die Activisions Assets ausbeuteten und ausschließlich zu ihrem persönlichen Vorteil zu nutzten.“ Die Angeklagten sollen mehrmals versucht haben die Marke Modern Warfare an sich zu reißen. Diese sollte aus der Sicht der Beiden ausschließlich Infinity Ward gehören, nicht Activision. Activision glaubt an eine Verschwörung und behauptet, dass die ehemaligen Studioleiter durch diese Anfeindungen das Arbeitsklima innerhalb Infinity Wards vergiftet hätten. Sie selbst hätten da bereits den Entschluss gefasst das Unternehmen zu verlassen und ein eigenes Entwicklerstudio zu gründen. West und Zampella sollen deshalb mehrmals versucht haben Angestellte Infinity Wards abzuwerben. Später seien die Beiden dann ohne Kenntnis Activisions über eine Agentur an einen direkten Marktkonkurrenten [Anm. d. Redaktion: vermutlich Electronic Arts] herangetreten und hätten Gespräche über ihre Zukunft geführt.
    2009: Trotz fragwürdiger Preispolitik (UVP stieg um 10 Euro) konnte Call of Duty: Modern Warfare 2 unmittelbar an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Laut Activision wurden in den USA und Großbritanien allein am ersten Verkaufstag über 4.7 Millionen Exemplare verkauft. 2009: Trotz fragwürdiger Preispolitik (UVP stieg um 10 Euro) konnte Call of Duty: Modern Warfare 2 unmittelbar an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Laut Activision wurden in den USA und Großbritanien allein am ersten Verkaufstag über 4.7 Millionen Exemplare verkauft. Quelle: Activision
    Alles Humbug, behauptet der Rechtsanwalt von Zampella und West, der sich später in der L.A.Times zu Wort meldete. „Jason und Vince hatten die Creative Artists Agency [Anm. d. Redaktion: die Agentur] angeheuert, um sich von ihr bei ihren Verhandlungen mit Activision beraten zu lassen - nicht um ihren Vertrag zu brechen. Die Gespräche mit IW-Angestellten, Agenten und anderen während dieser Verhandlungen wurden getätigt, um zu sehen, ob Activisions Vorschlag funktionieren kann - nicht um ihre Verpflichtungen gegenüber Activision zu missachten.“ Die Anschuldigungen „sind falsch und empörend“. Das sei alles nur eine Taktik von Activision, „um zu verhindern, dass Jason und Vince und allen anderen bei Infinity Ward die Millionen von Dollar gezahlt werden, die man ihnen schuldet.“ Es steht Aussage gegen Aussage.

    Die Zukunft von Modern Warfare

    Was bleibt ist die offene Frage der nach Wahrheit. Fest steht, dass diese mediale Schlammschlacht Activision einige Opfer kostete. Mit Zampella und West verließen inzwischen rund ein Dutzend andere Angestellte Infinity Ward, darunter einige Führungskräfte. Böse Zungen sprachen bereits von dem „Tod Infinity Wards“. Das würde vermutlich das Ende der Call of Duty-Reihe bedeuten, sicher aber das Aus der einst so blendend wirkenden Partnerschaft. Zum Glück sieht die Realität anders aus. Ein Mitarbeiter Infinity Wards räumte vor wenigen Tagen mit den Gerüchten auf. „Wir sind nicht tot, wir verloren zwar definitiv einige Mitglieder des Teams, nicht aber unser Talent.“ Man werde die Marke mit allen Kräften am Leben erhalten. Thomas Tippl, leitender Geschäftsführer bei Activision, bestätigte die Meldung. Rund 100 Angestellte würden derzeit bei Infinity Ward arbeiten. Man blicke dementsprechend optimistisch in die Zukunft: „Die Änderungen im Team werden anderen Mitgliedern die Chance geben, der Call of Duty-Franchise ihren Stempel aufzudrücken.“ Man darf also gespannt sein.

    Und Zampella und West? Die gründeten tatsächlich ihr eigenes Studio namens Respawn Entertainment. Die zukünftigen Spiele werden über Electronic Arts vertrieben, wobei die Rechte an den Marken bei den beiden Gründern verbleiben. Der Wechsel zu EA kam nicht von ungefähr. Zampella und West hatten bereits an Medal of Honor: Allied Assault ihre Finger im Spiel und kannten ihren aktuellen Brötchengeber bereits. Derzeit konzentriert sich das Duo auf die Zusammenstellung eines talentierten Teams. Man wolle „Blockbuster“ produzieren, etwas woran die Fans Spaß haben werden.

    Gut so, denn dann hätte dieser kuriose Streit endlich Mehrwert für die Spieler, nämlich bessere Videospielen.

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Seit dem der Rausschmiss der beiden Führungskräfte von Infinity Ward, Jason West und Vince Zampella, eskaliert der Streit zwischen Activision-Blizzard und Infinity Ward. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig des Vertragsbruchs. Wir fassen alle bekannten Fakten für euch zusammen.
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21.04.2010
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