Import Tuner Challenge

Test Bernd Holtmann

Vorbei an Hotel und Hochhaus: Heizen Sie mit japanischen Wagen durch die Straßen von Tokio.

Ein echter Hingucker: 
das Nummernschild Ein echter Hingucker: das Nummernschild Herzlich willkommen in Tokio, dem Herzen Japans im größten Ballungsraum der Welt. Hier leben 8,5 Millionen Menschen, umgeben von viel poppig-bunter Leuchtreklame und einer Menge verschachtelter Autobahnstrecken. Dass diese Umgebung besonders für Rennspielfans ein reizvolles Pflaster ist, zeigten schon der erste und dritte Teil der Rennspielserie Project Gotham Racing. Import Tuner Challenge geht aber einen anderen Weg: Es widmet sich ausschließlich der japanischen Hauptstadt - und beschränkt sich dabei auf fünf Automarken: Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru und Toyota.

Das Spiel selbst ist nicht besonders aufregend: Wie bei fast jedem aktuellen Rennspiel beginnt Ihre Reise in die wunderbare Welt der illegalen Straßenrennen mit einem fixen Budget, in diesem Fall mit drei Millionen CP. Dafür können Sie sich einen von sieben erschwinglichen Wagen aussuchen, die Farbe wählen und gleich mit den ersten Tuningarbeiten beginnen. Der Tuningumfang ist grandios, sodass Sie vom Motor über die Reifen, die Karosserie und die Spiegel bis zum Spoiler alles verändern können. Wer jedoch Markenaccessoires aus dem D&W-Katalog sucht, wird enttäuscht. Alle Upgrades im Menü sind nach Zahlen benannt, sodass Sie "Motor 1" den "Motor 2" brauchen, um mehr Power unter die Haube zu bekommen.

Das Hauptspiel versteckt sich hinter dem Quest-Modus, in dem Sie zu drei Tageszeiten (abends, nachts und morgens) die jeweils unterschiedlich stark befahrenen Highways von Tokio unsicher machen sollen. Auf einer großen Rundstrecke begegnen Sie anderen Tuning-Freaks der Szene, die Sie wie in Test Drive Unlimited durch simples Aufblenden zu einem Rennen herausfordern können.

Wenn Sie den Kerl besiegen, schalten Sie mit etwas Glück neue Vinyls oder Sondermodelle frei und verdienen Geld für neue Upgrades. Auf dem Parkplatz können Sie andere Rennspezialisten in wirklich lächerlich wirkenden Monologen zu einem Rennen herausfordern. Die Präsentation ist übrigens unterirdisch, denn wo andere Rennspiele mit aufwendigen Zwischensequenzen und Schauspielern hantieren, präsentiert Ihnen Import Tuner Challenge nur die Silhouette des nächsten Gegners - und die dazu passende Herausfor­derung als Bildschirmtext.

Auch die Gegner-KI des Spiels hat so ihre Macken, denn Sie treten entweder gegen gnadenlos unterlegene oder deutlich überlegene Gegner an - ein Mittelding findet man selten. Dazwischen findet sich kaum etwas, sodass Sie entweder einen langweilig-leichten Sieg nach dem nächsten einfahren oder dermaßen abgehängt werden, dass der Spaß ebenfalls auf der Strecke bleibt.

Alles in allem ist Import Tuner Challenge ein halbgares, unausgewogenes Rennspiel für Fans asiatischer Automarken. Wer neben der Skyline von Tokio und immer gleich aussehenden Teertrassen etwas anderes sehen möchte, sollte zu Project Gotham Racing 3, Test Drive Unlimited oder sogar Burnout Revenge greifen. Außerdem verleiht die Tatsache, dass sich nur Rennsemmeln aus Fernost spielen lassen, dem Spieletitel Import Tuner Challenge einen ironischen Beigeschmack: Wo sind denn die europäi­schen und amerikanischen Importwagen, die sich ebenfalls zum Tuning anbieten?

Neben den Rennsemmeln von Mercedes-Benz und Co. fehlen diesem Spiel aber auch ein ausgewogener Schwierigkeitsgrad sowie eine halbwegs funktionierende Spielführung oder - nehmen wir eine einfache Sache - ein Schadensmodell. Rennspiel­experten oder gar Simulationsfans werden an diesem Titel keine Freude haben, obwohl man vom Interieur bis zum Auspuff alles an ihren Wagen umbauen und verändern kann. Schade, dass das allein noch kein gutes Rennspiel ausmacht ...

Bildergalerie: Import Tuner Challenge
Bild 1-3
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Wertung zu Import Tuner Challenge (X360)

Wertung:

63 /10
Pro & Contra
Flüssiges, ruckelfreies GameplayAuthentische Umgebung
Sehr karge PräsentationNur fünf AutomarkenMaue Hintergrundmusik
Fazit

Hier fahren Sie mit Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru und Toyota auf mausgrauen Strecken gegen unausgewogene KI-Gegner.

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