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  • I Am Alive - lebendig gut oder todlangweilig? - Leser-Test von Chaz0r

    2008 wurde I Am Alive angekündigt. Dann wurde es ganz lange still um das Endzeit-Survival-Spiel aus dem Hause Ubisoft. Nach einem Entwicklerwechsel und einem Neustart bei nahezu Null ist I Am Alive nun für Playstation 3 und Xbox 360 veröffentlich worden, aber nur als reiner Downloadtitel. Lohnt der Kauf, oder hätte man das Spiel doch auf Eis legene sollen?

    Um es einmal direkt vorweg zu nehmen: I Am Alive ist ein gewagtes Spiel und auf alle Fälle kein Spiel für jeden. I Am Alive hat Probleme und Elemente, die nicht jedem Spieler gefallen werden, aber notwendig für das sind, was das Spiel sein will. Und das was es sein will, macht es richtig gut.

    Worum geht es inhaltlich? Ein als "Das Ereignis" betitelte Event hat die Welt in Schutt und Asche gelegt. In dieser Welt befindet sich nun der Spieler mit dem Ziel seine Familie zu finden. Durch ein kleines Mädchen bewegt sich die Geschichte aber schnell in eine etwas andere Richtung, was auch recht gut funktioniert. Einzig das Ende kommt etwas plötzlich. Nicht ohne Vorankündigung und es ist auch kein großes Plothole, aber mir kam es einen Tick zu plötzlich. Die Charaktere sind alle sehr glaubhaft inszeniert und wissen zu gefallen. Der Hauptcharakter weist nicht so viel Tiefgang auf wie ein Commander Shepard oder ähnlichem, was aber auch nicht schlimm ist. Denn letztendlich geht es im Spiel darum viele der Gefühle des Hauptcharakters auf den Spieler zu projizieren. Und um das zu bewerkstelligen, wird auf zu viel Drumherum verzichtet, denn sonst fühlt der Spieler die Geschichte des Charakters mit und weniger die eigene.

    I Am Alive - lebendig gut oder todlangweilig? - Leser-Test von Chaz0r Quelle: http://iamalive-game.ubi.com Technisch gesehen ist I Am Alive vor allem für einen Downloadtitel ansehnlich. Allerdings ist hier auch kein grafischer Meilenstein in Richtung Crysis oder Battlefield 3 zu erwarten und auch kein stilistisches Kunsterk wie Journey. Dennoch findet sich ein Element wieder, was das Setting unterstützen soll. Dabei handelt es sich schlicht um die Farbe, die man die meiste Zeit im Spiel sieht - Grau. Das ist aber nicht tragisch, denn I Am Alive will kein abgedrehtes Borderlands sein, sondern realistisch. Und da passen solche Grautöne meiner Meinung nach besser. Dennoch muss man auch erwähnen, dass Charaktermodelle und einige Texturen alles andere als taufrisch wirken. Nicht so, dass das Spiel grausam aussieht, aber man ihm durchaus ansieht, dass das Spiel mit der Engine eine so lange Entwicklung hinter sich hat. Die Soundkulisse ist gelungen. Meist ist alles sehr ruhig. In kritischen Situationen wird das Geschehen durch flotte Musik untermalt, was gerne den Puls hochschießen lässt. Die nur in Englisch verfügbare Sprachausgabe macht durchweg einen guten Job.

    Spielerisch geht I Am Alive ein paar neue Wege und kommt damit auch auf ein paar Elemente, die nicht jedem Spieler gefallen werden. Der größte Teil des Spiels besteht aus Kletterpassagen. Diese lassen sich am ehesten Vergleichen wie mit den Kletterpassagen aus einem Uncharted oder Enslaved. Allerdings macht I Am Alive hier etwas anders und zwar einen Balken am oberen Bildschirmrand, welcher die Ausdauer symbolisiert. Nahezu jede Aktion verbraucht Ausdauer, manche mehr, manche weniger. Dies sorgt für eine ganze Menge Nervenkitzel bei den Kletterpassagen. Es gilt vorher zu gucken wie man klettern kann, wo Stellen sind, wo man seine Ausdauer regenerieren muss, ob man eventuell Gegenstände für Ausdauerregenerierung einplanen sollte und derartiges. Was passiert, wenn der Ausdauerbalken leer ist?

    I Am Alive - lebendig gut oder todlangweilig? - Leser-Test von Chaz0r Quelle: http://iamalive-game.ubi.com Dann hat man noch kurze Zeit sich zu retten. Durch wiederholtes Drücken einer Taste kann man Zeit gewinnen sich zu retten. Und wenn das nicht reicht? Dann stirbt man, verliert einen Versuch (sofern vorhanden und sofern man auf dem niedrigeren Schwierigkeitsgrad spielt) und startet beim letzten Checkpoint. Sind keine Versuche vorhanden oder spielt man auf dem höheren Schwierigkeitsgrad, dann geht es beim Kapitelbeginn wieder los und im worst case darf man 20 Minuten Spielzeit wiederholen. Das kann frustrierend sein, aber das ist ein Element, welches I Am Alive zu dem macht, was es ist. Der Spieler braucht eine Strafe um nicht einfach wild Kletterwege zu suchen. Denn nur so kann das Gefühl auf den Spieler projiziert werden, wenn der Ausdauerbalken doch mal knapp wird. Würde man einfach vor der Kletterpassage neu starten, so wär jeglicher Grund für Spannung verschwunden.

    Kämpfe laufen in I Am Alive auch anders ab. Meist muss der Spieler gegen größere Gegnergruppen angehen, was durch mangelnde Waffenkugeln oft schwierig wird. Wilde Schusswechsel gibt es in I Am Alive nicht und auch mit den anderen Waffen ist wildes draufhauen wenig erfolgbringend. Stattdessen sollte man sich, sofern die Konfrontation nicht vermeidbar ist, sich Taktiken überlegen. Warten bis einer einzeln näher kommt. Wärenddessen die Personen mit Waffe ausfindig machen (Hinweise gibt es dazu nicht, scharfes hinserhen ist erforderlich). Ist eine Person nah genug, so wird sie mit der Machete ausgeschaltet, dann der Kontrahend mit der Waffe erschossen und die anderen mit gezogener Waffe eingeschüchtert um Möglichkeiten zu finden sie auszuschalten. Und wenn man keine Kugel in der Waffe hat? Dann gilt es andere Taktiken zu überlegen. Es kann reichen eine Waffe zu ziehen um die Gegner einzuschüchtern. Letztendlich wissen sie ja nicht, dass die Waffe leer ist. Das klappt aber nicht in jedem Fall. So sorgt das Kampfsystem in I Am Alive für eine ordentliche Portion Spannung!

    I Am Alive - lebendig gut oder todlangweilig? - Leser-Test von Chaz0r Quelle: http://iamalive-game.ubi.com Sämtliche Gegenstände wie Kugeln oder Heilmittel o.ä. sind selten. Und damit meine ich, auch in Bezug auf andere Endzeitspiele wie Fallout 3, Rage oder Borderlands, wirklich selten. Die Level sind insgesammt sehr linear, weisen aber an manchen Stellen Abzweigungen auf, wo sich Gegenstände befinden können. In den meisten Fällen sind dort keine, weswegen man oft ohne jegliches Erfolgserlebnis Seitengänge o.ä. absucht. Letztendlich tut man dies aber doch, denn jeder Gegenstand kann in kritischen Situationen helfen. Und diese kommen häufig vor. Und hier merkt man wieder ein Element in I Am Alive, was es zu einem gewagten Spiel macht. Ich schicke den Spieler durch die Gegend um etwas zu suchen, wo er in den meisten Fällen aber nichts finden wird. Sowas kommt in den heutigen Spielen selten vor, aus gutem Grund. In I Am Alive macht es aber Sinn, denn so bekommt man wieder das Gefühl, dass diese Gegenstände wirklich selten sind, dass man sich zwei Mal überlegt, ob ich nun einen Gegenstand einsetze oder nicht. Und durch die oft vorkommenden, kritischen Situaionen, kommt man in solche Überlegungssituationen oft. Zeit zum Entscheiden hat man wiederum nur wenig, was den Puls doch hochschießen lässt.

    Dazu kommen noch Leute, welche man im Spielverlauf trifft und Hilfe benötigen. Sofern vorhanden kann man ihnen dann die gewünschten Gegenstände geben. Aber diese können einem auch selbst helfen und sind nunmal echt wertvoll. Und wenn ich sie weggebe, dann sind sie weg und ich bekomme sie auch nicht wieder. Belohnt wird der Spieler mit Gesprächen und Punkten, welche sich aus diversen Gegebenheiten zusammensetzen und letztendlich in einem Onlineranking landen. Wiederspielwert ist durch diese Punkte auf jeden Fall gegeben, aber die größte Faszination hat I Am Alive nur im ersten durchlauf. Denn im zweiten weiß man einfach alles, man weiß die Wege, man weiß wie sich die unterschiedlichen Kontrahenten verhalten und so weiter. Zu einem schlechten Spiel wird I Am Alive dadurch nicht und es lädt durchaus ein hin und wieder mal zu spielen.

    Fazit:
    I Am Alive macht vieles, wo die meisten Entwickler aktueller Spiele die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden. Ich baue wenige Checkpoints ein, was bei Tod zu Frust führen kann. Ich lasse den Spieler Seitenwege absuchen, wo er meistens nichts findet, ich nehme trostlosen Sound und stupide graue Grafik, sodass nur noch Leere und Einsamkeit empfunden wird. Die Geschichte lassen wir einfach, dem Hauptcharfakter verpassen wir nur wenig Tiefe. Und genau das bringt I Am Alive eine verdammt gelungene Sonderstellung, denn das, was man als Spieler fühlt, passt in das Setting wie die Faust aufs Auge. Der Puls schießt hoch in kritischen Situationen, Items wie Obstsalat oder Wasserflaschen bekommen einen hohen Wert und in den Situationen wo es mal ruhig zugeht, fühlt man sich einsam und verlassen. Und somit schafft I Am Alive einfach nur verdammt gut den Spieler in das Setting eintauchen zu lassen.

    Somit ist auch nur eine zweischneidige Bewertung möglich, weswegen ich auf diese auch verzichten möchte. I Am Alive steht in manchen Gameplayelementen weit hinter modernen spielen, aber sorgt dafür für ein passendes und einzigartiges Spielerlebnis. Und genau dieses Zweischneidige wird Ubisoft wohl dazu bewegt haben ein wenig Vertrauen in das Spiel zu verlieren und es als Downloadtitel zu veröffentlichen. Vielleicht um zu sehen wie das Spiel aufgenommen wird, vielleicht um es wenigstens an eine kleine Masse an Spielern zu bringen. Ich weiß nicht ob das Spiel als großer Triple A Titel funktionieren würde, aber als 15 Euro Downloadtitel mit 5-7 Stunden Spielzeit, funktioniert er meiner Meinung nach hervorragend.

    13:13
    I Am Alive angespielt - Kommentierte Spielszenen
  • I am Alive
    I am Alive
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Darkworks
    Release
    26.03.2009

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http://www.videogameszone.de/I-Am-Alive-Spiel-11036/Lesertests/I-Am-Alive-lebendig-gut-oder-todlangweilig-Leser-Test-von-Chaz0r-876441/
05.04.2012
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