Electronic Arts lässt erstmals Xbox-360-Spieler in die Zauberwelt von Hogwarts eintauchen!
Es ist eine alte Muggelweisheit, dass auf Filmumsetzungen oftmals der Schluder-Fluch lastet. Doch ist davon auch Harry Potter und der Orden des Phönix betroffen? Sie übernehmen die Kontrolle über den Zauberschüler (später auch über Dumbledore und Sirius Black höchstpersönlich) und steuern ihn aus der Verfolgeransicht, während sich die Kamera dynamisch hinter der Spielerfigur positioniert. Leider lässt sich der Blickwinkel nicht direkt steuern, wodurch oft die Übersicht flöten geht. Nicht selten verschwindet die Spielfigur hinter einer Wand in einem engen, gewundenen Durchgang. Dann muss man willkürlich den linken Analog-Stick bewegen, bis Potter & Co. wieder auftauchen. Die Kamera kann nicht, wie sonst üblich, mit dem rechten Analog-Stick bedient werden, da dieser für die Ausführung der Zaubersprüche reserviert ist.
Die meiste Zeit verbringen Sie zusammen mit Ihren ständigen Begleitern Hermine und Ron damit, durch Hogwarts zu rennen ... ja, rennen, denn die meiste Zeit werden Sie die Renn-Taste gedrückt halten. So gerät die frei begehbare und lebendige Spielwelt zu einem zweischneidigen Schwert. Spätestens wenn Sie zum x-ten Mal durch den Glockenturm hasten, um einen weiteren der 28 Rekruten für Dumbledores Armee anzuheuern, werden Sie sich eine Schnellreisefunktion wünschen. Nur hartgesottene Harry-Potter-Fans werden sich an der ansehnlichen, aber ständig wiederholenden Grafik nicht sattsehen können. Fans freuen sich außerdem auf die Karte von Hogwarts, die der Packung beiliegt, sowie Hintergrundinfos zum Spiel, die im Verlauf freigeschaltet werden.
Auf den ersten Blick gefallen die Aufgaben, die meist mit dem Zauberstab gelöst werden. Das geht dank der gelungenen Steuerung locker von der Hand: Ein bisschen am rechten Ministick gewackelt, schon reißt es den Gegner dank des Levicorpus-Zaubers von den Socken und lässt ihn kopfüber in der Luft baumeln. Leider enthalten die meisten Aufgaben einen gewissen Nervfaktor. Wenn es zum Beispiel gilt, fünf sprechende Wasserspeier zu suchen, die irgendwo in den weitläufigen Hallen von Hogwarts herumstehen, gibt das Spiel keinerlei Hinweise auf die Standorte, also gilt es - Sie haben es erfasst! -, wieder durch Hogwarts zu hetzen, diesmal jedoch völlig ziellos. Hohen Wiedererkennungswert haben die Gesichter der Zauberhelden, doch wirken sie puppenhaft und bewegen sich steif. Für das aufwendige Motion-Capturing-Verfahren hat's halt nicht mehr gereicht.
Der Story kann nur schwerlich folgen, wer Buch oder Film nicht kennt. Zu verwirrend sind manche der Zwischensequenzen. Fans wird das wohl nicht stören, aber Potter-Neulingen wird Harry Potter und der Orden des Phönix keine große Freude bereiten.
