Halo 4 im Test: Das hat uns nicht gefallen + Wertung

Test Benjamin Kegel

Halo 4 im Test: "Jede große Reise beginnt mit einem einzelnen Schritt. Dies hier ist für uns erst der Anfang. Vielen Dank, dass ihr uns dieses von euch geliebte Universum anvertraut und dass ihr mit uns dieses epische Abenteuer erleben wollt." - 343 Industries. Ja, die Jungs wissen, was für eine gewaltige Aufgabe ihnen da zuteil geworden ist - doch wie weit reicht dieser einzelne Schritt? Im Test von Halo 4 klären wir diese Frage.

Halo 4 im Test: Das hat uns nicht gefallen

Konzentration auf eine Materialschlacht

In Halo ist längst nicht so sehr Präzision gefragt wie vielmehr Ausdauer am Abzug, ein dickes Munitionspaket und vor allem auch das Wissen, wo man im Notfall - sprich, bei zwei leergeschossenen Waffen inmitten noch immer bissigen Feindvolks - schnell neue Argumentationsverstärker in die Finger bekommen kann. Mitunter hat das schon leicht groteske Züge; bestes Beispiel dafür ist der "Unterdrücker", ein extraterrestrisches Sturmgewehr, das Energiebolzen verschießt. Bei dieser Waffe kann es sich eigentlich nur um einen perfiden Plan der Alien-Allianz handeln, um den Master Chief in Punkto Ausrüstung entscheidend zu schwächen: Wenn unser Spartan No. 1 besagtem Ballermann in seinem auf zwei Schuss/Nahkampfwaffen beschränkten Inventar nämlich einen wertvollen Platz einräumt, hat er sich damit eigentlich nur einen glorifizierte Lightshow-Generator ans Kreuz geschnallt.

Mit der Menge an Munition, die der Unterdrücker während eines einzigen gewöhnlichen Gruppengefechts in außerirdisches Fleisch versenken muss, um irgendeine Wirkung zu erzeugen, könnte man problemlos 50% der Deus Ex-Storyline durchzocken. Auch vier bis sechs Vollmantelgeschosse aus einem Mittelstreckengewehr in lästige Flugdrohnen injizieren zu müssen, bevor die rapide durch die Luft zischenden Gegner sich endlich in Wohlgefallen und Trümmerteile auflösen, nervt bei einer naturgemäß grobmotorischen Controllersteuerung trotz eines ausgesprochen straff anziehenden Auto-Aims ziemlich schnell.

Zu große Ellbogenfreiheit

Halo 4 im Test: Ein robuster Shooter mit atemberaubender Technik und Atmosphäre. (8) Quelle: Microsoft Halo 4 im Test: Ein robuster Shooter mit atemberaubender Technik und Atmosphäre. (8) Das Halo-typische Patronenfressen immer noch locker in einem Rahmen, der rein spielmechanisch eine Menge Spaß bereitet, solange man die Rettung unserer Sci-Fi-Galaxie nicht mit einem akkurat-authentischen Kriegsspiel verwechselt - ein weitaus größeres Problem stellt die Hitpoint-Inflation da eher für die Logik innerhalb des Halo-Universums dar. Der Grund dafür hängt an Master Chiefs rechtem Arm: sein Ellbogen und der dazugehörige Nahkampfangriff of Doom. Befindet sich einer eurer Feinde in Schlagdistanz, könnt ihr dem Viech einen Nierenhaken versetzen, der schnell den Eindruck vermittelt, das anvisierte Alien-Exponat hätte gerade eine leicht reizbare Railgun umarmt! Nuklearsprengköpfe? Gauss-Beschleuniger? Interplanetar ausgerichtete FLAK-Stellungen? Auf all diese Werkzeuge könnte die Erdregierung zur Abwehr marodierender Außerirdischer eigentlich verzichten: Sucht euch einfach nur eine Kanone aus, die fett genug ist, um den Master Chief ins Weltall feuern zu können - solange er dabei nur immer seinen Ellbogen nach vorne streckt, dürfte der Kollege selbst einen feindlichen Todesstern beim Aufprall mitten durchschlagen.

Durch dieses seltsam anmutende Kräfteverhältnis eurer Offensivoptionen ist es tatsächlich eine nützliche Strategie, mit der eigentlich hochgezüchteten Partikelwaffe im Dauerfeuer auf einen Gegner zuzustürmen, nur um diesen für einen vernichtenden Schlag unters Kinn schon mal "aufzuweichen". Die einzige Ausnahme bilden hier die richtig bösartigen Wummen wie z.B. das Scharfschützengewehr, die Bazooka oder die Verbrennungskanone. Diese monströsen Kaliber schicken einen Gegner im Fadenkreuz bereits nach ein oder zwei Schuss unter die Dusche - für Halo-Verhältnisse ein absoluter Affront, weswegen besagte Projektilbeschleuniger nur ausgesprochen selten den Weg in eure Hände finden.

Bildergalerie

Wertung zu Halo 4 (X360)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
baut dieser Inszenierung einen Tempel......und betet sie zusammen mit der Grafik an!stilsicher, ästhetisch, beeindruckendeine Galaxie voll Mehrspieler-Modiunterhaltsame Fahrzeugetappen
spielerisch einfach recht dünn
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