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  • Grim Fandango Remastered im Test: Auferstanden von den Toten

    Die verbesserten Licht- und Schatteneffekte machen sich bezahlt. Quelle: PC Games

    Mit neuer Steuerung und frischen Texturen kehrt Tim Schafers kultiges Toten-Abenteuer zurück. Im Test zu Grim Fandango Remastered beweist der 17 Jahre alte Lucas Arts-Klassiker, dass er auch heute noch begeistern kann. Schade nur, dass Double Fine so wenig Aufwand für die Neuauflage betrieben hat.

    Wenn ein Spiel nach 17 Jahren (!) zu den besten des Genres zählt, muss es etwas Besonderes sein. So wie Grim Fandango aus der Feder von Tim Schafer: 1998 war dem skurrilen Werk zwar kein großer Erfolg beschieden, doch in den Jahren danach mauserte sich das letzte große Lucas Arts-Adventure (nein, du zählst nicht, Monkey Island 4!) zum waschechten Kult-Titel. Auf heutigen PCs gibt sich das Spiel jedoch zickig, ohne Zusatzsoftware wie ResidualVM erreicht man kaum den Installationsbildschirm. Doch damit ist endlich Schluss: Entwickler Double Fine (Psychonauts) erwarb letztes Jahr die Rechte von Disney, eine Neuauflage des Spiels zu produzieren. Das Ergebnis kann sich trotz einiger Schnitzer sehen lassen: Als dezent aufgehübschte "Remastered"-Fassung ist Grim Fandango nicht nur wieder für PC erhältlich, sondern erstmals sogar für PS4 und PS Vita.

    Dürftiges Grafik-Update

    Grandios geschrieben: Mit viel Charme wickelt Manny die Frauen um seine knöchrigen Finger. Grandios geschrieben: Mit viel Charme wickelt Manny die Frauen um seine knöchrigen Finger. Quelle: PC Games Die gute Nachricht zuerst: Für die Remastered-Fassung hat Double Fine die Texturen der Charaktere durch hochauflösende Exemplare ersetzt. Außerdem wurde das Beleuchtungssystem komplett ausgetauscht und die Schattendarstellung ist nun detailreicher – das sorgt für ein stimmigeres Gesamtbild, da sich die Charaktere nun besser in die Umgebungen einfügen.

    Leider hat Double Fine aber rein gar nichts an den vorgerenderten Hintergründen getan. Die meist starren 2D-Grafiken sind identisch mit denen von 1998, sie wurden nur für hohe Bildschirmauflösungen hochskaliert und wirken entsprechend verwaschen und unzeitgemäß. Wirklich schade! Abgesehen von den neuen Texturen und der schöneren Beleuchtung wurden die 3D-Modelle des Originals unverändert übernommen - besonders die Charaktere wirken dadurch sehr klobig. Immerhin hat Double Fine aber die Zwischensequenzen in neuer Auflösung dazugepackt, die Videos sehen etwas schärfer aus als früher.

    Da Grim Fandango für 4:3-Monitore entwickelt wurde, musste sich Double Fine behelfen: Wird Grim Fandango Remastered im 16:9-Modus dargestellt, wirkt das Bild hässlich gestreckt – davon raten wir ab. Stattdessen sollte man lieber eine 4:3-Einstellung wählen. Dann sind links und rechts vom Bild zwar schwarze Balken oder alternativ auch ein neues Grafikmuster zu sehen, doch das ist allemal besser als die hässliche Breitbilddarstellung.

    Richtig toll dagegen: Double Fine hat die grandiose, jazzige Musikuntermalung noch einmal neu einspielen lassen. Der fantastische Soundtrack aus der Feder von Peter Mcconnell hat noch nie so gut geklungen wie in Grim Fandango Remastered – für Soundtrack-Liebhaber dürfte allein das schon ein Kaufgrund sein.

    Grafikvergleich #1

    before
    after

    Steuerung per Maus: Und es geht doch! (Nie wieder "Tank", yay!)

    Die Neuauflage bietet am PC endlich eine ordentliche Maus-Steuerung. Das Konzept dafür hat sich Double Fine von einer Mod abgeguckt. Die Neuauflage bietet am PC endlich eine ordentliche Maus-Steuerung. Das Konzept dafür hat sich Double Fine von einer Mod abgeguckt. Quelle: PC Games Was lange als unmöglich galt, hat nun tatsächlich geklappt: Double Fine hat die legendär sperrige Tastatur-Bedienung des Originalspiels durch eine schlichte Point-and-Click-Steuerung per Maus ersetzt. Das war bislang nur per Mod möglich. Grim Fandango Remastered spielt sich damit sehr viel bequemer als früher – so hätte es eigentlich schon immer sein müssen! Perfekt ist die neue Steuerung allerdings nicht: Das Inventar ist immer noch umständlich, außerdem hat Double Fine auf eine Hotspot-Beschriftung verzichtet – wenn wir mit dem Cursor auf ein interessantes Objekt gehen, verändert sich zwar der Mauszeiger, aber eine nützliche Beschreibung erhalten wir nicht. Eine heutzutage übliche Anzeige, die alle Hotspots auf dem Screen markiert, fehlt leider ebenso – dabei hätten gerade die kleinteiligen Umgebungen von Grim Fandango davon profitiert.

    Wer mag, kann Grim Fandango Remastered am PC auch per Gamepad spielen, das funktioniert sehr gut und spielt sich deutlich angenehmer als die Ur-Version von 1998. Wer lieber zu den grafisch identischen PS4- oder PSVita-Versionen greifen will, wird hier ebenfalls glücklich. Aber Vorsicht: Grim Fandango Remastered speichert nicht automatisch! Ihr müsst euren Spielstand also von Zeit zu Zeit selbst anlegen, sonst geht der Fortschritt verloren.

    Lahmes Zusatzmaterial

    Wer mag, kann per Tastendruck zwischen der alten und neuen Grafik umschalten. Anders als bei den feinen Monkey Island-Remakes oder den Halo-Neuauflagen liefert das aber kaum Mehrwert – immerhin ist der Look der Neuauflage fast identisch mit dem des Originalspiel, einzig die neuen Texturen und verbesserten Schatten fallen hier auf.

    An vielen Stellen können wir nun auf Wunsch Audiokommentare hinzuschalten, in denen Schafer und einige Entwickler aus seinem früheren Team in Erinnerungen schwelgen. Leider entpuppten sich viele der Anekdoten als ziemlich öde – während Schafer beispielsweise zuviele sinnlose Vergleiche mit alten Filmen anstellt, driften die alternden Programmierer zu oft in Fachchinesisch ab, was nur die wenigsten Spieler interessieren dürfte.

    Nebenbei können wir noch einige Artworks freischalten, was aber genauso spannend ist, wie es klingt. Da wäre uns eine coole Video-Dokumentation, die spannende Einblicke in den Entwicklungsprozess des Originals liefert, deutlich lieber gewesen – immerhin hat Double Fine etwas Vergleichbares schon für Broken Age umgesetzt. Bei Grim Fandango Remastered sucht man so etwas leider vergebens. Update: Wie ein findiger Leser richtig bemerkte, gibt es eine solche Making of-Reihe durchaus - die ist allerdings gratis auf Youtube zu sehen, Teil 1 schon seit über einem halben Jahr. Einen Mehrwert für den Käufer bietet das leider nicht.

    Grafikvergleich #2

    before
    after

    Tot, aber cool: Das geniale Original

    Grim Fandango erzählt eine spannende, gefühlvolle Film-Noir-Geschichte, die an Kreativität kaum zu überbieten ist: Das klassische Adventure erzählt von Manny Calavera, einem knöchernen Reiseagenten und rundum liebenswerten Sensenmann, der die frisch Verstorbenen auf ihren letzten Weg ins Jenseits entsendet. Doch Mannys Welt wird durch ein Ereignis auf den Kopf gestellt: Erst verliebt er sich in eine junge Frau, dann bringt er seinen kriminellen Arbeitgeber gegen sich auf und zu guter Letzt muss er sich sogar einer Widerstandsbewegung anschließen, um nicht ein zweites Mal im Grab zu enden. So beginnt seine vierjährige, epische Reise durch die Totenwelt: Manny lernt herzliche Freunde wie den Mechaniker-Dämon Glottis kennen, trickst üble Gauner aus, kämpft am Meeresgrund gegen Riesenkraken, steigt sogar zum Club-Besitzer und Schiffskapitän auf. Die Story verliert in der zweiten Spielhälfte zwar spürbar an Bodenhaftung, begeistert am Ende aber trotzdem mit unvergesslichen Charakteren und wunderbar geschriebenen Dialogen voller Stil, Charme und Wortwitz.

    Die deutsche Fassung ist gut gelungen und zählt auch heute noch zu den besseren Genre-Beispielen. Wer entsprechende Sprachkenntnisse mitbringt, sollte aber in den Optionen lieber die englische Fassung wählen, denn die bietet dank ausgezeichneter Sprecher immer noch das beste und atmosphärischste Hörerlebnis.

    Rätseltücken der späten 90er

    Wenn Tote in der Totenwelt ein weiteres Mal sterben, 'ersprießen' sie zu prächtigen Blumenbeeten. Wenn Tote in der Totenwelt ein weiteres Mal sterben, "ersprießen" sie zu prächtigen Blumenbeeten. Quelle: PC Games Grim Fandango enthält zwar jede Menge clever aufgebauter Rätsel, aber leider auch eine ganze Reihe umständlicher Puzzles, auf deren Lösung man allenfalls mit viel Ausdauer (oder Glück) kommt. Vor 17 Jahren mag es noch akzeptabel gewesen sein, wenn man zum Durchspielen entweder eine Engelsgeduld aufbringen oder kurzerhand in die Komplettlösung schauen musste. Aus heutiger Sicht ist solches Rätseldesign aber einfach nicht mehr zeitgemäß und könnte manche Spieler verschrecken. Wohlgemerkt: Grim Fandango Remastered lässt sich natürlich trotzdem durchspielen, es geizt nur zu sehr mit Hinweisen. Eine Hotspotanzeige und ein komplett freiwilliges Hilfesystem, das uns bei Bedarf kleine Tipps serviert, hätten dem Spiel darum gut getan. So wären einerseits Puristen bedient, die den Klassiker möglichst unverfälscht meistern wollen, andererseits könnten dann aber auch weniger frustresistente Spieler die Story genießen.

    Denn dass jeder Adventure-Fan einmal die Faszination von Grim Fandango erlebt haben sollte, daran hat sich auch nach 17 Jahren nichts geändert - Kult bleibt eben Kult.

    Grim Fandango HD Video-Review

    05:16
    Grim Fandango Remastered im Video-Test: Auferstanden von den Toten

    Grim Fandango Remastered (PC)

    Spielspaß
    82 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Grim Fandango Remastered (PS4)

    Spielspaß
    82 %
    Grafik
    -
    Sound
    -
    Multiplayer
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Kreativer, einzigartiger Mix aus Fantasy und Film Noir
    Ausgezeichnet geschriebene, liebenswerte Charaktere
    Tolle, durchweg unterhaltsame Dialoge
    Brillanter Soundtrack mit tollen Jazz-Einlagen
    Sehr gute deutsche und grandiose englische Sprecher
    Sehr viele Zwischensquenzen sorgen für Stimmung
    Neue, überraschend ordentliche Maus-Steuerung
    Verbesserte Texturen, Schatten und Beleuchtung
    Angemessener Umfang (ca. 12 Stunden)
    Absolut fairer Preis
    Fünf Sprachen wählbar
    Unverändert matschige Hintergrundgrafiken
    Klobige 3D-Modelle
    Hässlich gestreckte Breitbild-Anzeige
    Keine Hotspot-Beschriftung
    Einige umständliche, zu abgehobene Rätsel
    Kein Hinweissystem
    Audiokommentare ziemlich uninteressant
    Außer Artwork-Galerie keinerlei Extras
    Spiel speichert nicht automatisch
    Story wird in der zweiten Hälfte zu abgedreht

  • Grim Fandango Remastered
    Grim Fandango Remastered
    Developer
    Double Fine Productions
    Release
    26.01.2015

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
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Grim Fandango Remastered
Test: Tim Schafers Klassiker als HD-Neuauflage - Video-Update
Mit neuer Steuerung und frischen Texturen kehrt Tim Schafers kultiges Toten-Abenteuer zurück. Im Test zu Grim Fandango Remastered beweist der 17 Jahre alte Lucas Arts-Klassiker, dass er auch heute noch begeistern kann. Schade nur, dass Double Fine so wenig Aufwand für die Neuauflage betrieben hat.
http://www.videogameszone.de/Grim-Fandango-Remastered-Spiel-54463/Tests/Test-Tim-Schafers-Klassiker-als-HD-Neuauflage-Video-Update-1149206/
30.01.2015
http://www.videogameszone.de/screenshots/medium/2015/01/X_GrimHD-024-pc-games_b2teaser_169.jpg
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