GTA San Andreas
Würden wir alle bei uns eingegangenen Leserbriefe zum Thema GTA: San Andreas aneinander tackern, könnten wir vermutlich damit ein hübsches Schleifchen um Mutter Erde binden. Bisher konnten wir auf Anfragen zu dem Spiel immer nur entgegnen, dass wir auch noch nicht mehr wissen. Doch jetzt durften wir endlich einen ersten Blick auf GTA: San Andreas werfen. Bei Rockstar in London präsentierte man uns eine erste Fassung und versorgte uns mit einer Fülle von Informationen. Letztere sind es, die Sie interessieren, - deswegen sparen wir uns große Reden und legen direkt los.
Riesig
Wie schon seit einiger Zeit bekannt ist, wird GTA: San Andreas im Gegensatz zu den beiden Vorgängern schlappe drei Metropolen und dazwischen große ländliche Gegenden bieten. Insgesamt soll das Areal fünfmal so groß sein wie die Fläche von GTA: Vice City (dt.). Zwar wollte man uns noch nicht verraten, wie viele versteckte Päckchen auf dieser riesigen Spielwiese zu finden sind, aber Fans dieser virtuellen Schnitzeljagd dürften diesmal wohl etwas mehr zu tun bekommen. Die uns gezeigten Spielszenen trugen sich in der an Los Angeles angelehnten Stadt Los Santos zu. Die Achtzigerjahre-Romantik mit ihren Neonlichtern und grellen Farben ist einem Orangefilter und Brauntönen gewichen. San Andreas wirkt optisch erwachsener, inhaltlich orientiert man sich mehr an schwarzen Gangsterfilmen der Neunziger (siehe Extrakasten). Die Hauptdarsteller tragen weite Hosen und haben die Uzi stets griffbereit. Man darf davon ausgehen, dass die Jungs von Rockstar abermals sehr detailverliebt zu Werke gehen und auch den Humor nicht zu kurz kommen lassen. Dennoch wirkten die ersten Levels und Spielszenen eine ganze Ecke ernsthafter als in den Vorgängern. Der vom Spieler gesteuerte Carl Johnson hat im Gegensatz zu Tommy Vercetti, der Hauptfigur aus GTA: Vice City (dt.), auch viele alltägliche Probleme und wichtigere Dinge im Kopf als die Frage, ob seine geschmacklosen Slipper zum geschmacklosen Sakko passen.
Facelift
Vor allem die spielerischen Neuerungen waren es aber, die herausstachen. Endlich wurde das Zielsystem überarbeitet und flexibler gestaltet. Zukünftig gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, Waffen abzufeuern. In der normalen Außenansicht schaltet man nach wie vor auf Knopfdruck von einem Gegner zum anderen, erhält durch farbliche Markierungen aber vorher Auskunft darüber, wie schwer der Treffer ausfallen wird. Hält man den Zielknopf länger gedrückt, wird die Stärke des Schusses intensiviert. Wesentlich griffiger schien dagegen die Schulterperspektive, in der man per Fadenkreuz selbst zielt. Was in Ataris kürzlich erschienenem Driv3r ungefähr so dynamisch anmutet wie die Fahrt in einer Straßenbahn, wirkt in GTA: San Andreas viel lebendiger und bei weitem nicht so hakelig. Der uns vorgeführte Häuserkampf bot zahlreiche gut geskriptete Ereignisse, detaillierte Umgebungen und mitreißende Akustik. Kein Vergleich zu den stocksteifen Auseinandersetzungen von Tanner in Driv3r. Außerdem kann Carl als erster Protagonist in der Reihe zwei Waffen gleichzeitig führen, was allerdings nicht mit jedem Schießprügel funktioniert.