Die äußerst detaillierten Lichteffekte sehen bei
Gladiator in einigen Passagen absolut atemberaubend aus.
Tja, blöd gelaufen: Eigentlich hätte der bekannteste Gladiator des römischen Reichs, Invictus Thrax, von Imperator Trajan nach dessen Rückkehr von einem Feldzug begnadigt werden sollen. Leider ist besagter Herrscher jedoch im Krieg gefallen und der fiese Diktator Arruntius hat die Macht im Land übernommen. Dessen Plan ist es, zusammen mit den bösen Göttern Phobos und Deimos Rom in Schutt und Asche zu legen und anschließend auf den Ruinen seine eigene Stadt aufzubauen. Natürlich darf Thrax das nicht zulassen und verbündet sich deswegen kurzerhand mit den noblen Göttern Romulus und Remus zu einer schlagkräftigen Allianz.
Hack & Slay in Reinkultur
Um bei Gladiator gegen die unzähligen Feinde zu bestehen, kann Thrax natürlich ordentlich zulangen. Mit der Kreuz- und Vierecktaste schlägt der Held auf die anvisierten Gegner ein und kann dabei sogar Kombos bewerkstelligen. In der ebenfalls in Deutschland erscheinenden englischen PAL-Version (ab 18 Jahren) fließt bei Treffern viel Blut, das in der deutschen Version komplett fehlt. Auch die 60 Finishing-Moves bleiben der englischen Version vorbehalten. Dagegen stehen Thrax in beiden Versionen ein Schwert, eine Axt und Armklingen zur Verfügung. Während des Abenteuers können diese Waffen zudem bis zu fünfmal aufgerüstet werden. Überhaupt legte man bei Acclaim viel Wert auf das Feature "Aufrüsten": In den Levels sind an vielen Stellen Portale aufgebaut, mit denen sich Thrax in Parallelwelten transportieren lassen kann. Dort muss er dann innerhalb einer bestimmten Zeit Aufgaben erfüllen, die meistens auf
das Vernichten von Gegnern hinauslaufen. Wenn er die Herausforderung schafft, bekommt er neue und wichtige Fähigkeiten spendiert.
Kämpfen mit Stil
Eine dieser Fähigkeiten ist der "Waffen-Meter", der sich auf dem oberen Bildschirmrand befindet. Wenn Thrax in den Kämpfen mit Stil vorgeht (Kombos, Mehrfachtreffer, Angriff nach schnellem Ausweichen), lädt sich die Leiste auf und er erhält während des Kampfes einige Extrafähigkeiten. Das kann beispielsweise eine verbesserte Angriffsfähigkeit, eine schnellere Fortbewegung oder ein zügigeres Aufladen der Spezialleiste sein. Diese Spezialleiste verleiht dem Helden - wenn sie aufgefüllt ist - kurzfristig Superkräfte und macht das Vernichten der Gegner wesentlich einfacher. Auch wenn die Kämpfe bei Gladiator in der Regel in wildem Knopfdrücken enden, muss man sich als Spieler ständig überlegen, wie man durch geschickte Angriffe die Meterleiste voll bekommt und Extrakräfte erhält. Dadurch kommt zumindest eine gewisse Portion Taktik mit ins Spiel, die in diesem Genre oftmals nicht anzutreffen ist.
Adventure light
Die Adventure-Passagen sind bei Gladiator dagegen äußerst einfach ausgefallen. Hauptsächlich müssen Schalter betätigt oder Gegenstände zerstört werden, aus denen Feinde hervorkommen. Anders dagegen die Bosskämpfe: Hier muss der Spieler jeweils die richtige Taktik herausfinden, bevor er zum Angriff ansetzt. Technisch überrascht der Titel mit einem famosen Zusammenspiel von Licht und Schatten, welches man unbedingt in Bewegung gesehen haben muss. Dass die Framerate selbst bei den größten Massenschlachten mit ungefähr 30 Bildern pro Sekunde abläuft, ist ebenfalls erwähnenswert. Einzig die ab und zu belanglosen Hintergrundtexturen geben Anlass zu Kritik.
