Final Fantasy XIII-2 im ausführlichen Test für Play Station 3 und Xbox 360: Der direkte Nachfolger von Final Fantasy XIII bügelt praktisch jede Schwäche des Vorgängers aus und schickt euch auf eine spannende Reise durch Raum und Zeit. Was Final Fantasy XIII-2 so klasse macht und zu welchem umstrittenen Erzählmittel die Macher erstmals seit Erfindung der Serie greifen, lest ihr im folgenden Test!
Quelle: Square Enix
Screenshots aus Final Fantasy XIII-2. Die Entwickler haben die Kritik an FFXIII gut umgesetzt. (6)
Schnelle, griffige Kämpfe
An den Kämpfen hat sich bis auf Details nichts geändert. Aktionen werden mittels ATB-Balken schön fluffig aneinandergereiht, durch den Wechsel von Paradigmen (Kampftaktiken) passt ihr euch in Windeseile der Situation an – und auch die Schockanzeige kehrt zurück. Letztere verrät, wie kurz ein Feind vor dem Schockzustand steht, in dem er deutlich mehr Schaden einsteckt. Neu ist dabei der sogenannte Blutschaden. Angriffe mit diesem Schadenstyp ziehen nicht einfach Trefferpunkte ab, sie vermindern die maximale Lebensenergie des Getroffenen! Heiler können diesen Effekt nicht rückgängig machen, nur ein Bluttrank schafft hier Abhilfe. Das verpasst speziell den ohnehin schon kniffligen Bosskämpfen noch mehr Anspruch und erweitert das Kampfsystem von FF XIII-2 um eine weitere Facette. Ebenfalls von Vorteil ist die Möglichkeit, den aktiven Spielcharakter direkt in Kämpfen wechseln zu können. Das verschafft vor allem geübten Kämpfern noch einen Tick mehr Kontrolle über das Team als in FF XIII. Die letzte Änderung betrifft Bosskämpfe, die vereinzelt durch Quick-Time-Events ergänzt werden. Die Knöpfe-Nachdrückerei wirkt zwar unnötig, aber immerhin setzt Square diese Mechanik so sparsam ein, dass sie kaum ins Gewicht fällt. Und einen Vorteil hat das Ganze: inszenatorisch wirken solche Stellen natürlich absolut bombastisch!
Dialog-Trigger
Ein absolutes Novum für die Serie, ist die Möglichkeit während Dialogen aus vier verschiedenen Antwortmöglichkeiten zu wählen. "Live Trigger" nennen das die Macher aus Fernost. Gut, wir würden es einfach Multiple-Choice-Dialog nennen, aber wir verstehen schon: Das klingt eben zu gewöhnlich. Eigenwillige Namensgebung hin oder her, das Feature selbst gefällt uns gut, da wir so auch mal nachfragen können oder ein Thema weiter vertiefen dürfen. Das heißt allerdings nicht, dass Final Fantasy XIII-2 nun plötzlich "westlich" inszeniert ist. Viel eher ist das eine erste Annäherung an RPG-Größen wie Mass Effect 2 und die Live Trigger kommen nur stellenweise zum Einsatz.
Quelle: Square Enix
Screenshots aus Final Fantasy XIII-2. Die Entwickler haben die Kritik an FFXIII gut umgesetzt. (11)
Das Kristarium – die positiven Aspekte
Für Final Fantasy XIII-2 haben die Entwickler das Kristarium ordentlich überarbeitet. Das Problem im letzten Teil war, dass keine Individualisierung der Helden möglich war. Auf seiner Höchststufe hatte jede Spielfigur bei jedem Spieler exakt die gleiche Menge Lebenspunkte, die gleiche Angriffskraft und dieselbe Menge an Magiepunkten. In FF XIII-2 wird dieses Problem abermals durch die freie Wahl des Spielers umschifft. An jedem Kristallpunkt, den ihr ausbaut, wählt ihr stets aufs Neue die zu steigernde Rolle. Das hat drei Konsequenzen. Erstens winkt natürlich der mit dem Kristallpunkt verbundene Festbonus auf die Statuswerte des Helden. Zweitens entscheidet die getroffene Wahl über einen Zusatzbonus passend zur gesteigerten Klasse. Sprich, wenn ihr die Rolle als Heiler oder Verteidiger ausbaut, gibt's zusätzliche Trefferpunkte oben drauf, während ein Level-up als Brecher den Nahkampfschaden extra steigert. Und auch wenn es offensichtlich ist, klettert drittens die Stufe der Rolle um einen Punkt nach oben. Wir erwähnen dies deswegen, weil davon die Vergabe neuer Skills abhängt. Sobald die erforderliche Stufe für eine Fähigkeit erreicht ist, erlernt der Held beziehungsweise das Monster diese automatisch. Für mehr Tiefgang sorgen die verschiedenen Größen der Kristallkugeln. Kleine Kristallpunkte geben einen vergleichsweise kleinen Bonus, die selteneren großen Kugeln einen entsprechend starken Schub. Man muss also immer genau überlegen, welche Klasse man als nächstes steigern sollte.
Riesiger Umfang inklusive Secrets und Nebenaufgaben
Alleine für die Hauptstory ohne auch nur eine Nebenaufgabe anzurühren, braucht ihr um die 20 bis 25 Spielstunden. Bis jedes Portal aktiviert ist und ihr jedes Gebiet erforscht habt, vergehen gut und gerne weit über 50 Spielstunden. Um absolut jeden Inhalt aus dem Spiel zu pressen, braucht es sogar 100 Stunden oder mehr. Letzteres liegt zum einen an den diversen Secrets und geheimen Bossmonstern, die in keinem Final Fantasy fehlen dürfen – so natürlich auch nicht in FF XIII-2. Zum anderen sind für den großen Umfang aber auch die Nebenaufgaben und die dazugehörigen Fragmente verantwortlich. Oft trefft ihr auf eurer Reise durch die Zeit auf NPCs, die Hilfe bei irgendwas brauchen. Viele der Aufgaben sind relativ simple Bringdienste, die euch in andere Zeitepochen schicken. Stellenweise wartet FF XIII-2 aber auch mit kleinen Questketten auf, die entweder in einen geheimen Bosskampf münden oder eine kleine Substory erzählen, wodurch ihr mehr über Welt und Charaktere erfahrt. Für jeden abgeschlossenen Auftrag gibt's dann ein sogenanntes Fragment und Kristallpunkte zum Ausgeben im Kristarium. Die Fragmente sind vor allem für die unter euch interessant, die jedes Fitzelchen aus Final Fantasy raus holen wollen. Denn habt ihr wirklich alle 160 Fragmente erbeutet, schaltet ihr damit eine längere Version des Abspannvideos frei, in dem noch ein paar Hinweise verborgen sind. Neben dem eigentlichen Finale sind zudem acht weitere Endsequenzen in FF XIII-2 versteckt.
Spaßige Minispiele
Während Final Fantasy XIII praktisch gar keine Minispiele hatte, wartet der Nachfolger direkt mit einer eigenen Casinostadt auf, die einzig für diesen Zweck gedacht ist. Derzeit gibt es in Serendipity drei Orte von Interesse, weitere (etwa ein Kartenspiel-Abschnitt im Casino) sollen per DLC folgen. Am einarmigen Banditen könnt ihr euer Glück auf der Jagd nach dem Jackpot versuchen. Wesentlich ruhiger geht es in Lady Mystics Tempel zu. Bei der könnt ihr gesammelte Fragmente vorzeigen, um spezielle Fragment-Fähigkeiten freizuschalten. Praktisch ist etwa "Händler" und "Feilscher", mit denen ihr bessere Preise beim Kauf und Verkauf von Items erzielt. Der spannendste Ort ist allerdings die Chocobo-Rennbahn, auf der ihr gezähmte Chocobos in Wettrennen antreten lasst. Ihr Übernehmt dabei die Rolle des Managers. Als solcher bestimmt ihr beispielsweise, welche Taktik euer Chocobo anwenden soll und könnt nachsehen, welche Spezialfähigkeiten euer "Pferdchen" hat. Die Leistung eures Renntierchens hängt übrigens davon ab, wie weit es bereits im Kristarium voran geschritten ist. Darüber hinaus könnt ihr auf jedes Rennen Wetten abschließen. Wer geschickt spekuliert, kann so schnell viele Casino-Chips gewinnen, die man am Wechselschalter gegen einzigartige Gegenstände tauschen kann, die es nirgends sonst im Spiel zu kaufen gibt! Aber auch anderorts trefft ihr auf euren Reisen durch die Zeit auf weitere Minispiele. Da gäbe es beispielsweise Quizze, die euch mit echt krassen Nerdfragen rund um Final Fantasy zum Grübeln bringen oder kleine Puzzle-Minispiele gegen die Zeit.
