Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers für Wii im Test: Die Serie hat sich stark verändert, zum Guten?
Was ist denn mit der Crystal Chronicles-Serie passiert? Wo ist der Mehrspieler-Modus?
Richtig bemerkt: War das Debüt der Reihe auf dem GameCube noch ein reines Action-Rollenspiel, das weitgehend auf den Gedanken des kooperativen Spielens setzte, ist im aktuellen Wii-Abenteuer davon nicht mehr allzu viel übrig. The Crystal Bearers ist vielmehr eine Weiterentwicklung der Nintendo-DS-Teile. Schon diese boten actionreiche Streifzüge durch die Tempel, waren aber im Gegensatz zum Serien-Ursprung auch für Einzelspieler unterhaltsam genug. Fakt ist also: Der neue Teil auf der Wii lässt sich nur alleine zocken. Ob das gut oder schlecht ist, klärt unser Test.
Wie verhält es sich mit den Rollenspiel-Elementen? Wurden die auch über Bord geworfen?
Vollwertige Rollenspiele waren die Auskopplungen der Final Fantasy Crystal Chronicles- Serie noch nie. The Crystal Bearers geht noch einen Schritt weiter: Es gibt noch weniger RPG-Elemente. So ist ein Aufleveln der Figuren nicht möglich und auch die Lebensenergie wird nicht wie aus Rollenspielen gewohnt in Zahlen angegeben, sondern in Form eines Balkens angezeigt. Dafür zeugen zumindest die Mogry-Läden weiterhin davon, dass die Reihe auf der Final Fantasy-Reihe aufbaut. Soll heißen: Ihr könnt gesammelte Gegenstände gegen eine Zuzahlung in neue Werkzeuge eintauschen.
Mir ist die Spielzeit ganz besonders wichtig. Wie lange dauert das Abenteuer?
In puncto Spielzeit ist The Crystal Bearers ein relativ kurzes Vergnügen, wenn man die Maßstäbe bisheriger Final Fantasy-Teile anlegt: Nach etwa zwölf Stunden waren wir beim Abspann angelangt. Allerdings ist das Wii-Abenteuer wie eingangs erwähnt kein reines Rollenspiel, sondern ein Action-Adventure. Insofern greifen die bisherigen Beurteilungsmaßstäbe nicht mehr. Die Spielzeit wird jedoch in der Tradition typischer japanischer Rollenspiele durch Minispiele gestreckt, etwa das Angeln oder das Versteckspiel im Palast. Diese Aufgaben sind nicht storyrelevant, sorgen aber für Abwechslung.
Erzählt mir alles, was es außerhalb des Spiels zu erzählen gibt!
Für Rollenspiel-Liebhaber, die ihre Disc mit Freunden, Geschwistern oder WG-Mitbewohnern teilen, sicherlich eine gute Nachricht: Square Enix hat drei Spielstände integriert und erlaubt sogar, die Miis als Symbol für den jeweiligen Spielstand zu verwenden. Darüber hinaus sind 330 sogenannte Medaillen zu ergattern - das sind Abzeichen für bestimmte Leistungen, etwa wenn ihr euer erstes Monster zu Fall gebracht habt. Und Hobby-Fotografen freuen sich über die Möglichkeit, jederzeit durch Druck auf die 1-Taste einen Schnappschuss des aktuellen Bildschirmgeschehens zu machen.
Genug der Erklärungen zum Spielprinzip. Ich will endlich wissen, worum es geht!
Die Welt steht Kopf: Die Rassen der Lilties, Yukes, Selkies und Clavats lieferten sich lange Zeit einen unerbittlichen Krieg und sind immer noch weit davon entfernt, zum friedlichen Alltag zurückzukehren. Zu allem Überfluss zersplitterte auch noch ein Zauberkristall und landete durch Zufall im Gesicht des jungen Layle, woraufhin sich die Macht in seinem Körper ausbreitete. Es liegt nun an ihm, dem tot geglaubten Herrscher Amidatelion das Handwerk zu legen. Wie gut, dass er dabei nicht auf sich allein gestellt ist, sondern eine reizende Begleiterin namens Belle an seiner Seite hat …
Screenshots aus unserem Test zu Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers (6)
Hier fühlt man sich wohl
Was ist das stärkste Urteil, das man über ein Spiel fällen kann? Wir meinen: Es ist die Tatsache, dass man sich in der Spielwelt wohlfühlt. Und im Falle von The Crystal Bearers trifft dies kompromisslos zu! Obwohl das Spiel in puncto Abwechslungsreichtum der Schauplätze die gängigen Klischees bedient, hat man stets den Eindruck, dass die Welt aus einem Guss ist. Alle Gebiete gehen ineinander über, bieten jeweils ihre eigene stimmige Musik und wer das ewige Reisen satt hat, kann auch die Bahn benutzen, um an entlegene Orte zu gelangen. Ganz besonders gut ist den Entwicklern die Interaktion mit den anderen Bewohnern der Welt gelungen. Dieser Aspekt wird im Strandabschnitt der Faguita-Küste auf die Spitze getrieben: Öffnet ihr dort mit einem kräftigen Ruck der Wii-Fernbedienung die Tür zur Umkleidekabine, kann es schnell passieren, dass ihr gerade ein Mädchen beim Klamottenwechseln gestört habt, das euch anschließend entrüstet hinterherläuft, um vehement gegen euer Schienbein zu treten. An anderen Schauplätzen zeigt sich die Detailverliebtheit der Entwickler, etwa wenn ihr am Zeitungsstand eine neue Ausgabe des "Fabelwesenmagazins" (FWM) abgreift und dort eine Reportage- Reihe namens "Welt der Artefakte" oder einen aktuellen Beitrag über "Die neue Generation kraftvoller Accessoires" lest. In solchen Augenblicken verschmilzt der Spieler regelrecht mit der virtuellen Welt, er fühlt sich einfach heimisch. Und das ist ein großes Kompliment! Und wer seine schönsten Augenblicke als Foto festhalten möchte, kann jeden beliebigen Spielmoment auch auf SD-Karte sichern.
Viel Abwechslung
Heute kann sich kein Videospiel mehr erlauben, einzig und allein auf ein bestimmtes Genre zu setzen. Es wird erwartet, dass man in einem Jump & Run auch Rennspiel-Einlagen findet, dass man in einem Rollenspiel angeln kann und dass ein Ego-Shooter auch Schleichmomente bietet. Genau diese Erwartungshaltung bedient Square Enix: The Crystal Bearers ist absolut vorbildlich, was den Abwechslungsreichtum betrifft. Das zeigt sich schon zu Beginn des Spiels, als wir am Steuer eines Luftschiffs sitzen und es heil durch enge Felsschluchten bugsieren. Das hört sich leicht an, ist es aber nicht, da sich ein so träges Vehikel nicht gerade wie mit einer Servolenkung auf Kurs halten lässt. Ein paar Spielstunden später fühlen wir uns an die Kult-Spielshow American Gladiators erinnert und müssen ein Mädchen, das auf einer aufblasbaren Gummiplattform steht, ins Wasser schubsen. Und dann gibt es da auch noch Levels, in denen man unerkannt aus einem Zug entkommen muss, ohne von den Wachen erwischt zu werden. In dieser Passage zeigt sich aber, dass der Schwierigkeitsgrad nicht allzu hoch ausgefallen ist: Selbst nachdem uns die Patrouille fünfmal (!) innerhalb weniger Minuten erwischt hat, nehmen wir noch Reißaus. Da hätte uns das Spiel ruhig etwas mehr fordern dürfen … Übrigens, geangelt wird in der Welt von Crystal Chronicles ebenfalls. Das Fischfang-Minispiel kommt sogar mehrmals im Verlauf des Abenteuers vor.
Screenshots aus unserem Test zu Final Fantasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers (12)
Spannendes Kampfsystem, aber...
Was ist das Besondere an den neuen Kristall- Chroniken? Mit Sicherheit nicht der Fakt, dass es außerhalb der regulären Final Fantasy-Teile spielt - denn Serienableger gab es schon in der Vergangenheit sehr häufig. Einzigartig ist vielmehr die Art und Weise, wie ihr eure Widersacher zu Boden streckt. Es gibt nämlich weder Rundenkämpfe noch Schwerter, Säbel und dergleichen, die der Held ständig bei sich trägt. Ihr sammelt stattdessen herumliegendes Inventar auf und setzt euch damit zur Wehr. Das können Baumstämme, Äxte, aber auch Zeitungsständer sein. Visiert die Gegenstände einfach mit dem Zeiger der Wii-FB an, haltet die B-Taste gedrückt und bewegt die Fernbedienung dann in die gewünschte Richtung, in die ihr eure improvisierten Waffen schleudern wollt. So erledigt ihr nicht nur kleines feindliches Gesocks, sondern auch so manchen fetten Endboss. In der Weinkellerei müssen wir beispielsweise Fässer entkorken, diese auf den Widersacher schleudern und dabei möglichst präzise Treffer landen. Das ist allerdings auch schon alles, was es zum Kampfsystem zu sagen gibt. Während des Abenteuers lauft ihr in der Gegend umher, sprecht mit Personen, die euch verraten, wo es als Nächstes hingeht, besiegt Gegner und absolviert Minispiele. All das macht Final Fantasy Crystal Chronicles zwar ausgesprochen abwechslungsreich, aber gerade in den Gefechten - die ja den größten Aspekt des Spiels einnehmen - hätten wir uns deutlich mehr Raffinesse gewünscht!
Wege-Wirrwarr
Seht euch die nachfolgenden Karte an - solange ihr wollt. Und? Fällt euch daran etwas auf? Wir meinen die unvollständige Beschriftung! Die Landkarte zeigt zwar an, in welchem Gebiet ihr euch momentan befindet, aber sie dient nicht als Wegweiser, da sich nicht einblenden lässt, wie die umliegenden Areale heißen. Im Klartext heißt das: Im Verlauf des Abenteuers trefft ihr immer wieder Personen, die euch an einen bestimmten Ort befehligen. Diese aktuellen Missionsziele sind glücklicherweise im Hauptmenü abrufbar, allerdings ohne eindeutigen Hinweis, wo ihr exakt hinlaufen müsst. Die unklare Wegfindung ist ein großer Kritikpunkt, da man wenige Anhaltspunkte hat, wohin die Reise weitergehen soll. Zwar sind vereinzelte Wegweiser in der Spielwelt installiert, aber die geben nicht immer die gesuchten Ortschaften an. Sitzt ihr in der Falle, sucht ihr am besten einen Mogry auf, der euch wieder auf den rechten Pfad führt.
Wirrwarr - Die Landkarten verwirrten uns im Test
Screenshots aus Final Fnatasy Crystal Chronicles: The Crystal Bearers:
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Was habe ich mich gefreut, als vor Jahren Crystal Bearers angekündigt wurde, aber das endgültige Spiel ist eine herbe Enttäuschung, Echoes of Time wäre sogar noch akzeptal gewesen, wenn man nicht zusätzlich zum Verwenden mehrerer DS-Systeme auch…
Naja, als totalen Schrott würde ich es trotz allem nicht bezeichnen, nur kann es einfach nicht mit den…