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  • Final Fantasy XI - revisited

    Jetzt wird manch einer unter den Lesern sicherlich die Nase rümpfen. Was soll das denn? Ein Artikel zu einem Spiel, das bereits vor drei Jahren in diesem Magazin mit 80% getestet wurde? Was kommt als Nächstes? Ein Rückblick auf die schönsten Ruckler in Dynasty Warriors 2 oder die unlogischsten Fahrmanöver in World Racing?

    Es gibt zwei gute Gründe, warum wir hier noch mal einen Blick auf das einzige Massive-Multiplayer-Online-Rollenspiel für die die Xbox 360 werfen - na ja, eigentlich drei. MMORPGs sind heutzutage ein gewaltiger Erfolg. Magazine und Webseiten zu PC-Titeln wie World of Warcraft, Guild Wars oder Herr der Ringe Online boomen und erleben wahnsinnige Abverkaufs- oder Anklickzahlen, während der restliche Markt eher vor sich hindümpelt.

    Wohl dem, der auf einem Chocobo sitzt. Hier ist man sicher und auch so große Mistviecher wie der Malboro greifen nicht an. Wohl dem, der auf einem Chocobo sitzt. Hier ist man sicher und auch so große Mistviecher wie der Malboro greifen nicht an. So gut wie jeder PC-Spieler hat sich inzwischen schon mal an ein MMORPG gewagt und die Publisher verdienen sich mit dem suchterzeugenden Produkt eine goldene Nase. Dabei ist der Spaß noch nicht mal billig. Bis auf Guild Wars, das sich alleine durch den Verkauf von Updates finanziert, wollen die meisten anderen Anbieter eine monatliche Gebühr von etwa 10 bis 13 Euro, damit der Online-Abenteurer überhaupt auf Schatzsuche gehen darf. Auch Final Fantasy XI belastet nach Ablauf des kostenlosen Probemonats das Portmonee des Spielers mit mindestens 12,95 Euro im Monat.

    Der zweite Grund für diesen Artikel ist das Erscheinen der Erweiterung Die Flügel der Göttin im November letzten Jahres. Wir haben lange überlegt, ob wir das Paket, welches für circa 30 Euro im Handel erhältlich ist, testen wollen. Doch als sich herausstellte, dass man an dieser Erweiterung nur teilnehmen kann, wenn man mindestens auf Level 30 ist (circa ein bis zwei Monate Spielzeit), haben wir damals davon abgesehen.

    Dennoch hat sich der Autor dieses Artikels erneut an Final Fantasy XI gewagt, einen neuen Charakter kreiert und ist mittlerweile zum dritten Mal in Los! Gehen wir an den Strand! Dort machen wir ein Lagerfeuer, grillen Fisch und verprügeln die Jungs von der Gobbo-Gang … Los! Gehen wir an den Strand! Dort machen wir ein Lagerfeuer, grillen Fisch und verprügeln die Jungs von der Gobbo-Gang … die japanische Online-Welt Vana'diel eingestiegen. Und damit kommen wir auch schon zum dritten Grund für diesen Artikel: Es hat mich jetzt endlich gepackt! Und nicht nur mich. Inzwischen habe ich drei Kollegen und Bekannte mitgeschleift. Und ich kann verstehen, was Millionen von PC-Usern an World of Warcraft und Co so fesselt. Es macht unheimlich süchtig und bei keiner anderen Spielegattung ist das Gemeinschaftsgefühl größer.

    Das blanke Grauen
    Dabei macht es Final Fantasy den Spielern von Anfang an alles andere als einfach, es zu mögen. Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie Schwimmen gelernt haben? Da wurden Sie langsam in seichtes Wasser geführt, es wurde Ihnen erklärt, wie Sie sich bewegen müssen und Sie genossen erste Erfolgserlebnisse, als das Wasser Sie wirklich trug. Wäre Final Fantasy XI ein Schwimmlehrer, dann würde es seinen Schützling ohne mit der Wimper zu zucken in eine Kloake mit Zitteraalen, Haifischen und Strudeln mit zehnfacher Schlurpkraft werfen. Denn machen wir uns nichts vor: Die Kritiker von FFXI haben recht. Das Spiel wurde 2001 in allererster Linie für die PlayStation 2 entwickelt und genauso sieht es heute im Jahre 2008 noch aus - auch auf dem PC und der Xbox 360.
    Im Chocobo-Stall wird man manchmal mit Missionen überrascht. Im Chocobo-Stall wird man manchmal mit Missionen überrascht.
    Zudem ruckelt es bei hohem Spieleraufkommen und jeder Charakter befindet sich in einer anderen Zeitzone etwa eine Sekunde hinter der eigenen Erlebniswelt auf dem Monitor. Die Aufträge, die man erledigen muss, sind so schwammig verfasst, dass man ohne Lösungshilfe keinen blassen Schimmer hat, was der NSC (Nicht-Spieler-Charakter) eigentlich von einem will. Bis man dies jedoch erleben kann, werden die Nerven der Neueinsteiger jenseits der größten Schmerzgrenze belastet: Inklusive der Installation des Play­Online-Betriebssystems vergehen bis zur Betrachtung des Titelbildschirms etwa sieben (!) Stunden. Beim Erststart möchten das Spiel und das Betriebssystem nämlich Updates ziehen - und das sind über 20.000!

    Die wahre Wonne
    Warum sich also erneut mit so einem Spiel beschäftigen, das hässlich ist wie die Nacht, ein unkomfortables Menü- und Betriebssystem hat und den Spieler von Anfang an völlig alleine lässt? Weil es, wenn man die Schwächen kennt und die Einstiegshürden genommen hat, unglaublich viel Spaß macht. Die undeutlichen Missionsbeschreibungen haben nämlich nur einen Zweck: Kommunikation mit anderen Spielern.

    Alleine hat man bei Final Fantasy XI nämlich keine Chance. Solo mag es bis zum zehnten Erfahrungslevel zwar gutgehen, aber danach brauchen Sie für jede Aufgabe mindestens zwei bis fünf wackere Mitstreiter, die Ihnen unter die Arme greifen. Davon gibt es jedoch genug. Selbst auf schwach besuchten Servern sind mitten in der Woche mindestens 1.200 Abenteurer unterwegs. Das liegt daran, dass weltweit alle Spieler zusammengewürfelt werden. So sind Gruppen aus Europäern, Amerikanern und Japanern, die wahlweise am PC, der 360 und der PlayStation 2 spielen, keine Seltenheit.
    Wer alleine unterwegs ist, hat in der Regel gegen die meisten Feinde keine Chance. Wer alleine unterwegs ist, hat in der Regel gegen die meisten Feinde keine Chance.
    Die Kommunikation findet trotz Sprachbarriere über ein einfaches Übersetzungsprogramm statt, welches Floskeln durch Druck auf die Tab-Taste für jeden verständlich macht. Extrem lobend hervorgehoben muss dabei die deutsche Übersetzung, welche Square Enix dem Spiel vor zwei Jahren spendiert hat. Diese zählt zum Besten, das ich jemals gelesen habe. Es gibt zwar keine Sprachausgabe, aber jeder Charakter hat seine eigene Wortwahl und besonders in der Magierstadt Windurst merkt man die Fremdartigkeit und Magie dieser Fantasy-Welt. Hier steckt jede Menge Herzblut drin.

    Typisch japanisch
    Diese Passion ist im Allgemeinen etwas, das FFXI auszeichnet. Wenn man bedenkt, dass dieses Spiel erschaffen wurde, um auf der unsäglich veralteten PS2-Technik zu laufen, so haben die Entwickler das Beste getan, um eine Welt zu erschaffen, die voller Magie und Fantasie steckt. Die umherlaufenden Monster sind keine Standard-Orks oder Hau-mich-tot-Wölfe im westlichen Stil.

    Vielmehr orientiert sich Vana'diel an japanischen Manga und versprüht einen Charme, wie ihn kaum ein anderes MMORPG hat. Vom Charakter-Design über die Gestaltung der Areale bis hin zu aberwitzigen Situationen in Nebenmissionen merkt man, dass hier besonders der Spielspaß und die inhaltliche Tiefe der Manga-Fantasy-Welt im Vordergrund standen. Dafür verantwortlich ist der kreative Mastermind Hironobu Sakaguchi, der in den letzten Monaten auf der Xbox 360 mit den Spielen Blue Dragon und Lost Odyssey von sich reden machte. Genau dieselbe Liebe zum Detail, wie sie die beiden 360-Rollenspiele auszeichnet, lässt sich auch in Final Fantasy XI finden. Eine Spielwelt, die auch beim neuesten Update Die Flügel der Göttin bis in den hintersten Winkel der Areale durchdacht ist und trotzdem die Spieler in den Vordergrund stellt.

    Freie Joblaufbahn
    Die beiden größten Stärken von Final Fantasy XI sind jedoch das Job-System und die epische Handlung. Während man bei den meisten anderen MMORPGs bei der Charakterschaffung einen Job wie Krieger, Magier oder Heiler festlegt und an diesem dann bis ans Ende seiner Laufbahn festhält (bzw. sich einen Zweitcharakter erstellen muss, um in andere Aufgabenbereiche hineinzuschnüffeln), dürfen Sie bei Final Fantasy XI jederzeit Ihre Profession wechseln.

    Zu Beginn sind dies nur sechs verschiedene Jobs, aber jenseits der Echte Spezialisten synthetisieren aus wertlosen Metallen neue
Ausrüstungsgegenstände, die teuer verkauft werden können. Echte Spezialisten synthetisieren aus wertlosen Metallen neue Ausrüstungsgegenstände, die teuer verkauft werden können. Level-30-Grenze warten 14 weitere Berufe darauf, in kniffligen Quests freigespielt zu werden. Fantasievolle Professionen wie Tänzer, Puppenmeister, Freibeuter oder Dompteur sorgen für eine geballte Portion Exotik in der Charakterlandschaft. Eine Story wiederum trifft man bei MMORPGs kaum an und wenn, dann nur in abgespeckter Form. Final Fantasy XI jedoch muss sich erzähltechnisch nicht hinter den anderen Einzelspielerwerken der Final Fantasy-Serie verstecken. Immer wieder wird Ihr Held in den Kampf gegen das Böse geworfen. Sei es nun der Shadow Lord, die uralten Zilart, der Gott Promathia oder gar eine Zeitreise zum legendären Kristallkrieg.

    Mit jeder Erweiterung sind nicht nur neue Areale, sondern auch NSC-Charaktere, Zwischensequenzen und Erzählelemente hinzugekommen. Dabei ist es nicht so, dass einfach eine neue Zone angebaut wurde, sondern Charaktere und Elemente wurden in die bereits bestehenden Areale integriert. Die Welt ist im Wandel - und das eigentlich fast monatlich. In den zwei Monaten, seit ich Final Fantasy XI spiele, gab es bereits drei sehr coole Events - zum Valentinstag, zum Frühlingsanfang und eine österliche Eierjagd -, die zwischendurch für neuen Spielspaß gesorgt haben und mich das eigentliche Abenteuer fast vergessen ließen.

    Alles subjektiv
    Sie merken sicherlich, dass ich im Moment sehr mitgerissen bin und es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich auf Vana'diel nicht ein paar Monster plätte, mit Leuten chatte oder einfach mal nach meinen Auktionen oder meinen Haustieren gucke. All dies war jedoch erst im dritten Anlauf möglich, da die Hürden, welche das Spiel auch dem geduldigsten Einsteiger in den Weg legt, wirklich nicht zu unterschätzen sind. Sollten Sie jedoch auf ein MMORPG-Erlebnis neugierig geworden sein, haben Sie eine Engelsgeduld und lieben Sie Spiele wie Blue Dragon und Lost Odyssey, dann könnte Final Fantasy XI vielleicht interessant sein. Die Wertung von 80% wird trotz der aktuellen Begeisterung im Team nicht geändert, denn die Kritikpunkte sind schwerwiegend. Vielleicht sieht man sich auf Vana'diel.

  • Final Fantasy 11
    Final Fantasy 11
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Square Enix
    Release
    20.04.2006

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Final Fantasy XI
Final Fantasy XI - revisited
http://www.videogameszone.de/Final-Fantasy-11-Spiel-102/Specials/Final-Fantasy-XI-revisited-646969/
10.06.2008
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