Vorschau zu Fallout 3 für Xbox 360
Im Herbst ist Apokalypse! Schuld ist Bethesda Softworks, das Entwicklerteam, das uns schon mit Oblivion ein so gigantisches wie schönes Rollenspiel auf die Xbox 360 gebracht hat. Es steckt euch diesmal aber nicht in eine farbenprächtige Fantasy-Welt, sondern als Nachfahre der Überlebenden einer nuklearen Katastrophe in einen Bunker. In dem lebt es sich eigentlich ganz gut, aber nachdem seine Mutter verstorben und sein
Bei diesem Typen ein Gläschen bestellen? Na ja, so ein bisschen Lepra wird schon nix machen.
Vater verschollen ist, hält euer virtuelles Alter Ego trotzdem nichts mehr in der unterirdischen Schutzanlage. Also raus in die verstrahlte Welt, die ihr euch ganz und gar zu Eigen machen dürft.
VON KLEIN AUF
Als Teenager oder gar Kleinkind hättet ihr in der unwirtlichen Welt freilich keine großen Überlebenschancen. Deswegen durchlebt ihr eure Kindertage noch im oben genannten Schutzbunker. Dieser Gameplay-Abschnitt dient dabei nicht nur als Tutorial, dahinter versteckt sich auch ein Teil des komplexen Charakter-Editors. Dieser war aufgrund der Unmengen an Statistikwerten und Fähigkeiten schon in Oblivion eine Wissenschaft für sich, wird diesmal aber so geschickt hinter einem spielbaren Abschnitt versteckt, dass sich eure Spielfigur im wahrsten Sinne des Wortes wie von selbst erstellen lässt.
Zwar müsst ihr immer wieder manuell einige Statuswerte verteilen, euer Charakter wird aber auch durch euer Verhalten geformt. Auf einer Geburtstagsparty steht ihr beispielsweise vor der Wahl, ob ihr einem Freund ein Stück Kuchen gebt, es ihm vorenthaltet, es mit ihm teilt, auf den Kuchen spuckt und ihn dann überreicht oder eine Schlägerei anfangt. Jede Entscheidung wirkt sich anders auf euren Charakter aus. Aber auch im eigentlichen Spiel steht euch die Welt sprichwörtlich offen. So könnt ihr mit einer riesigen Bombe eine ganze Stadt dem Erdboden gleichmachen oder ebenjene Bombe entschärfen und die Stadt retten. Todbringer oder Märtyrer - eure Entscheidung, euer Charakter, eure Welt.
Die Umgebungen sehen extrem detailreich aus und sorgen für beklemmende Endzeitstimmung.
MONSTER UND MUTANTEN
In Fallout 3 ist es natürlich nicht mit Schlägereien unter Knirpsen getan. In der postnuklearen Welt außerhalb des Bunkers lauern neben Tieren und Strauchdieben auch entstellte Mutanten, die die Strahlenauswirkung der Atomexplosion nicht so gut verkraftet haben. Diese nehmt ihr wie in einem Shooter wahlweise aus der Ego- oder Third-Person-Perspektive aufs Korn; wer richtig effektiv kämpfen will, nutzt hingegen das V.A.T.S., das Vault-Tec Assisted Targeting System. Aktiviert ihr diese Zielhilfe, wird das Spielgeschehen eingefroren und die Trefferzonen der sich im Umfeld befindlichen Gegner werden markiert. Verschiedene Prozentangaben
Ein Aktionspunkte-Konto soll verhindern, dass man das V.A.T.S. permanent missbraucht.
machen dabei deutlich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer in der entsprechenden Körperregion ist. So hat man also nicht nur Zeit, sondern auch den totalen Überblick, um seine Angriffe zu planen.
GOLDEN FIFTIES
Fallout 3 geht mit Gewaltdarstellung alles andere als sparsam um. Bei einer Präsentation zeigen die Entwickler, was für ein Blutbad das V.A.T.S. oft nach sich zieht - das wird für die deutsche Veröffentlichung mit Sicherheit noch überarbeitet. Darüber mag man sich ärgern, aber ein schmerzhafter Verlust wäre es letztendlich nicht. Denn erstens hat man sich an den Blutfontänen und herumfliegenden Körperteilen so schnell satt gesehen, dass sie bereits nach einer halben Stunde eher übertrieben und sogar etwas deplatziert wirken. Und zweitens begeistert uns Fallout 3 nicht etwa wegen des hohen Gewaltgrades, sondern wegen seiner unverschämten Komplexität und seines Charmes, der sich aus der Vermischung des postapokalytischen Settings mit augenzwinkernden Anspielungen auf das Amerika der 50er- und 60er-Jahre ergibt. Denn ja, trotz der arg rauen Sitten, die in der Welt von Fallout 3 herrschen, entlockt sie uns auch immer wieder ein breites Grinsen.
DER PIP-BOY
Schon in den ersten beiden Fallout-Spielen gewährte der Pip-Boy, ein kleiner,
Neben Atombomben-Werfern (!) gibt es auch diese Waffe, mit der man Gegner in ihre atomaren Einzelteile auflöst.
handlicher Alleskönner-Computer, Einblick in die verschiedenen Fähigkeiten des Charakters. Diese wiederum werden mit dem Begriff S.P.E.C.I.A.L. umschrieben, eine Abkürzung für die Einzelwerte Strength (Stärke), Perception (Wahrnehmung), Endurance (Ausdauer), Charisma (Charisma), Intelligence (Intelligenz), Agility (Beweglichkeit) und Luck (Glück). Zu Spielbeginn weist ihr jedem dieser Werte eine begrenzte Anzahl von Punkten zu, die sich dann auf die Fähigkeiten des Charakters auswirken. Während des Spiels verteilt ihr gesammelte Erfahrungspunkte weiter auf die Statuswerte. Außerdem dient der Pip-Boy als Inventar, über das ihr auch die aktuelle Ausrüstung anwählt oder Waffen nachladet.