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Fallout 3 (PS3)

Release:
30.10.2008
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Ubisoft

Faszination Endzeit-Stimmung: Das atomare Ende der Welt in Fallout 3 - New Vegas als neue Hoffnung

24.10.2010 17:30 Uhr
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36°
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Was fasziniert uns an Spielen mit Endzeit-Stimmung? Fallout 3 setzt eine post-apokalyptische Welt nach einem Atomkrieg perfekt in Szene. Videogameszone verrät, weshalb uns das atomare Ende der Erde in Fallout 3 so sehr in den Bann zieht. Mit Fallout New Vegas beginnt eine andere Endzeit-Geschichte.

Fallout 3: Das ausradierte Washington D.C. Fallout 3: Das ausradierte Washington D.C. Wie stellen wir uns das Ende der Welt nach einer atomaren Explosion vor? Wir kennen die Bilder nach den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki. Wie eine gesamte Welt in Schutt und Asche aussieht, können wir uns jedoch nicht im Entferntesten ausmalen. Rund um die vollständig zerstörten Städte der Atombomben-Angriffe von 1945 existiert gesellschaftliche Ordnung, welche die totale Anarchie verhindern kann. In der vollständig vernichteten Welt von Fallout 3 gibt es jedoch keinerlei Ordnung.

Die Bilder der Städte zeigen hektargroße, ausradierte Landschaften. Unvorstellbar, dass solch ein Szenario in der Realität auf die gesamte Erde zutreffen könnte. In Videospielen und Filmen wird dieses Thema immer wieder verarbeitet und zeigt oftmals unterschiedliche Seiten einer solchen Zukunftsperspektive. Eines haben diese Werke aber gemeinsam, sie verarbeiten die Bilder der radikalen Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki.

Fallout 3: Verstrahlte Schluchten Fallout 3: Verstrahlte Schluchten Fallout 3 - Authentische aber furchtbare Welt
Wir wissen nicht, wie eine komplett zerbombte Welt aussieht, meinen aber, das Fallout-3-Szenario sei authentisch. Woher wollen wir das wissen? Sieht eine solche Welt wirklich so aus wie in Fallout 3? Kleine rivalisierende Gruppen kämpfen um Macht und Herrschaft. Nur der Stärkere überlebt. Beginnt die Herrschaftsfindung von vorn und entwickelt sich über Diktaturen bis hin zur Demokratie? Solche Entwicklungen werden auch von Fallout 3 offen gelassen. Ein einsamer Vault-Bewohner bricht 200 Jahre nach dem Atomkrieg aus dem sicheren Bunker aus und wandert durch die Welt. Als wir das erste Mal in Fallout 3 die sichere Vault verließen, saßen wir mit offenen Mündern vor dem Bildschirm. Da ist sie also, die schöne neue Welt. Verdichtet werden die Bilder des Fallout 3-Ödlands durch eine atmosphärische Sound-Untermalung. Die stählerne Bruderschaft und die Enklave ringen um die geistige Vorherrschaft in den Köpfen der organisierten Bevölkerung. Städte wie Megaton oder Rivet City halten sich als autarke Festungen im Ödland von Washington D.C. und bieten Schutz vor Raidern und sonstigen Bedrohungen. Das Hauptziel eures Helden in Fallout 3 ist die Reinigung des radioaktiv verseuchten Wassers im Ödland. Dazu soll das sogenannte Project Purity wieder in Gang gesetzt werden. Reines Wasser ist ein knapper Rohstoff in Fallout 3 und somit sehr wertvoll.
Fallout 3: Der einsame Wanderer Fallout 3: Der einsame Wanderer
Fallout 3 - Faszination Apokalypse
Fallout 3: Das Kapitol in Washington D.C. Fallout 3: Das Kapitol in Washington D.C. Während wir durch das Ödland und auch die Hauptstadt Washington D.C. laufen, stellen wir uns immer wieder vor, wie das Gebiet wohl vorher aussah. Wird die Welt nach einer solchen Katastrophe je wieder wie vorher aussehen? Der Drang, Project Purity wieder in Gang zu setzen und einen ersten Schritt für weitreichende Verbesserungen zu leisten, liegt also nahe. Die Darstellung der US-Amerikanischen Hauptstadt in all ihrer Zerstörung lässt uns beim ersten Besuch einen Schauer über den Rücken laufen. Unser Level ist noch nicht so hoch, dass wir gefahrlos drei oder vier Supermutanten gleichzeitig abwehren können. Wir schleichen also an den Verstecken der grünen Monster vorbei und wollen das Kapitol, das Washington Monument und vor allem das Weiße Haus zu Gesicht bekommen. Als wir nach vielen Spielstunden das Gebiet des Weißen Hauses betreten, finden wir lediglich einen großen Einschlagskrater. Später kehren wir im Fallout 3-Zusatzinhalt Broken Steel direkt in die spezielle Regierungs-Metro ein. Diese liegt unter dem Weißen Haus. Wir können jetzt durch eine Tür den Einschlagskrater "besichtigen". Nicht ohne Strahlenschutzanzug, versteht sich. Das Bild der Stadt Washington ist atemberaubend, verstörend und wundervoll apokalyptisch. Wir mögen das Szenario, weil es so weit weg ist und weil wir mit unserem Helden der zerstörten Welt trotzen. Wir haben in Fallout 3 die Chance zu überleben. Das gibt uns Hoffnung und lässt uns die Apokalypse genießen.

Fallout 3: Die 'Fat Man'-Waffe wurde nach der Atombombe in Nagasaki benannt. Fallout 3: Die "Fat Man"-Waffe wurde nach der Atombombe in Nagasaki benannt. Oasis - Das Grün der verstrahlten Wüste
Eine der seltenen optischen Veränderungen bietet Oasis, eine Nebenquest von Fallout 3. In einem vom Ödland abgeschotteten Waldgebiet finden wir einen satten, grünen Wald. Die Bewohner versuchen diesen Ort geheim zu halten, um von Raidern und Söldnern in Ruhe gelassen zu werden. Als wir dieses Gebiet zum ersten Mal begehen, kommen wir uns wie in einem Zelda-Spiel vor. Der Wunsch, das Grün von Oasis in das gesamte Ödland zu tragen, erwacht. Wir fragen uns: Kann man das Aussehen der Spielwelt nach diesem Quest verändern? Die Antwort ist leider enttäuschend: Auch wenn wir die Wurzeln des Baum-Mutanten aus Oasis verstärken, statt zu zerstören, sprießt das Grün nicht in das umgebende Ödland. Die Hoffnung auf Besserung bleibt trotzdem erhalten. Wir machen uns nach dem Quest in Oasis auf den Weg, um Project Purity endlich in Gang zu setzen. Vielleicht schafft frisches Wasser die Wende hin zu einer grünen Spielwelt.
Fallout 3: Project Purity in Aktion. Fallout 3: Project Purity in Aktion.
Enttäuschendes Ende in Fallout 3
Das abrupte Ende des Spiels hat uns leider enttäuscht. Eine Zusammenfassung unserer Taten in simplen Bildern reflektiert unsere Rolle in der Post-Apokalypse von Fallout 3. Die Enklave wurde besiegt und Project Purity spuckt wieder frisches und gereinigtes Wasser aus. Mehr als "Krieg, Krieg bleibt immer gleich." erfahren wir zum Ende des Hauptspiels jedoch nicht. Um Project Purity in Aktion zu erleben, benötigen wird das Fallout 3-Add-On Broken Steel. Dieses muss allerdings vor der letzten Hauptmission von Fallout 3 installiert werden. Als wir das erste Mal nach dem Sturm auf Project Purity erwachen, wollen wir das Teil in Aktion erleben. Sehen wir jetzt endlich grüne Wiesen in den Uferbereichen des Ödlandes? Auch hier lautet die Antwort: Nein. Project Purity reinigt das Wasser. Aber nur wenige Meter flussaufwärts finden wir wieder strahlenverseuchte Brühe. In einer der folgenden Missionen verteilen wir gereinigtes Wasser im gesamten Ödland, schöpfen aber keine Hoffnung auf ein gesundes Ödland. Schuld an dem bitteren Beigeschmack ist offenbar der Atomkrieg selbst. Unser Videospiel-Gen verdonnert uns dazu, der weltrettende Held zu sein. In der Vorstellung einer atomaren Apokalypse sind aber keine Helden zugelassen. Nur Verstrahlung, Tod und Anarchie. Es braucht mehr als einen einsamen Wanderer, um die Welt von solch einer Katastrophe zu retten. Fallout 3 beschreibt lediglich die entfernte Geschichte eines Einzelnen nach einem Atomschlag. Diese ist für uns nicht fassbar und viel zu weit entfernt. Noch viel weiter entfernt ist allerdings die komplette Genesung der verseuchten Fallout 3-Welt.

Fallout New Vegas - Bunte Lichter in der Stadt der Sünde. Fallout New Vegas - Bunte Lichter in der Stadt der Sünde.
Fallout New Vegas - Glücksspiel gibt es in Las Vegas natürlich auch. Fallout New Vegas - Glücksspiel gibt es in Las Vegas natürlich auch. Fallout New Vegas – Die freundliche Apokalypse
In Las Vegas ist die Welt indes noch in Ordnung. Im Gegensatz zu Washington D.C. in Fallout 3 fielen in Fallout New Vegas keine Bomben. Die Stromversorgung der Stadt ist in Ordnung und verhilft der Stadt der Sünde zu blühendem Leben. Es existieren trotzdem ausradierte Landschaften, der Himmel jedoch erstrahlt in frischen Blau. Es geht um Hoffnung, um Zivilisation und eine neue Weltordnung. Während in Fallout 3 der einsame Wanderer sich umherstreunenden Raider-Banden ausgesetzt sah, spielt der Hauptcharakter in New Vegas eine neue Rolle. Angeschossen wird er von Banditen zurückgelassen und sinnt nach Rache. Durch die höhere Anzahl an Fraktionen legt Entwickler Obsidian den Fokus eher auf Interaktion in dieser Welt. Es geht nicht mehr vorrangig darum, die zerstörte Welt kennenzulernen, sondern in ihr zu leben. Wie auch in Fallout 3 herrscht keine demokratische Ordnung. Las Vegas präsentiert sich in Fallout New Vegas als Festung, die von mächtigen Bossen in diktatorischer und korrupter Art und Weise geführt wird. Ihren Bürgern verleiht die Stadt Sicherheit. Faszinierend hingegen ist die andere Sicht auf die völlig entstellte Welt.

Fallout New Vegas - Blauer Himmel in einer Welt voller Anarchie. Fallout New Vegas - Blauer Himmel in einer Welt voller Anarchie. Fallout New Vegas – "Das Leben findet immer einen Weg"
Das Zitat in der Überschrift stammt aus…? Genau! Jurassic Park. Und auch in Fallout New Vegas merkt man diesen Fortschritt. Die Menschheit hat sich eben arrangiert und betreibt in Las Vegas eine funktionierende Stadt. Rivalisierende Banden haben sich organisiert und ziehen nicht mehr wahllos als Raider umher. Der Spieler gerät inmitten dieser Gruppen und muss sich entscheiden. Es gibt drei Hauptgruppierungen, demzufolge auch drei Wege, die ein unterschiedliches Ende des Spiels bereithalten. Aufgrund der mächtigen Zerstörung der US-amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. in Fallout 3 wird es New Vegas aber schwer haben, für offene Münder zu sorgen. Ein Pluspunkt des neuen Fallout-Abenteuers in Sin City ist allerdings, dass man trotz alter Grafikengine nicht das Gefühl hat, alles schon einmal gesehen zu haben. Fallout New Vegas bietet eine neue Fantasie-Welt nach der Apokalypse. Der Spieler sucht nach Rache, anstatt die zerstörte Welt zu retten. Beeindruckende Bilder der Welt hält Fallout New Vegas trotzdem bereit.

Fallout 3-Trivia - Interessante Fakten zum Rollenspiel:

- Der Mini-Atombombenwerfer in Fallout 3 heißt "Fat Man". Den gleichen Namen trug die Bombe, die über Nagasaki abgeworfen wurde.

- Dogmeat heißt der Hund, den ihr auf einem Schrottplatz in Fallout 3 findet. Dogmeat heißt auch Mel Gibsons-Hund im Film "Mad Max".

- In den Höhlen von Little Lamplight gibt es einen Bürgermeister namens RJ McCready. Eine versteckter Hinweis auf den Hauptcharakter des John Carpenter-Films "The Thing" (1982).

- Der Nebenquest "Formicula!" ist eine Hommage an den Film "Them!" von 1954.

- Das Fallout 3-Intro samt "Krieg, Krieg bleibt immer gleich" ist an das Intro von Fallout 1(mehr zur Fallout-Serie in unserer Fallout-Historie) angelegt.

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Redakteur
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24.10.2010 17:30 Uhr
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Bewertung: 0
25.10.2010 22:36 Uhr
Super Special, bitte mehr davon....
ndz
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
13.02.2010 12:00 Uhr
Schönes Special! 
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
13.02.2010 06:44 Uhr
Sehr cooles und vor allem lesenswertes Special zu einem meiner absoluten Lieblingsspiele!!!
Ja, melancholisch ist es auf jeden Fall ein wenig. Sind ja auch innerhalb des Missionen einige schon fast traurige Geschichten einzelner NPC´s dabei aber das macht das ganze irgendwie "menschlicher".
Das Ende kam mir auch etwas zu abrupt aber gut, da ich mit den ganzen Quests schon so viel Story gehört und/oder gelesen hatte, war mir das relativ brause.

In jedem Fall: Tolles Special. Danke Maik!! 
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
12.02.2010 13:09 Uhr
fallout ist eines der besten rollenspiele der geschichte! punkt! bitte mehr von solchen specials.
lg
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
12.02.2010 11:44 Uhr
Fallout 3 war mMn handwerklich besser als Oblivion, machte mir aber dennoch weniger Spaß.
Habe ab und an einen Hang zur Melancholie und da kann Fallout einen schon ganz schön hineinstürzen.
Das Ende fand ich eigentlich ganz gut soweit, nicht so überpathetisch wie bei anderen Spielen oder Filmen etc.

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