Fable 3: Vom Rollenspiel zum Action-Adventure: Peter Molyneux über das Design von Fable 3
Peter Molyneux referiert auf der GDC 2010 über Fable 3. Bislang ist nur eine Xbox 360-Version sicher.
Eigentlich sollte Fable sich an alle Spieler richten, die noch wenig mit Rollenspielen zu tun gehabt haben, doch: "Über 60 Prozent aller Fable-Spieler hat weniger als 50 Prozent aller Funktionen kapiert", offenbart Lionhead-Chef Peter Molyneux. "Über die Hälfte haben kein einziges Mal Magie eingesetzt und beim Aufleveln einfach nur alle Fertigkeitspunkte in die erste angezeigte Fähigkeit gepackt." Was tun? In Fable 3 die Bedienoberfläche vereinfachen, etwa die Lebensanzeige entfernen und durch Schwarzweiß-Einfärben des Bildschirms ersetzen.
Komm gib mir deine Hand!
Peter Molyneux und Josh Atkins sprechen über die Entwicklung von Fable 3. (Photo courtesy of the Game Developers Conference, Photographer Vincent Diamante)
Emotionale Komponenten wie der Hund in Fable 2 kamen hervorragend an - deshalb gibt es jetzt die "Berühren"-Funktion, mit der wie im Konsolen-Rollenspiel ICO der Held so gut wie jede Person an die Hand nehmen und ihr dadurch voraus gehen, folgen, mit ihr spazieren gehen oder sie gegen ihren Willen ziehen kann. Mit Türen, Kisten und anderen Gegenständen klappt das ganz ähnlich. Peter Molyneux' Kollege Josh Atkins führt das System anhand zweier Beispiele vor. Wir nehmen unsere Tochter an der Hand und gehen mit ihr durch die Stadt. Auf dem Weg in ein Wirtshaus lässt sie los und sagt vorwurfsvoll: "Papa, das ist die Kneipe, du hast Mama doch versprochen, da nie mehr hinzugehen." Ein Mann, den wir bei der Hand nehmen, sträubt sich gewaltig dagegen, in einer Fabrik abgeliefert zu werden, um dort Zwangsarbeit leisten zu müssen.
Folge mir nach!
Fable 3 (7)
Rollenspieltypische Erfahrungspunkte gibt es nicht mehr. Stattdessen bekommt der Held mehr Nachfolger: "Das ist eine Währung, die in allen Bereichen des Spiels zum Einsatz kommt ", erklärt Peter Molyneux. "Heiratet ihr zum Beispiel die Tochter des Bürgermeisters, bekommt ihr automatisch mehr Nachfolger." Außerdem soll der Spieler schon nach der Hälfte des Spiels König sein und merkt dann, dass es unmöglich ist, alle Versprechen, die er seinen Untertanen zuvor gegeben hat, einzuhalten. Auch Menüs mit über 300 Kleidungsstücken fehlen in Fable 3: Stattdessen führt ein Butler, gesprochen von John Cleese, den Helden durch eine Art begehbaren Kleiderschrank. Die Landkarte kommt jetzt mit einer Lupe, die einen Blick auf jeden Winkel der Spielwelt erlaubt - auch auf dem neuen Kontinent Aurora.
Große Feinde, große Waffen
Fable 3 (8)
Auch in den Kämpfen wird sich einiges ändern: Jede Waffe verändert sich jetzt abhängig davon, gegen wen der Held kämpft, wie groß er ist und wie viele Monster er schon besiegt hat. Auch die Gegnerart und dessen Aussehen beeinflussen das Aussehen der Waffe, genauso wie die Tatsache, ob der Feind schuldig oder unschuldig ist. Nach besonders erfolgreich-mächtigen Angriffen erscheinen Flügel am Rücken des Helden, deren Größe einmal mehr von der Anzahl der Nachfolger abhängt. Alles in allem spannende Änderungen, die zeigen, dass selbst erfahrene Entwickler wie Peter Molyneux keine Angst davor haben, an sich gute Spielsysteme über Bord zu werfen.
Weitere Bilder aus Fable 3:
Dann will ich aber nicht wissen was für Leute dieses Spiel grösstenteils gekauft haben. Aber vielleicht soll das ja nur heissen, dass diese 60 Prozent all jene sind, die eingesehen haben dass über 50 Prozent der…