FIFA 11 im Test für PS3 und Xbox 360: Positives, Negatives und die Wertung

Test Sascha Lohmüller

Im Test zu FIFA 11 für PS3 und Xbox 360 lest ihr, dass FIFA in diesem Jahr endgültig an PES vorbeigezogen ist. Bereits in den letzten beiden Jahren holte Electronic Arts' Fußballreihe mächtig auf und setzte Konamis Vorzeigetitel unter Druck.

Der Umfang
Wem Freundschafts-Spiele und nachspielbare Turniere und Ligen zu langweilig sind, der stürzt sich in den Karriere-Modus. Der ist im Grunde nichts anderes als die beiden bereits bekannten Modi Be-A-Pro und Manager. Ihr startet eine 15-jährige Karriere, wahlweise rollenspielähnlich als einzelner Kicker, den ihr immer weiter verbessert, oder als Manager, der sich um alle Belange eines Vereins kümmert, beispielsweise die Transfers. Neu in diesem Jahr: Ihr könnt auch als Spielertrainer arbeiten, also quasi beide Modi zusammen spielen. Vor jedem Spiel habt ihr dann die Wahl, ob ihr nur euren Pro oder die ganze Mannschaft steuern wollt - eine wunderbare Idee. Und als wäre das nicht genug, steuert ihr nun auch wahlweise als Pro einen Torhüter. Das funktioniert auch erstaunlich gut und macht wirklich Spaß, man muss sich allerdings an zwei Dinge gewöhnen. Erstens: Greift euer Gegner nicht an, steht ihr womöglich ein ganzes Spiel untätig rum - wie in der Realität eben. Zweitens: Läuft ein Lionel Messi allein auf euch zu, habt ihr nur mit viel Glück eine Chance. Ganz egal, wie gut ihr seid.

Die Atmosphäre
Fangesänge, Stadionsprecher und aufbrandender Jubel sorgen für eine wirklich stimmungsvolle Stadionatmosphäre. Lediglich grafisch sehen die Ränge etwas steril aus. Nichtsdestotrotz vermittelt FIFA 11 das Gefühl, mitten im Stadion zu sitzen und ein Fußballspiel anzuschauen. Für das nächste Jahr wünschen wir uns übrigens eingeblendete, feiernde Fans, so wie es sie im offiziellen WM-Spiel schon gab. Rätselhaft, dass dieses Feature nicht übernommen wurde.

Das gefiel uns nicht an FIFA 11:

Die Stadien wirken zwar lebhafter als noch beim Vorgänger FIFA 10, im Vergleich zum WM-Spiel fällt die Atmosphäre jedoch qualitativ meilenweit ab. Quelle: Electronic Arts Die Stadien wirken zwar lebhafter als noch beim Vorgänger FIFA 10, im Vergleich zum WM-Spiel fällt die Atmosphäre jedoch qualitativ meilenweit ab. Die Grafik
Jawohl, die Grafik darf zwiespältig betrachtet werden. Dies liegt vor allem an den Spielergesichtern. Diejenigen Kicker, die mit Originalgesichtern ausgestattet wurden, sehen hervorragend aus. Leider ist dies die Ausnahme, ein Großteil der Fußballer sieht den realen Vorbildern höchstens entfernt ähnlich. Das ist bei unbekannteren Ligen oder den "kleineren" Vereinen der Bundesliga vielleicht noch verständlich, wenn aber Nationalspieler wie Arne Friedrich oder Thomas Müller wie irgendwelche 08/15-Kicker aussehen, drückt das auf die Stimmung. Zumal zumindest unsere WM-Teilnehmer im WM-Spiel schon deutlich besser aussahen als jetzt in FIFA 11 - seltsam.

Der deutsche Kommentar
Es muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden, denn es ist seit Jahren dasselbe. Egal ob FIFA oder PES, der deutsche Kommentar ist unpassend, unmotiviert und langweilig. Daran ändert auch die Tatsache, dass der Kommentar in diesem Jahr mit Manni Breuckmann und Frank Buschmann neu aufgenommen wurde, nichts. Die Soundschnipsel der beiden Neuzugänge sind qualitativ zwar ein wenig besser als vorher, aber es ist eine ähnliche Verbesserung wie von offener Schien- und Wadenbeinbruch zu Kreuzbandriss. Entweder ihr seid schmerzresistent, schaltet den Kommentar ganz ab oder - und das empfehlen wir - wechselt auf die wirklich guten englischen Sprecher.

Bildergalerie

Wertung zu FIFA 11 (PS3)

Wertung:

90 /10
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