FIFA 09 für PlayStation 3 im Test
Endlich rollt das Leder wieder über den Rasen, die Bundesliga und die Champions League haben begonnen und natürlich erscheint zum Saisonstart eine der beiden großen Fußballsimulationen für die PS3. Zunächst einmal muss man sagen, dass die Entwickler das eine Jahr genutzt haben. Da man die alte Grafik-Engine benutzt, blieb viel Zeit um sich die Kritiken der Fans zu Herzen zu nehmen, etliche Mängel auszubügeln und an vielen Details zu arbeiten.
Es fällt vor allem auf, dass man dem Zocker unglaublich viele Freiheiten gegeben hat. Bei nahezu allen Optionen hat man freie Hand. Beispielsweise kann man nicht nur Kameraperspektiven wechseln, sondern auch noch einstellen, wie weit die Kamera entfernt sein soll. Obendrein gibt es jede Menge Schuss- und Passunterstützungen, die man stufenweise ein- und ausschalten kann. Wer gerne alles selbst macht oder nur ein bisschen Hilfe möchte, findet in diesem Menü die passende Einstellung. Genauso wurde ein umfangreiches Taktikmenü eingebaut, wobei die verschiedenen Optionen auf mehrere Ober- und Untergruppen verteilt wurden. Dabei gibt man vor, wie die Mannschaft einen Spielzug aufbauen soll, wie man Chancen herausspielt und wie verteidigt wird.
VERBESSERTES GAMEPLAY
Auch beim Gameplay hat sich einiges getan, denn die Ballphysik wurde nicht nur verbessert, der Ball wird nun als eingeständiges Objekt behandelt, anstatt an die Animation der Spieler gebunden zu sein. Und dieses Konzept geht unglaublich gut auf, denn man sieht doch ab und an einen ungenauen Pass, den der Mitspieler dann nicht richtig annehmen und den Ball nur grob in eine Richtung schieben kann. Oftmals ist dieser Akteur dann gezwungen einen Richtungswechsel zu unternehmen, um den Ball halten zu können, oder der Gegner kommt in Ballbesitz. Inzwischen gibt es außerdem Schussbalken für jegliche Art von Schüssen und Pässen - selbst Kurzpässe und tödliche Pässe.
Am Anfang erfordert es ein wenig Übung, denn der Schussbalken lässt sich nur einmal aufladen. Sobald man die Taste loslässt ist der Balken gesperrt und man kann keine Korrekturen mehr vornehmen. Wenn man sich jedoch daran gewöhnt hat, lassen sich damit erstaunlich gute und genaue Spielzüge ausführen. Das Spielgeschehen fühlt sich dadurch wirklich unglaublich authentisch an. Um diesen neuen Freiheiten entgegen zu wirken, hat man auch die KI überholt. Die Angreifer des gegnerischen Teams spielen Pressing und setzen eure Abwehrspieler schon beim Aufbau unter Druck, die Mittelfeldspieler machen die Räume eng und man muss sich mit schnellen Pässen nach vorne durcharbeiten. Außerdem hat man die Animationen der einzelnen Spieler noch einmal aufgewertet. Es sind nicht nur einige neue dazugekommen, sondern man hat auch zusätzliche Animationsphasen eingebaut, wodurch die Bewegungen der virtuellen Sportler noch weicher dargestellt werden. Neuerdings zeigen die Mitspieler durch winken an, dass sie den Ball haben wollen oder informieren euch bei Angriffen per Handzeichen, wo ihr den Ball hinspielen sollt.
NEUE UND ALTE SPIELMODI
Die bewährten Spielmodi sind auch wieder dabei, wobei der Be a Pro Modus klar im Mittelpunkt steht. Hier steuert man nur einen einzigen Spieler und muss je nach Position seine Aufgaben erfüllen und dem Team damit zum Sieg verhelfen. Dabei kann man sich eine eigene Figur mit dem umfangreichen Editor erstellen, oder man wählt einfach einen der bereits vorhandenen Stars aus. Für jede Partie bekommt man unterschiedliche Ziele vorgegeben: etwa ein Tor erzielen, oder die gegnerische Mannschaft mit zwei Toren Unterschied zu schlagen. Der einzige Nachteil dabei ist, dass dieser Solokarrieremodus schon nach vier absolvierten Spielzeiten beendet ist.
Dafür gibt es im Internet jede Menge neue Optionen. Man darf für Fifa 09 Clubs gründen und dort bis zu 50 Onlinezocker aufnehmen. Diese Clubs spielen dann gegeneinander, aber nicht etwa Eins gegen Eins, sondern Zehn gegen Zehn. Mit der Testversion konnten wir diesen Online-Modus leider noch nicht ausprobieren, allerdings hat diese Sache großes Potenzial. Die Ergebnisse werden in Punkte umgewandelt, die dann in eine Onlinetabelle eingerechnet werden. Was Präsentation, Grafik und Lizenzen betrifft, hatte FIFA schon immer die Nase vorn. Allerdings hat die Serie dieses Jahr auch im spielerischen Bereich einen gewaltigen Sprung gemacht.