Enemy Territory: Quake Wars
Ein Sprichwort sagt: "Wenn du willst, dass etwas richtig gemacht wird, dann mach es selbst." Das glatte Gegenteil trifft auf den Team-Shooter Enemy Territory: Quake Wars zu, der PC-Spieler seit über einem Jahr in Clans zusammenschweißt, denn ohne Teamwork geht in dem Titel gar nichts. Einzelspieler treten gegen Bots an. Ab diesem Sommer sollen auch die Konsolenspieler stroggifiziert werden.
Dem Balancing zuliebe halten auch gewaltige Mech-Einheiten nicht sonderlich viel aus.
Strogg, so heißen die Außerirdischen, die im Quake-Universum auf der Erde landen, um sich Rohstoffe und Nahrung zu krallen. Menschliche Gliedmaßen und Organe dienen den Cyborgs als Ersatzteillager. Die Erdlinge vereinen daraufhin ihre Kräfte in der GDF (Global Defense Force) und halten im Jahr 2065 mit weiterentwickelten konventionellen Waffen gegen die Energiewaffen der Invasoren.
Balanceakt
Großen Wert legen die Entwickler auf das Balancing. So besitzt keine Seite übermächtige Einheiten oder Waffen. Sogar gut gepanzerte Flugvehikel oder Kampfläufer lassen sich in der Regel durch wenige, gut platzierte Raketentreffer ausschalten.
Bevor ihr euch jedoch als Pilot, am Geschütz oder als Bodensoldat in den Kampf stürzt, müsst ihr euch für eine von fünf Charakterklassen entscheiden. Soldaten ballern mit diversen Gewehren oder einem Raketenwerfer. Feldagenten versorgen die Kameraden mit Munition oder bauen und bedienen unter anderem ein Artilleriegeschütz oder eine mobile Raketenabschuss-Station.
Sanitäter verarzten nicht nur Verletzte oder beleben gefallene Soldaten mit
Teamplay ist Trumpf: Ein Strogg gibt einem Mechaniker Rückendeckung, während dieser einen schweren Desecrator-Panzer repariert.
dem Defibrillator wieder, sondern sie zerstören auch die mobilen Spawnpunkte der Strogg. Techniker bauen alle Fahrzeuge und Geschütztürme vor Ort und reparieren diese oder sie legen Minen. Der Geheimagent dringt unerkannt in die feindliche Basis ein oder hackt sich in die Geschütztürme der Widersacher. Die Charakterklassen aufseiten der Strogg entsprechen in den meisten Punkten den menschlichen. Wehrlos ist übrigens keine der Unterstützungsklassen, denn das Sturmgewehr zählt zur Standardausrüstung.
Von Gletschern über Vulkane bis hin zu Inseln bieten die Karten eine Menge Abwechslung.
Fasnacht in Quake Wars
Der Geheimagent zeigt am besten, wie unterschiedlich ein Spieler eine Klasse nutzen kann. Bevorzugt der Spieler den Kampf aus der Distanz, kann er mit dem Agenten ein Radar bauen, woraufhin Gegner in einem gewissen Radius für die Kollegen sichtbar werden. Dann legt er sich mit dem Scharfschützengewehr auf die Lauer und unterstützt den Angriff aus dem Hintergrund. Er kann sich aber auch verkleiden und Feinde von hinten meucheln.
Eine Besonderheit von Quake Wars sind die Missionen, die auf zwölf Karten und vier Kampagnen verteilt sind. Jede Mission beinhaltet Nebenmissionen, die dazu dienen, den Charakter mit Upgrades aufzuwerten. Der Techniker erhält auf diese Weise etwa fliegende Reparaturdrohnen. Nach einer Partie sind diese Upgrades allerdings futsch. Lediglich Medaillen bleiben auf Dauer erhalten.
Die PC-Kollegen rüffelten an dem Spiel den relativ schweren Einstieg, der jedoch nach einiger Einarbeitungszeit dank der rasanten Action und den komplexen Aufgaben mehr als ausgeglichen wird. Hoffentlich sorgt der Kampf zwischen den Strogg und der GDF ab diesem Sommer auch auf der Xbox 360-Konsole für monatelange Langzeitmotivation.
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