Dishonored im Test für PS3 und Xbox 360: Kurz vor der Veröffentlichung des neuen Action-Abenteuers von Bethesdas verraten wir euch, wie gut Dishonored schließlich geworden ist. Gelingt den Entwicklern von Dark Messiah of Might and Magic endlich der Durchbruch? Die Antworten gibt es im Test zu Dishonored.
Dishonored im Test: Das hat uns nicht gefallen
Technisch schwache Optik
Manche Oberflächen im Spiel fallen extrem detailarm und grob aus, die Animationen sind nicht immer auf dem neuesten Stand. Die Xbox-360-Version zieht hier eindeutig den Kürzeren gegen die deutlich schönere PC-Fassung und wirkt zudem seltsam überbeleuchtet. Auf der PS3 sieht Dishonored dagegen eine Ecke besser aus als auf der Microsoft-Konsole. Trotzdem gefällt uns die Optik von Dishonored sehr gut. Das liegt am ungewöhnlichen Mix aus Pastellfarben, überzeichneten Körperproportionen und starken Kontrasten. So fehlt nur noch ein prächtiger Rahmen um den Bildschirmrand, damit das Spielgeschehen aussieht wie ein Gemälde in Bewegung. Wir finden: Das ist eine wohltuende Abwechslung zum ultrarealistischen Look vieler aktueller Spiele und macht die technischen Schwächen der verwendeten Unreal-Engine 3 wieder wett!
Nebenfiguren bleiben blass
Quelle: Bethesda
Für Probleme sorgen die Dialoge mit anderen Figuren.
Der Plot, der als Rachegeschichte beginnt und sich nach einer überraschenden Wendung in der Mitte zu einem Lehrstück über den korrumpierenden Einfluss politischer Macht entwickelt, überzeugt mit solider Erzählkunst. Für Probleme sorgen aber die Dialoge mit anderen Figuren. In denen hat Corvo nämlich nur ganz rudimentäre Antwortoptionen, wodurch sein Charakter stets ein unbeschriebenes Blatt bleibt. Eine Portion mehr Charme und Persönlichkeit könnten auch die KI-Figuren vertragen, die Corvo zwischen den Missionen im Hauptquartier der kaisertreuen Rebellion trifft. Charaktere wie der Erfinder Piero wachsen einem nicht so sehr ans Herz, wie das möglich wäre. Die schwache emotionale Bindung erweist sich später als Hindernis für den Spielgenuss: Statt Mitleid für Corvos Mitstreiter zu empfinden, reagiert der Spieler nur mit einem Schulterzucken auf ihr Schicksal. Das geht besser!
Minimale KI-Aussetzer
Lediglich in Ausnahmefällen leistet sich die KI Schnitzer. So gelang es uns im Test etwa, ungesehen um eine Ecke zu spähen und mehrere Soldaten mit Betäubungspfeilen schlafen zu schicken, ohne dass diese unsere Position erahnten. Ähnliches passierte, als wir eine der tödlichen Blitzbarrieren in manchen Levels mit einem gefundenen Werkzeug umpolten, sodass die elektrische Ladung Corvos Gegner grillte statt ihn selbst. Danach dauerte es erst einmal ein paar Sekunden, bis die Soldaten nicht mehr gedankenlos im Gänsemarsch in die Lichtschranke spazierten, um sich in Asche aufzulösen, sondern sich intelligent einen anderen Weg suchten. Gerade im Vergleich mit so manch anderen Pappkameraden der Marke Call of Duty-Gegner gehen die Fähigkeiten der KI jedoch völlig in Ordnung.
Teilweise unpräzise Gamepad-Steuerung
Grundsätzlich ist die Bedienung von Dishonored gut und simpel. Eine der wichtigsten von Corvos Fähigkeiten, der Teleport, hat allerdings mit Steuerunsproblemen zu kämpfen. So fiel es uns im Test sehr schwer, die Markierung für den Teleport an die gewünschte Stelle zu setzen, was für einige nervige Abrutscher sorgte, etwa wenn Corvo einem Gegner auf den Kopf sprang anstatt auf einem Rohr über ihm zu materialisieren. Immerhin: Die Fähigkeitsauswahl per Kreismenü funktioniert problemlos und alle Bildschirmanzeigen lassen sich einzeln an- und ausschalten. So ist es möglich, das Spiel komplett ohne Interface-Elemente, Zielmarker und Hervorhebungen für aufzunehmende Objekte zu spielen. Prima!
