Die Analyse: Steht Rare vor der Schließung? *Update*
Oh weia: Vor zehn Jahren war Rareware für Nintendo-Fans noch das Entwicklerstudio Nummer 1, wenn es kunterbunte Rennspiele, perfekt durchdachte Ego-Shooter und sauber spielbare Actionspiele ging. Doch die Zeiten ändern sich: Rare gehört längst zu Microsoft und hat sich in letzter Zeit ausschließlich auf Minispielsammlungen und die Avatare fokussiert. Gerüchte mehren sich, dass die Mitarbeiter bald auf der Straße sitzen könnten. Wahrheit oder dummes Branchen-Geschwätz? VideoGamesZone.de hat die Situation analyisiert. Ist es wahr, dass Rare am Ende ist?
Bekannt ist, dass namhafte Entwickler, darunter der Art Director Steven Crow und der Concept Artist Ryan Firchau, das Studio verlassen haben. Durch festes Nachwuchs-Personal ersetzt wurde keiner von ihnen. Stattdessen sollen freie Entwickler den Mitarbeiterschwund kompensieren.
VideoGamesZone meint: Dass in der Spielebranche zahlreiche freie Mitarbeiter arbeiten, ist schon längst gängige Praxis. Denn für die Studios ist Flexibilität ein kostbares Gut: Ist ein Projekt fertiggestellt und das nächste noch nicht in Sichtweite, würde ein hoher Stamm an festen Mitarbeitern Unsummen verschlingen. Freie Mitarbeiter können dagegen problemlos (je nach zu bewältigendem Arbeitsaufkommen) eingesetzt werden. Das muss nicht zwingend ein schlechtes Anzeichen sein.
Bekannt ist auch, dass Microsoft-Manager Scott Henson das britische Traditionsstudio auf Kinect-Unterstützung getrimmt hat. Er ließ verlauten, dass das Entwickeln von Kinect-Spielen künftig zur Grundausrichtung von Rare gehört.
VideoGamesZone meint: Dass Rare von Microsoft das Schaffen von Kinect-Games verordnet bekommen hat, könnte sich gleichzeitig als Achillesferse entpuppen. Denn floppt das nächste von Rare entwickelte Kinect-Spiel - oder das Zubehör an sich -, dann könnte früher Schluss mit Rare sein als gedacht.
Christoph Kraus kommentiert:
Einst ware Rareware der Haus- und Hof-Entwickler für Nintendo. Hits wie Donkey Kong Country, Perfect Dark, Banjo-Kazooie, Snake Rattle 'n' Roll und ein gewisser Agenten-Shooter gehen auf das Konto der britischen Spielemacher. Und heute? Jetzt gehört das Studio Microsoft, hat mit Grabbed by the Ghoulies einen echten Flop gelandet und sowieso ist es seltsam-ruhig um Rare geworden. Woran liegt's? Perfect Dark Zero war ein routinierter Shooter, bot aber relativ wenige Alleinstellungsmerkmale. Kameo: Elements of Power war gut, verkaufte sich aber nicht allzu oft. Und Banjo-Kazooie: Schrauber locker sowie Viva Pinata: Trouble in Paradise haben die Fans auch nicht restlos überzeugt. Es lag daher nahe, das Studio zum Schaffen von Kinect-Spielen zu verdonnern (nicht abwertend gemeint!). Jetzt hängt der Fortbestand von Rare allerdings einzig allein an diesem Zubehör ab. Fluch und Segen zugleich!
Jetzt seid ihr dran: Was glaubt ihr, wie es mit Rare weitergeht? Und was war euer letztes Rare-Spiel, das ihr mit Leidenschaft genossen habt?
Rare war die ganze Zeit zum Verkauf…
Das war am Anfang der GameCube-Ära, etwa 4 1/2 Jahre bevor die Wii überhaupt erschienen ist.
Ich denke nicht, dass die Ausrichtung da eine Rolle gespielt hat.
Ich denke eher, dass Nintendo erkannt hat, dass Rare nichtmehr das Rare war, dass es ein paar Jahre zuvor noch…
Umgekehrt! Nintendo hat Rare aufgegeben.
Damals war die strategische Neuausrichtung von Nintendo wohl schon beschlossene Sache.
Wer nur noch beinharte Nintendofans und Casualgamer ansprechen will, hat eben keinen
Bedarf mehr an Games von Rare