Herr der Ringe: Die zwei Türme

Test

Aragorn ist der ausgeglichene Allrounder, der sowohl mit Schwert als auch mit Bogen umgehen kann. Aragorn ist der ausgeglichene Allrounder, der sowohl mit Schwert als auch mit Bogen umgehen kann. Während Der Herr der Ringe: Die zwei Türme bereits über neun Millionen Kinobesucher begeistern konnte, kommt mit ein wenig Verspätung nun die Versoftung des Kino-Megahits. Electronic Arts' Herr der
Ringe-Spiel basiert nicht auf den Büchern von Tolkien, sondern orientiert sich an den ersten beiden Ki-
nofilmen. Anders als Der Herr der Ringe: Die Gefährten von Vivendi Universal, welches nur auf PlayStation 2 und Xbox veröffentlicht wurde, ist das Electronic-Arts-Spiel ein klassisches Hack&Slay-Abenteuer, welches teilweise sehr an den Klassiker Golden Axe erinnert. Ihr schlagt euch mit einem von drei Helden -
Aragorn, Legolas oder Gimli - durch zehn abwechslungsreiche, aus den Filmen bekannte Umgebungen (unterteilt in 16 Levels). Bewaffnet mit Schwert, Bogen oder Axt meuchelt ihr hässliche Orks, Uruk-Hais oder Höhlentrolle. Die Charaktere verfügen, dem Film-Vorbild entsprechend, über individuelle Kampffertigkeiten. Während Legolas bekanntlich ein Meister im Bogenschießen ist und aus der Distanz attackiert, fühlt sich der Zwerg Gimli im Nahkampf am wohlsten. Aragorn ist der ausgeglichene Allrounder. Das Kampfsystem gibt sich keine Blöße: Es gibt drei Grundangriffsarten: schnell und schwach, langsam und stark sowie zu guter Letzt den Fußkick. Die Varianten müssen je nach Gegnerart taktisch geschickt eingesetzt werden. Darüber hinaus kann jeder Charakter besondere Combos oder Fähigkeiten erlangen beziehungsweise steigern.

Bombastische Präsentation
Je nach eurer Leistung im jeweiligen Level, bekommt ihr nach jedem Level Erfahrungspunkte zugesprochen, die ihr für neue Schläge und Fertigkeiten einsetzen könnt. Gerade in den späteren Levels seid ihr ohne einen gut ausgebildeten Charakter aufgeschmissen. Um Erfahrungspunkte zu sammeln, kann man bereits abgeschlossene Levels noch mal besuchen - aber nur mit den Charakteren, die man in dem Level noch nicht gesteuert hat. Im Verlauf des Spiels bereist man viele bekannte Schauplätze. Von der Wetterspitze geht es über die Minen von Moria durch den Fangorn-Wald bis zum bitteren Ende nach Helms Klamm. Verbunden werden die verschiedenen Levels mit zahlreichen Filmszenen, welche aus Original-Kinosequenzen sowie Echtzeit-Videos bestehen. Diese Kombination ist einfach bombastisch, denn die Kinosequenzen werden fließend in die Echtzeit-Grafik übergeblendet. In Kombination mit der Nonstop-Bildschirm-Action sowie der oscarprämierten Original-Musik bietet sich dem Spieler ein unglaublich intensives Spielerlebnis.
Die fantastische Präsentation kann nicht über einige Mängel hinwegtäuschen, welche eine höhere Wertung verhindern. So ist z. B. das Spielprinzip viel zu simpel. Da es keine Rätsel gibt, wird außer Hack & Slay durch linear konstruierte Levels nicht viel geboten. Ein Zweispieler-Modus, wie es ihn bereits damals bei Golden Axe gab, hätte bereits eine deutliche Steigerung des Spielspaßes bewirkt. Und so bombastisch die Präsentation auch sein mag: Das Spiel ist viel zu schnell vorbei. Selbst wenn man Der Herr der Rin-ge: Die zwei Türme komplett mit allen drei Figuren durchspielt, bekommt man den Abspann bereits nach sechs bis acht Stunden zu sehen (auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad). Auch die an sich gute Grafik kann nicht vollends überzeugen. Neben regelmäßigen Ruckeleinlagen ist die Qualität einiger Texturen äußerst bescheiden. So erinnern die unscharfen Gesichter der Charaktere eher an vergangene Nintendo-64-Tage und zeugen nicht gerade von der Power des GameCube. Nichtsdestotrotz ist Der Herr der Ringe: Die zwei Türme ein gutes Spiel, das sich allein aufgrund der genialen Präsentation zu spielen lohnt. Hier hat Electronic Arts ganze Arbeit geleistet. Wer die Filme gemocht hat, kommt bei diesem Videospiel voll auf seine Kosten.

Bildergalerie

Wertung zu Der Herr der Ringe: Die zwei Türme (GC)

Wertung:

83 /10

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