Crysis 2 im Test für PS3 und Xbox 360: Das fanden wir weniger gut

Test Felix Schütz

Crysis 2 im Einzelspieler-Test für PS3 und Xbox 360: Das neue Crysis ist nicht mehr ganz das alte. Wir erklären, warum Cryteks Konsolendebüt zwar nicht perfekt, aber trotzdem großartig ist.

Mäßige Story
Crysis 2 beginnt ebenso dramatisch wie schleppend: Alcatraz und seine Kameraden müssen aus einem sinkenden U-Boot fliehen, die detailreichen Figuren und tollen Effekte gefallen uns sofort. Allerdings sind die ersten Levels spielerisch schwach und die Story erscheint anfangs arg ziellos: Man weiß nicht, warum man in dem Nanosuit steckt oder weshalb man sich durch dutzende Soldatengruppen pflügt. Es dauert dann ein paar Stunden, bis die Handlung in Fahrt kommt. Erst dann tauchen die Aliens als Gegner auf, Nebencharaktere werden eingeführt und Alcatraz erfährt eine schreckliche Wahrheit über sich und über den Nanosuit - Crysis 2 wird ab hier deutlich spannender und besser. Trotzdem gelingt es der Handlung bis zum Schluss nicht, New York als Schauplatz richtig einzusetzen: Obwohl man sich das gesamte Spiel über in der bekannten Stadt aufhält, bekommt man lange Zeit kaum ein Gefühl für die Menschen, die dort lebten - Emotionen sind keine Stärke von Crysis 2. Immerhin: Die Entwickler zaubern dafür von Anfang bis Ende optisch eindrucksvolle und vielfältige Umgebungen auf den Bildschirm, das wird nie langweilig. Ärgerlich sind dann aber die letzten Minuten des Spiels - keine Dramatik, keine Herausforderung, kein Bosskampf! Kämpfen, Schalter drücken, Abspann schauen - mehr ist es leichter nicht.

Eintönige Gegnertypen, keine Bosse
Egal ob Menschen oder Aliens, keine der Parteien bietet viel Abwechslung: Die Menschen bringen es gerade mal auf eine Handvoll Soldatentypen, ein Fahrzeug und einen Helikopter. Nur wenig mehr Auswahl gibt es bei den Aliens: Da wären das flinke Standard-Monster, das kampfstarke Elite-Biest und der Ceph Koloss, ein besonders robuster und dicker Brocken. Außerdem gibt's eine Art Alien-Hubschrauber und - immerhin! - einen großen, cool designten Kampfläufer. Da er die mächtigste Gegnereinheit im ganzen Spiel darstellt, setzt Crytek ihn gleich mehrmals als Miniboss ein. Das wäre auch völlig in Ordnung, wenn es denn noch andere Riesenviecher gäbe. Doch eindrucksvolle Bossgegner sucht man vergebens, selbst im unspektakulären Finale wehrt man nur Standardfeinde ab. Hier liegen die größten Schwächen des Spiels.

Im Vergleich bietet das erste Crysis mit seinen offenen Dschungellevels eben doch deutlich mehr Freiheiten. Im Vergleich bietet das erste Crysis mit seinen offenen Dschungellevels eben doch deutlich mehr Freiheiten. Linearer Levelaufbau
Dieser Punkt ist vor allem für jene Spieler interessant, die schon den PC-Vorgänger kennen! Generell ist es löblich und gut, dass viele Areale in Crysis 2 mehrere Möglichkeiten bieten, sein Ziel zu erreichen. Doch im Vergleich bietet das erste Crysis mit seinen offenen Dschungellevels eben doch deutlich mehr Freiheiten. Crysis 2 ist mit seinen Straßenschluchten und Trümmerlandschaften nicht nur linearer, auch Nebenmissionsziele gibt es nicht mehr. Viele Levelgrenzen sind eng abgesteckt, der Weg durch eingeblendete Ziele klar vorgegeben. Das klingt aber dramatischer, als es ist: Selbst in dieser Form ist das Spiel immer noch offener und taktischer als der Großteil der Shooter-Konkurrenz. Wer eine Korridor-Schießbude vom Schlage eines Call of Duty befürchtet, darf beruhigt sein - so linear ist Crysis 2 bei weitem nicht.

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