Conan
Wenn ihr sterbt, dürft ihr in
der Arena des Gottes Chrom um ein weiteres Leben spielen.
Barbarisches Gemetzel oder durchdachtes Hack & Slay? Nach Knights of the Temple schickt TDK nun sein zweites Actionspektakel in den Kampf: Conan. Als der mutige Krieger nach Jahren in sein Heimatdorf zurückkehrt, wird er von einer Horde fremder Reiter überrascht, die fluchtartig seine Heimat verlassen. Als er das Dorf betritt, sieht er die Folgen einer brutalen Schlacht: Die Häuser sind niedergebrannt, die Vorräte geplündert und die Bewohner wurden im wahrsten Sinne des Wortes hingerichtet. Von Conans Familie hat niemand überlebt. Voller Wut sinnt Conan auf Vergeltung und begibt sich auf einen Rachefeldzug durch das einst idyllische Land Hyboria. Nach dem unglaublich langen und stimmungsvollen Intro übernehmt ihr die Kontrolle über Conan, als er die Reiterschar zum Pass des schwarzen Berges verfolgt.
Dutzende Combos in toller Kulisse
Auf seinem Feldzug laufen Conan allerlei seltsame Kreaturen über den Weg. Weiße Wölfe, überdimensionale Würmer, bösartige Lichtgestalten, Krieger und blutrünstige Eisbären kreuzen im Dutzend euren Weg. Aber was wäre ein Hack & Slay ohne entsprechende Bewaffnung und Combo-Möglichkeiten? Neben einer Axt stehen euch für den Angriff auch ein Schwert und ein tödlicher Morgenstern zur Verfügung. Die integrierten Anriffsmöglichkeiten sind atemberaubend. Über 50 Varianten können im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Für jeden besiegten Gegner erhaltet ihr - wie bei einem Rollenspiel
- Erfahrungspunkte, mit denen ihr die Angriffs-Combos erkaufen könnt. Da jeder Angriff in drei Ausbaustufen verfügbar ist, müssen Hunderte von Gegnern ihr Leben lassen, um alle Möglichkeiten ausschöpfen zu können. Besonders Kämpfe gegen zwei oder drei Gegner erfordern schon einiges an Taktik, um unbeschadet davonzukommen. Jeder Angriff hat spezielle Funktionen: Während der Schwunghieb die Verteidigung durchbricht, richtet sich ein gedrehter Stich gegen den Oberkörper des Angreifers und fügt ihm schweren Schaden zu.
Bei den vielen Kämpfen habt ihr nur selten Gelegenheit, die schönen Landschaften zu betrachten, durch die Conan in seinem Abenteuer stapft. Angefangen von den verschneiten Bergen über die Eishöhlen und die Festung der Geister bis hin zu den Dschungeln von Darfar wird die Fantasy-Atmosphäre eindrucksvoll eingefangen und überzeugt mit zahlreichen netten Details wie etwa lodernden Fackeln, Schneegestöber und ungemütlichem Regen. Unterstützt von fantastischem Sound, welcher durch klassische Stücke und orchestrale Gesänge glänzt, kommt gut die Stimmung jener Welt rüber, die Robert E. Howards in seinen Büchern um Conan beschrieben hat. Zusätzlich verwöhnt die Original-Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger das Ohr des Spielers.
Aber die Technik ...
Conan wäre also ein tolles Fantasy-Spektakel, wenn da nicht die mangelnde techni-sche Umsetzung den Spielspaß etwas mindern würde. Die Entwickler haben das Land Hyboria wirklich toll dargestellt, die Texturen könnten aber detaillierter sein. Die Charaktere wirken etwas zu polygonarm, um zu überzeugen. Zahlreiche Ruckler, kleine Clippingfehler sowie die verbesserungswürdige Kamera dämpfen den Spielspaß zusätzlich. Und trotzdem macht Conan auf Grund der vielen Schlagkombinationen, tollen Atmosphäre und abwechslungsreichen Areale viel Spaß. Action-Freude und Conan-Fans sollten sich den Titel ruhig einmal anschauen.