Alarmstufe Rot 3-Test: Kommt der Witz auf der Playstation 3 rüber?

Test Christian Schlütter

Fast ein halbes Jahr schon spaltet Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3 PC- und Xbox360-Spieler in Liebhaber und Enttäuschte. Jetzt erscheint auch die Playstation-3-Variante des Spiels.

Die sieht zwar besser aus, krankt aber ähnlich wie die Versions-Vettern an schlechtem Missionsdesign und Halbherzigkeit. Die Geschichte ist, wie die früheren PC-Teile der Serie, geprägt von Zeitreise-Problemen: Im Kampf gegen die verhassten Westler sind die Russen kurz vor der Niederlage. Also nutzen sie eine Zeitmaschine, um Albert Einstein aus dem Weg zu räumen, damit er den Alliierten nicht mehr helfen kann. Problem dabei: Die Zeitlinie ist jetzt so verändert, dass mit dem Reich der aufgehenden Sonne ein Gegner entsteht, der ebenfalls an die sowjetischen Pforten klopft. Ihr kommandiert die Streitkräfte einer dieser drei Fraktionen im Krieg um die Erde. Zum Glück spielen sich alle Parteien recht unterschiedlich. Das sorgt für Abwechslung!

Inmitten eines knallbunten Jahrmarkts stellen die Russen einige Einheiten des Reichs der aufgehenden Sonne. Quelle: Quelle: Play 3 / EA Inmitten eines knallbunten Jahrmarkts stellen die Russen einige Einheiten des Reichs der aufgehenden Sonne. Von cool bis peinlich
Um die einzelnen Missionsziele zu erfüllen, baut ihr Gebäude wie Kasernen und Werften, erntet Erz und schickt dann Panzer, Soldaten und Delfine auf den Feind. Delfine? Ja, denn Alarmstufe Rot 3 nimmt sich nicht ganz so ernst, wie viele andere Echtzeit-Strategiespiele. Die Alliierten benutzen Flippers Verwandte als Kampfeinheiten, die Russen setzen Bären ein und die Roboter des Reichs sehen stark wie Transformers-Figuren aus. Das Einheiten-Design bringt Pep ins Spiel. Viele Vehikel haben zudem Sonderfunktionen oder können sich verwandeln. Fast jedes Gebäude dürft Ihr auch im Wasser errichten, was taktische Vielfalt bringt. Zum Spielzeug-Setting passen die Videosequenzen. Darin hampeln Schauspieler wie Tim Curry (Rocky Horror Picture Show) und J.K. Simmons (Burn After Reading) so albern herum, dass es eine wahre Freude wäre - wenn die Drehbuchschreiber auch nur ein paar ordentliche Witze eingebaut hätten. So aber bewegen sich die gespielten Missionsbeschreibungen immer arg am Rande des Fremdschämens.

Per Spezialaktion lasst ihr zum Beispiel Satellitentrümmer aus der Umlaufbahn auf Feindgebäude niederregnen. Diese Superwaffen rocken! Quelle: Quelle: Play 3 / EA Per Spezialaktion lasst ihr zum Beispiel Satellitentrümmer aus der Umlaufbahn auf Feindgebäude niederregnen. Diese Superwaffen rocken! Langweilige Missionen
Größtes Manko aber sind die Aufträge selbst. Immer wieder lauern Standard-Missionen wie "Zerstöre Gebäude X", "Eskortiere M zu Punkt P" oder "Lösche alle Feinde aus". Überraschungen gibt es selten. Gerade die Sowjet-Kampagne plätschert zu geradlinig vor sich hin. Besser ist da schon die Japano-Fraktion, die sich deutlich differenzierter spielt und mit überraschenden Einsätzen aufwartet. Trotzdem stellt sich auf vielen Karten das Gefühl ein, Ähnliches schon einmal gespielt zu haben. Reichlich nervig sind auch die Aussetzer der künstlichen Intelligenz. Während der Computergegner oftmals überhaupt keine Gegenwehr darstellt, bleiben die eigenen Einheiten - gerade Schiffe - immer wieder an Bergen oder Landzungen hängen. Das ist dämlich!

 Das runde Menü lässt sich perfekt mit dem Gamepad steuern und hilft, den Überblick zu behalten. Quelle: Quelle: Play 3 / EA Das runde Menü lässt sich perfekt mit dem Gamepad steuern und hilft, den Überblick zu behalten. Alles im Griff
Gut hinbekommen haben die Entwickler hingegen die Playstation-3-Steuerung. Das System orientiert sich an demjenigen, das Tiberium Wars für die Xbox-360-Variante einführte. Per Knopfdruck öffnet ihr ein kreisrundes Menü, durch das ihr dann mithilfe des linken Sticks navigiert. Darin aufgelistet: Bauoptionen für Gebäude, Fahrzeuge, Soldaten, Flugzeuge und Schiffe sowie Untermenüs für Spezialattacken und Gruppierungen. Wer das witzige Tutorial durchlaufen hat, kommt mit der Gamepadsteuerung flott zurecht. Allerdings funktioniert die Einheitenauswahl an der Konsole weniger genau. Da fehlt einfach der Auswahlrahmen der PC-Maus. So richtig Spaß macht Alarmstufe Rot 3 vor allen Dingen im Mehrspieler-Teil. Habt ihr erst einmal Eure Lieblingsfraktion gefunden und kennt die Vor- und Nachteile der Einheiten, kommen fetzige Schlachten in Gange. Noch dazu lassen sich viele Missionen auch kooperativ lösen. Das macht mit einem computergesteuerten Partner aber wenig Sinn, weil die KI-Generäle dumm wie Stroh sind. Im Team mit anderen Zockern lockt hier aber ein echtes Erlebnis.

Wertung zu Command and Conquer: Alarmstufe Rot 3 (PS3)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Drei witzige Fraktionen, die sich unterschiedlich spielen und coole Einheiten mitbringen.Gute Grafik, tolle Wassereffekte und ein rockiger Soundtrack.Mehrspieler- und Koop-Modus sind
Die künstliche Intelligenz ist mies, die schlechte Wegfindung peinlich.Die Missionen sind oft langweilig undDie Dialoge der Zwischensequenzen
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