Command & Conquer 3: Tiberium Wars
Electronic Arts lädt zum munteren Kommandieren und Erobern auf der Xbox 360 ein.
Das klassische Gefecht: Die Bruderschaft von Nod (im Talkessel) gegen die GDI.
Und schon wieder macht sich ein großer Name aus dem PC-Bereich auf, auch die Xbox 360 zu erobern. Es gibt wohl kaum jemanden, der sich mit Computer- und Videospielen beschäftigt und noch nie etwas von dieser Echtzeit-Strategiespielserie gehört hat. Als der erste Teil 1995 für den PC (und später auch für PlayStation, Sega Saturn und Nintendo 64) rauskam, hat er das Genre revolutioniert. Etwas, das auch in ganz besonderem Maße der Präsentation durch Videosequenzen mit echten Schauspielern zu verdanken war. Selbst Leute, die keine Strategiespiele mochten, zockten drauf los, um zu sehen, welche Schurkerei der Oberbösewicht Kane in der nächsten Zwischensequenz wieder ausheckt.
Zwölf Jahre später ist der Hype um Command & Conquer ungebrochen - zumindest auf dem PC. Denn im Konsolenbereich konnten sich Echtzeit-Strategiespiele nie so richtig durchsetzen. Das liegt ganz besonders daran, dass dies Genre seit jeher speziell auf eine Maussteuerung ausgelegt ist. Und damit kann und will eine Videospielkonsole ja nicht dienen. Bei Electronic Arts hat sich jetzt jedoch nach den Abverkäufen um Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde II gezeigt, dass es unter den Xbox-360-Nutzern durchaus Interesse an Echtzeit-Strategiespielen gibt. Und so gibt es jetzt schon im Mai mit Command & Conquer 3: Tiberium Wars Nachschub für Hobby-Generäle.
Doch laut Electronic Arts soll die Xbox-360-Version keine platte 1:1-Umsetzung von der bereits erhältlichen PC-Fassung sein. Denn abgesehen davon, dass Grafik, Sound und Performance in der Darstellung schon der aktuellen Rechnergeneration überlegen sein sollen, haben sich die Entwickler diesmal extreme Mühe mit der Controller-Steuerung gegeben. Als alte Zweifler wissen wir, dass Entwickler gerne etwas mehr behaupten, als dann letztendlich im fertigen Produkt zu sehen ist. Umso erfreuter waren wir bei einem Besuch im Kölner Hauptquartier von Electronic Arts, als wir sahen, dass man tatsächlich Wort gehalten hat.
In der derzeitigen 360-Vorabfassung präsentiert sich Command & Conquer 3 wirklich einen kleinen Tick flüssiger als auf aktuellen High-End-PCs. Und liefern sich noch so viele Einheiten auf dem Bildschirm hoch aufgelöste Gefechte - von Rucklern keine Spur. Das ärgert sicherlich so manchen PCler, aber wir als Konsoleros genießen endlich mal das Gefühl, bei einer Umsetzung die Nase vorn zu haben. Der Sound erklingt selbstverständlich in Dolby Digital, während sich die Musik jederzeit interaktiv an das Geschehen auf dem Bildschirm anpasst. In der Aufbauphase klimpert es eher gemächlich, doch bei Feindkontakt spontan aufpeitschend.
Aber was ist mit der Steuerung? Mit der steht und fällt ja das Echtzeit-Strategiespielprinzip auf einer Konsole. Auch hier hat man bei Electronic Arts Wort gehalten. Wir durften im Kölner Hauptquartier selber Hand an die spielbare Version legen und waren überrascht, wie leicht und locker die Steuerung ausgefallen ist. Man merkt, dass besonders Chefentwickler Raj Joshi bisher eher für Actiontitel wie Medal of Honor: Rising Sun zuständig war und sehr mit der Denkweise von Konsoleros vertraut ist.