Call of Juarez

Test Thomas Eder

In diesem spaßigen Wildwest-Shooter sind Sie sowohl Jäger als auch Gejagter!

Call of Juarez Nachdem Sie in Activisions GUN bereits in die Rolle eines Revolverhelden schlüpfen durften, schickt Sie Ubisoft jetzt wieder in den Wilden Westen - diesmal allerdings in Form eines Ego-Shooters, der mit einigen interessanten Gameplay-Features bereits im Vorfeld von sich reden machte.

Die spannende Story des Western-Abenteuers ist recht flott erzählt: Nachdem der jugendliche Held Billy von seinem Stiefvater regelmäßig vermöbelt wurde, kehrt er der elterlichen Farm und seinem Heimatdorf namens Hope den Rücken, um in der Fremde sein Glück zu suchen. Als er nach zwei Jahren zu seinem Elternhaus zurückkehrt, macht er eine grausame Entdeckung: sowohl seine Mutter als auch sein verhasster Stiefvater wurden ermordet.

Als ob dies nicht schlimm genug wäre, kommt natürlich genau in diesem Moment Billys Onkel Ray hinzu, der auch noch rein zufällig der Bruder des getöteten Stiefvaters ist. Ray war einst ein gefürchteter Revolverheld, bevor er mehr oder weniger zum Mann Gottes wurde und der Gewalt abschwor. In der Annahme, dass Billy verantwortlich für die Morde sei, begibt er sich im Auftrag des Herrn auf eine tödliche Rache-Mission, um mit seinen beiden Schießprügeln für Recht zu sorgen, indem er Billy ins Jenseits verfrachtet. Es beginnt eine gnadenlose Hetzjagd durch den Wilden Westen, die der Spieler nicht nur aus der Sicht des Helden Billy, sondern auch aus der seines weniger sympathischen und doch etwas durchgeknallten Onkels Ray erlebt. So spielen Sie viele Szenen von Call of Juarez oftmals aus zwei Perspektiven: einmal als Gejagter und das andere Mal als Jäger. Eine interessante Idee, dank der die ohnehin schon kurzweilige Story an zusätzlicher Spannung und das Gameplay an Abwechslung gewinnt! Wann Sie allerdings welchen der beiden inte­ressanten Charaktere spielen, entscheidet stets das Spiel - hierauf hat der Spieler leider keinen Einfluss.

Jeder der Hauptcharaktere verfügt über besondere Stärken und Fähigkeiten, weswegen sich Billy und sein Onkel Ray sehr unterschiedlich spielen. Der charismatische Junge kann hervorragend mit Pfeil und Bogen umgehen, ist ein ausgezeichneter Kletterer, überwindet mit seiner Peitsche Abgründe und schleicht sich lieber lautlos an den Gegnern vorbei statt wie sein Onkel die Waffen sprechen zu lassen. Dabei hilft ihm eine Anzeige, die Sie stets darüber informiert, ob Billy für seine Feinde sichtbar ist. Sein Stiefonkel Ray hingegen ist nicht nur im Umgang mit der Heiligen Schrift erfahren, sondern trotz der langen Pause noch ein gefährlicher Schütze und kann bei Feuergefechten in den Konzentrations-Modus wechseln. Dann verlangsamt sich das Geschehen und Ray kann seine Widersacher recht bequem in Zeitlupe mit Blei voll pumpen. Haben Sie einmal keine Waffe zur Hand, tragen Sie Ihre Streitigkeiten auch mit den Fäusten aus und polieren Andersgesinnten damit die Kauleiste. Zudem haben beide Figuren noch die Fähigkeit Objekte hochzuheben, zu tragen und wieder abzulegen. So kann der nicht ganz so bewegliche Ray oftmals Kisten oder andere Gegenstände schleppen und clever platzieren, um auf einen höheren Vorsprung zu gelangen. Billy muss ebenfalls oft auf diese Fähigkeit zurückgreifen, um etwa mit einem Wassereimer ein Feuer zu löschen oder einen Sattel aus dem Haus eines sehr wachsamen Farmers zu entwenden.

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