Call of Duty: World at War
Eine gezielte Explosion räumt in der Gegend erst mal richtig auf.
Das Jahr 2007 war für viele eines der besten, wenn nicht das beste, seit es Videospiele gibt. Gerade für Xbox-360-Besitzer waren es zwölf Monate voller Highlights: Halo 3, BioShock, Mass Effect oder Call of Duty 4: Modern Warfare sind nur einige der Toptitel, die wir im vergangenen Jahr erleben durften. Gerade Letzteres räumte richtig fett ab: Hohe Wertungen, überragende Verkaufszahlen und seit dem Erscheinen immer auf den ersten Plätzen in der Liste der meistgespielten Titel auf Xbox Live. Alle waren sich einig, mit Modern Warfare lieferte Serienerfinder Infinity Ward das bisher beste Spiel der Reihe ab - und das, obwohl man sich vom bewährten WWII-Szenario verabschiedete (oder vielleicht gerade deswegen?).
Kein Wunder also, dass die Erwartungen für den unvermeidbaren Nachfolger entsprechend hoch sind. Dass es aber nicht unbedingt ein Rückschritt sein muss, wenn sich das Geschehen in Call of Duty: World at War wieder zur Zeit des Zweiten Weltkrieges abspielt, beweist der erste Eindruck, den wir von einigen Demo-Levels bei Entwickler Treyarch bekommen konnten. Die Macher von Call of Duty 2: Big Red One und Call of Duty 3 nutzen die Technik von Teil 4, um eine neue WWII-Erfahrung zu kreieren und laut Studio-Boss Mark Lamia den "bestaussehenden und realistischsten WWII-Shooter überhaupt".
Mittendrin im Grauen
Am Ende geht es wieder in das bekannte Europa, in dem unter anderem Berlin als Kulisse dient.
Damit stecken sich die Kalifornier ein hohes Ziel, denn angesichts des vielfach umgesetzten Settings scheint dieses Vorhaben auf den ersten Blick kaum möglich. Doch Realismus entsteht bei Weltkriegs-Shootern vor allem durch eine dichte Atmosphäre, und die konnte Treyarch noch in jedem Teil der Serie so dicht aufbauen, dass sich die Spieler dem Grauen des Krieges vollkommen ausgeliefert fühlten. Bombastische Soundeffekte und stimmungsvolle Szenarien ließen solch beklemmende Emotionen entstehen, wie es kaum ein anderes Spiel fertig-gebracht hat. Logisch, dass auch das kommende Call of Duty in dieser Disziplin überzeugen will. Dazu zeigt uns Lamia die erste Mission Makin Raid. Diesmal beginnt euer Soldatenleben in den Händen des Feindes. In dessen Rolle schlüpfen diesmal nicht die Nazis, sondern die wahrscheinlich unangenehmeren Gegner der US-Streitkräfte, die Japaner. Erschreckend: In den ersten Minuten wohnt ihr einer verstörenden Folterszene bei, in der einer der japanischen Soldaten euren Kameraden quält. Doch euer Feind kommt nicht weit, der US-Marine schweigt trotz der großen Schmerzen stoisch.
Als die Japaner schließlich die Geduld verlieren, zückt einer von ihnen sein langes Messer und schlitzt ihm kurzerhand die Kehle durch. Nach all dem Horror, den unser Hauptcharakter in seinem Kriegsleben schon gesehen hat, ist dies ein weiterer trauriger Höhepunkt, vielleicht auch sein letzter, denn sicher wird man sich ihn als Nächstes vorknöpfen. Plötzlich peitschen laute Schüsse auf, ein Japaner sackt zusammen, ein amerikanischer Soldat stürmt herbei, befreit euch und hechtet mit euch aus der Hütte und hinein in die nächste Hölle. Mittlerweile mit einer Pistole ausgerüstet, achtet ihr nur darauf, nicht schwer getroffen zu werden. Um euch herum nur Schreie, Entsetzen, Tod. Hütten brennen lichterloh, Menschen werden reihenweise im Kugelhagel niedergestreckt. Schließlich ballert ihr euch durch das Lager, erreicht das Waldstück und das akustische Kriegsinferno entfernt sich immer weiter. Endlich in Sicherheit, so glaubt ihr - doch nur eine Sekunde später bricht das nächste Gewitter los. Japanische Soldaten kommen aus den Erdlöchern und springen von den Bäumen, und schon steht ihr wieder im Kreuzfeuer.