Brothers in Arms: Hell's Highway (X360)

Release:
09.10.2008
Genre:
Action
Publisher:
Ubisoft

Brothers in Arms: Hell's Highway im Test

13.10.2008 14:28 Uhr
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Neu
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Kraut und Holland, diese Begriffe gehören irgendwie zusammen. Bereits im Zweiten Weltkrieg wollten die amerikanischen Befreiungstruppen während der Operation Market in Holland die Krauts in der Pfeife rauchen und scheiterten am erbitterten Widerstand der deutschen Soldaten. Wie schon in den beiden Vorgängern des Taktik-Shooters Brothers in Arms: Hell's Highway versetzt euch Ubisoft in die Haut von Sergeant Matt Baker.
Die Abschnitte, hier auf einem Friedhof, sind eng begrenzt, bieten aber oft mehrere Flankiermöglichkeiten. Die Abschnitte, hier auf einem Friedhof, sind eng begrenzt, bieten aber oft mehrere Flankiermöglichkeiten. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Dieser kämpft mit seinen Männern aus der 101. US-Luftlandedivision in jener verhängnisvollen Operation der Alliierten, in der es darum ging, die Straße von Eindhoven bis nach Grave den deutschen Besatzern zu entreißen, um anschließend mehrere Brücken über den Rhein zu sichern. Diese Straße ging in die Geschichte ein als Hell's Highway.

Dreamteam

In den Panzermissionen werdet ihr kaum gefordert, die Post geht trotzdem ab. In den Panzermissionen werdet ihr kaum gefordert, die Post geht trotzdem ab. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Für die Brothers in Arms-Veteranen unter euch: Hell's Highway spielt sich ein bisschen action- und abwechslungsreicher als etwa noch Road to Hill 30, in dem ihr fast immer gezwungen wart, die Gegnerreihen zu flankieren. Diese Vorgehensweise ist in Hell's Highway zwar auch noch die Regel, wird aber durch das neue Bazooka-Team aufgelockert. Beispiel: In einer Spielszene lässt ein MG-Nest aus einem Kirchturm blaue Bohnen auf euch herabregnen.
Hinter so gut wie jedem Objekt, wie hinter diesem Autowrack, könnt ihr in Deckung gehen. Hinter so gut wie jedem Objekt, wie hinter diesem Autowrack, könnt ihr in Deckung gehen. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Dummerweise befindet sich der Turm außer Reichweite für den Raketenwerfer. Was tut ihr also? Während ihr euch selbst in Deckung befindet, gebt ihr euren Schützenteams - die entweder mit MG oder Sturmgewehren ausgerüstet sind - den Befehl, das MG-Nest mit Kugeln einzudecken. Durch dieses Deckungsfeuer verändert sich der rote Kreis über der feindlichen Stellung in einen grauen. Jetzt ist der Feind eingeschüchtert und feuert erst einmal nicht zurück.
Standardsituation: Aus der Deckung heraus gebt ihr eurem Team Befehle. Das Befehlssymbol ist kontextsensitiv. Standardsituation: Aus der Deckung heraus gebt ihr eurem Team Befehle. Das Befehlssymbol ist kontextsensitiv. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Diesen kurzen Moment nutzt ihr aus, um euer Bazooka-Team nach vorne hinter die nächste Deckung zu schicken. Würdet ihr auf das Deckungsfeuer verzichten, würden eure Kameraden gnadenlos durchsiebt werden. Jetzt befindet sich der Turm in Reichweite des Raketenwerfers und ihr könnt bequem aus eurer Deckung heraus den Befehl geben, das MG-Nest zu pulverisieren. Leider steht euch das Bazooka-Team vor allem im letzten Spieldrittel kaum noch zur Verfügung. Kleine Randnotiz: Sterben können eure Jungs nicht. Werden sie kritisch getroffen, stehen sie ab dem nächsten Checkpoint wieder zur Verfügung.

Neben eurem MG-Schützen feuert ihr aus allen Rohren. Neben eurem MG-Schützen feuert ihr aus allen Rohren. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Einwandfrei funktioniert die Squad-Steuerung. Haltet ihr die linke Schulter­taste gedrückt, zoomt die Kamera ein wenig aus eurer Position heraus und sorgt so für mehr Überblick. Mit der B-Taste schaltet ihr zwischen euren Squads hin und her. Anschließend richtet ihr nur noch das Fadenkreuz über das Ziel und lasst die Schultertaste los. Den Rest erledigt euer Squad automatisch. In der Regel greift ihr aber selber ins Kampfgeschehen ein, meist indem ihr die Feindesreihen weitläufig umgeht (auf der Übersichtskarte findet ihr oft mehrere Alternativrouten) und in den ungedeckten Rücken der deutschen Stellungen fallt.

Hier fällt die überraschungsarme Feind-KI auf. Wie die Schießbudenfiguren lugen die Deutschen immer an denselben Stellen hinter deren Deckung hervor. Flucht scheint die einzige Alternative im KI-Skript zu sein, denn niemals haben wir erlebt, dass wir selbst flankiert wurden. Spaß macht's trotzdem und gut zielen können die Gegner auch.
Matt Baker: “Ich habe nie verlangt, Truppführer zu werden.” Matt Baker: “Ich habe nie verlangt, Truppführer zu werden.” [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Atmosphärebonus

Die Grafik befindet sich auf solidem Niveau. Gut, die Gesichts­animationen während der im Grunde packenden Zwischensequenzen stören gewaltig. Die zwar detaillierten, aber starren Gesichter erinnern eher an Zombies als an leidgeprüfte GIs, die kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen. Auch zerstörbare Umgebungen beschränken sich auf Holz- und Sandsackbarrieren. Explosionen und Feuereffekte sehen dagegen ansehnlich aus. Im brennenden Eindhoven wird dadurch eine einzigartige Atmosphäre erzeugt. Auch die schicken Licht­effekte, beispielsweise im düsteren Krankenhauslevel, stechen positiv hervor. Wegfliegende Körperteile von zerfetzten Soldaten wurden übrigens aus der deutschen Version verbannt.
Baker hat eine Stellung flankiert und fällt den Deutschen in den Rücken. Baker hat eine Stellung flankiert und fällt den Deutschen in den Rücken. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Knatterndes MG-Feuer, dumpfe Explosionen von Handgranaten und ohrenbetäubender Artilleriebeschuss: die Soundkulisse ist mehr als beeindruckend. Indes sind einige Tonsamples zu leise. In einem brennenden Haus hört sich die Feuersbrunst eher wie ein lauschiges Kaminfeuer an und Abschnitte mit strömendem Regen wie ein Tröpfeln.

Der Krankenhausabschnitt gefällt durch die stimmungsvollen Lichteffekte. Der Krankenhausabschnitt gefällt durch die stimmungsvollen Lichteffekte. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Hell's Highway überzeugt vor allem mit der menschelnden Story. Zwar verzichten die Entwickler nicht auf die in Weltkriegs-Shootern übliche Schwarz-Weiß-Malerei, aber das Schicksal eines jungen Kameraden etwa, der noch nie eine Frau geküsst hatte und sich in eine hübsche Holländerin verguckt, dürfte auch bei den weniger sensiblen Spielern unter euch eine Träne kullern lassen.

Moderation
13.10.2008 14:28 Uhr
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