Black

Test

Wenn in Black etwas in die Luft fliegt, dann mit Schmackes! Wenn in Black etwas in die Luft fliegt, dann mit Schmackes! Wenn man dieser Tage einen Ego-Shooter herausbringt, dann muss man sich schon etwas Besonderes einfallen lassen. Denn die Spieler von heute sind sehr anspruchsvoll und verlangen nach einem riesigen Umfang, einer spannend inszenierten Story, großer Abwechslung - und als Sahnehäubchen obendrauf sollte es auch noch einen ebenso umfangreichen wie motivierenden Mehrspielermodus geben.

Die Entwickler von Criterion Games, berühmt für die preisgekrönte Burnout-Serie, leben entweder fernab in einer Höhle oder haben sich ganz bewusst dafür entschieden, möglichst jeden dieser Punkte komplett zu ignorieren. Black ist ein Ego-Shooter von fast schon erschreckender Einfachheit.

Das Wort "schnörkellos" ist noch zu schwach, um zu beschreiben, wie geradlinig und puristisch der Ego-Shooter-Erstling der Rennspiel-Experten geworden ist. Klingt für Sie wie harsche Kritik? Ist aber ein großes Lob, denn gerade diese Einfachheit macht den Reiz von Black aus und fesselt von der ersten Minute bis zum Abspann.

Brachiale Akustik

Black Doch wie passt das zusammen? Die Story ist dünner als ich und dient lediglich als Aufhänger für einen action-reichen Level nach dem anderen, das Spiel ist eine einzige Ballerorgie ohne sonderlich große Überraschungen, ein Mehrspielermodus fehlt gänzlich und nach spätestens sechs Stunden ist der Spaß auch schon vorbei. Doch diese sechs Stunden vergisst man nicht so schnell!

Jeder einzelne Level von Black wäre in einem anderen Ego-Shooter ein Highlight oder der furiose Endlevel. Vom Start weg wird hier geklotzt und nicht ge-kleckert. Selbst wenn man Sie nur mit Uzi und Pistole in die Schlacht schickt, bebt alle drei Meter der Bildschirm und bei entsprechendem Hi-Fi-Equipment das ganze Wohnzimmer.

Dermaßen brachiale Waffensounds haben Sie vorher vermutlich nur gehört, wenn Sie im echten Leben Mitglied einer Spezialeinheit sind oder in der Bronx wohnen. Jeder Schuss sorgt für Gänsehaut und spätestens dann, wenn man Ihnen Kaliber wie das schwere Maschinengewehr oder den Raketenwerfer in die Hand drückt, werden Sie Ihren Augen nicht mehr trauen.

Ähnlich wie bei ihren Rennspielen legen die Entwickler besonderen Wert auf den Aspekt der Zerstörung. Die Levels strotzen nur so vor explosiven Fässern, Fahrzeugen oder Gastanks, die nur darauf warten, bei Beschuss in einer fulminanten Explosion zu zerbersten und alles um sie herum mitzureißen. Erfreulicherweise haben die Macher es geschafft, dass auch die Architektur in der Umgebung Stück für Stück auseinander fällt.

Spontan werden Erinnerungen an Red Faction II wach, das ja sogar die fachgerechte Zerlegung ganzer Gebäude ermöglichte, doch Criterion belässt es beim optischen Gimmick. Für den Spielverlauf ist die Zerstörung des vor Ihnen liegenden Inventars nur sehr selten hilfreich oder gar notwendig. Dies ändert aber nichts am diebischen Spaß, den es be-reitet, ganze Straßenzüge in Schutt und Asche zu legen.

Und als ob das nicht schon cool genug wäre, ließen es sich die Entwickler auch nicht nehmen, die Zerstörungsvorgänge etwas aufzupeppen. Schmeißen Sie beispielsweise eine Granate in ein Gebäude, dann fallen nicht einfach nur ein paar Ziegel vom Dach, sondern riesige Explosionsfeuer brechen durch die Fenster, Glas zersplittert, die halbe Wand fliegt weg und Sie haben das Gefühl, Ihre Handgranate wäre in Wahrheit mit fünf Kilogramm Plastiksprengstoff gefüllt! Das mag nicht realistisch sein, sieht aber genauso aus wie in einem guten Actionfilm der Achtziger!

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