Bayonetta im Test: Sexy, rasant und bombastisch inszeniert - das Over the top-Spiel 2009!
Japano-Trash
Allein der Intro-Level ist spektakulärer als so manch finaler Bossfight anderer Spiele. Und selbst bei einigen Zwischensequenzen klappten unsere Kiefer nach unten - etwa wenn dem Spieler im Tutorial gezeigt wird, was Bayonetta so alles draufhat. Oder wenn sie im Nonnenkostüm herumspringt und ihr dieses an Po und Brüsten aufgeschlitzt wird. Ähnlich prekär ist eine Szene, in der die Hexe ein Tanzduell gegen eine vermeintliche Doppelgängerin ausführt - inklusive Bewegungsabläufe und Kamerafahrten, wie man(n) sie sonst nur aus Pornofilmen kennt. Hier ist wirklich alles over the top. Sogar der Soundtrack verwehrt sich gängigen Genre-Normen. Die jazzigen bis poppigen Stücke stehen im krassen Kontrast zum Spielgeschehen, unterstreichen aber das Tempo. Genau das ist jedoch auch der Grund, warum das Spiel nicht bei jedem gut ankommt. Kollege Küchler ist das Spektakel zu bunt, zu überladen und zu japanisch, Sebastian Stange hingegen ist begeistert von dem Mut, den Platinum Games hier beweist. Bayonetta soll keine Erwartungen erfüllen, sondern einfach anders sein als andere Spiele, die nach dem drölfzigsten Ableger nichts Neues mehr zu bieten haben. Und das ist den Entwicklern voll und ganz gelungen.
Grafikvergleich: Xbox 360 gegen Playstation 3
Bayonetta-Grafikvergleich: Playstation 3 (oben) gegen Xbox 360 (unten).
In der japanischen Videospielzeitschrift Famitsu heimste Bayonetta die Höchstwertung 40 von 40 möglichen Punkten ein - allerdings nur für die Xbox-360-Fassung. Die PS3-Version bekam "lediglich" 38 von 40 Punkten. Grund hierfür ist die angeblich mangelhafte Portierung, die nicht von Platinum Games selber, sondern von Sega übernommen wurde. Wir wollten das selbst überprüfen und haben die Xbox-360- und die PS3-Version einem Direktvergleich unterzogen. Ergebnis: Ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Wie ihr an den Screenshots des Eiserne-Jungfrau-Foltermoves an einer identischen Spielstelle seht, ist die PS3-Fassung hauptsächlich etwas kontrastärmer, die Farben also nicht so kräftig. Habt ihr nicht gerade beide Konsolenumsetzungen parallel laufen, ist das der einzige Unterschied, den auch das ungeschulte Auge erkennt. Da das Spiel auf beiden Konsolen mit 60 Bildern pro Sekunde irre rasant ist, fällt die leichte Treppchenbildung an Details wie Bayonettas Schmuck bei der PS3-Version fast nicht auf. Das gilt auch für die Texturen, die auf der 360 etwas knackiger sind. Dafür sind die Anzeigen auf der PS3 sogar etwas schärfer dargestellt als auf der Microsoft- Konsole. Mit einem Problem haben aber beide Versionen zu kämpfen: Bei schnellen Kamerabewegungen kommt es zu Tearing. Bei dieser Bildstörung werden nicht alle Teile des Bildes zeitgleich aktualisiert, wodurch dieses zerrissen wirkt. Weitere Bildervergleiche findet ihr in unserem großen Bayonetta-Grafikvergleich zwischen Xbox 360 und Playstation 3.
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Bildergalerie zum Bayonetta-Test
das erste Spiel, das ich mehrmals durchzocken werde.