Battlefield: Bad Company 2 im Test: Fazit, Meinung und Wertung

Test Maik Koch

Battlefield: Bad Company 2 im Test: Der Herbst gehörte Modern Warfare 2. Doch nun greifen vier chaotische Söldner in Battlefield: Bad Company 2 nach dem Genrethron. Haben sie eine Chance auf den Sieg?

EINZIGARTIGES SPIELGEFÜHL
Die Einzelspielerkampagne erreicht nicht ganz das Niveau der Call of Duty-Spiele. Die sind einfach noch deutlich perfekter, packender und spektakulärer. Doch Bad Company 2 geht einen ganz eigenen Weg. Das Spiel fühlt sich völlig anders an. Während ihr in Modern Warfare 2 prinzipiell eine eindrucksvolle Schießbude betretet, liegt es bei EAs Shooter an euch, was ihr aus euren Möglichkeiten macht. Ihr könnt immer wieder an Versorgungskisten zwei Waffen wählen, die ihr mit in den Kampf nehmen wollt. Außerdem findet ihr in den Levels ordentlich Nachschub. Wer will, kann das gesamte Spiel als Scharfschütze bestreiten. Oder ihr versucht euer Glück mit Schrotflinte und Raketenwerfer. Trophy-Jäger suchen außerdem in jedem Level nach versteckten Funkstationen und speziellen Sammel-Waffen. Wenn ihr euch auf diesen Spielverlauf einlasst und Lust habt, kreativ an Situationen heranzugehen, werdet ihr euren Spaß mit Bad Company 2 haben. Allerdings müsst ihr dann auch über einige Macken hinwegsehen. Da wäre die Tatsache, dass ihr öfters euer Pixelleben aushaucht, ohne wirklich zu wissen, wieso. In den großen Levels ist
es leicht, einen Scharfschützen zu übersehen. Außerdem liegen manche Checkpoints arg weit auseinander oder die Gegner-KI leistet sich Aussetzer. Eure Kameraden schlagen sich wacker und stellen eine erhebliche Hilfe dar. Es wirkt allerdings seltsam, dass sie an einigen Stellen plötzlich vor euch laufen, wo ihr sie doch eben noch hinter euch gelassen habt. Hier trickst das Spiel zu offensichtlich.

Battlefield Bad Company 2 im Test - Tod von oben: Mit dem Bordgeschütz ballern ist simpel, macht aber Spaß. Quelle: videogameszone.de Battlefield Bad Company 2 im Test - Tod von oben: Mit dem Bordgeschütz ballern ist simpel, macht aber Spaß.

GUTE GRAFIK, FETTER SOUND
Die Optik des Spiels ist ein zweischneidiges Schwert. Man sieht der Engine an, dass ihre Ursprünge schon einige Jahre zurückliegen. Manch matschige Textur fällt negativ auf, ein leichtes Kantenflimmern ist allgegenwärtig und bei besonders hektischen Szenen tritt heftiges Bildzerreißen – sogenanntes Tearing – auf. Dafür sind die Umgebungen oft erfreulich weitläufig und die Sichtweite ist sagenhaft hoch. Außerdem gelingt es den Entwicklern mit geschickt eingesetzten Grafikeffekten, eine tolle Stimmung zu erzeugen. In einer brennenden Stadt trüben dicke Rauchschwaden eure Sicht oder die gleißende Sonne blendet euch auf einer Dschungel-Lichtung. Das wirkt herrlich stimmig. Obendrein sehen die Explosionen, insbesondere gepaart mit der Zerstörungs-Engine, einfach klasse aus. Zwar erreichen die Pixelwelten zu keiner Zeit das Niveau aktueller Top-Titel, auf dem Grafikschlachtfeld schlägt sich Bad Company 2 jedoch wacker. Und in Sachen Sound steht EAs Shooter absolut konkurrenzlos da. Jede eurer Gewehrsalven erzeugt ein entferntes Echo und Explosionen klingen je nach ihrer Entfernung dumpf und dröhnend oder ohrenbetäubend laut und knackig – virtueller Tinni­tus inklusive! Besitzern einer Heimkino-Anlage fliegen die Kugeln förmlich um die Ohren. Zusammengenommen ergibt das eine atemberaubend packende Soundkulisse. Bad Company 2 dürfte für manch schlaflose Nächte in eurer Nachbarschaft sorgen. Was für ein Brett!

Battlefield Bad Company 2 im Test Quelle: videogameszone.de Battlefield Bad Company 2 im Test

VORFREUDE AUF ONLINE
Battlefield Bad Company 2 im Test: (7) Quelle: videogameszone.de Battlefield Bad Company 2 im Test: (7) Der Einzelspielermodus von Bad Company 2 ist ein rundum solides Spielerlebnis, wirkt mit seinen sechs Stunden Spielzeit auf dem normalen Schwierigkeitsgrad jedoch arg kurz. Dabei haben wir uns beim Durchspielen nicht einmal sonderlich beeilt. Obendrein ist der Serie ein wenig der Witz verloren gegangen. Vielleicht ist die Story rund um die mysteriöse Superwaffe ein wenig zu ernst für die Chaoten der B-Company? Wir hatten dennoch unseren Spaß dabei, uns durch die abwechslungsreichen Schauplätze zu ballern, Löcher in Häuser zu sprengen und an Bord verschiedener Fahrzeuge zu gehen. Zwar steuert sich das alles nicht ganz so direkt wie beim Genreprimus Modern Warfare 2 und auch die Optik erreicht nie dessen Niveau, doch diese Kompromisse nehmen wir gern in Kauf. Letztendlich muss euer Shooter-Geschmack entscheiden, welches virtuelle Kriegsszenario ihr bevorzugt. Obendrein erwartet euch im Spiel ja noch ein extrem umfangreicher und äußerst vielversprechender Mehrspielermodus. Wenn der auf dem Niveau liegt, das wir angesichts von Demo und Beta annehmen, führt für Konsolenkrieger kaum ein Weg am neuesten Battlefield-Ableger vorbei. Online hat Bad Company 2 definitiv das Zeug zur Genrereferenz. Unser Nachtest wird zeigen, ob das klappt.

Bilder aus unserer Battlefield: Bad Company 2-Test-Session:

Bildergalerie

Wertung zu Battlefield: Bad Company 2 (PS3)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Extrem abwechslungsreich! Ständig wechseln Umgebungen, Waffen und Gameplay!Exzellente Soundkulisse, die eine atemberaubende Schlachtfeldatmosphäre schafftDie Zerstörung sieht nicht nur toll aus, sie bringt auch nette spielerische Möglichkeiten.Erfreulich große spielerische Freiheit. Ihr könnt stets die Taktik eurer Wahl nutzen.
Die Solo-Kampagne ist mit etwa sechs Stunden Spielzeit arg kurz.Die Story ist nicht so charmant und witzig wie die des Vorgängers.
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