Battlefield: Bad Company 2-Vorschau: Wie genial wird die Einzelspieler-Kampagne?
Marlow, der Protagonist und Spieler, wurde vom Squad getrennt und muss jetzt mitten in einem Schneesturm der grausamsten, weil kältesten Sorte um das eigene Überleben kämpfen. Ganz ohne Waffengewalt. Also kämpft man sich von Feuer zu Feuer vorwärts, immer auf der Suche nach den Kollegen. Und im gleichzeitigen Kampf gegen die russischen Soldaten, die sich in den Weg stellen und sich selbst vor dem Erfrieren schützen wollen. Ein Kampf um Feuer entsteht. Intensiv und beklemmend, obwohl es immer wieder nur ein paar hundert Meter zu sprinten sind und ein brennendes Fass oder wärmendes Haus in Sichtweite stehen, beginnt der Bildschirm sofort virtuell zuzufrieren und die Sicht einzuschränken. Die Bewegungen werden langsamer und unkoordinierter, man stolpert mitten in zwei russische Soldaten hinein und kann sich nur mit Mühe und Not wehren, während der Bildschirm immer weiter zufriert und Marlow schmerzerfüllt jammert. Das ist gut gemacht und leider, muss man fast sagen, etwas kurz geraten. Es ist wirklich spannend und wäre es sogar noch weiter geworden, hätte man auf die Schusseinlagen während des Kampfes gegen die Kälte verzichtet. Wirklich gebraucht werden sie nämlich nicht.
Screenshots aus Bad Company 2. (3)
Screenshots aus Bad Company 2. (4)
Es sind diese Szenen, die die Einzelspielerkampagne wenigstens ein bisschen über den Durchschnitt heben und sich auch wirklich lohnen gespielt zu werden. Der Rest ist größtenteils durchschnittliche Shooter-Kost. Es gibt wenig, dass man nicht schon woanders gesehen hat. Es gibt die typischen Flucht-Szenen mit einem Armeetruck und einem MG, das die Verfolger zerbröselt. Es gibt immer wieder Hubschrauberkämpfe, mal aus der verteidigenden Perspektive mit Panzerfaust auf der Schulter und ständiger Flucht vor den Raketen des Helis, mal aus angreifender Sicht an einem MG die unter einem vorbeiziehende Landschaft samt russischer Trucks zerstörend. Es gibt sogar die obligatorische Drohnen-Mission. Selbst der kurze Geschichtsrückblick zu Beginn, als sich ein Sonderkommando im zweiten Weltkrieg auf einer japanischen Insel im Pazifik durchschlägt und damit sogar verdächtig Nahe an Clint Eastwoods Film "Flags of our Fathers" kommt, wirkt wie ein Déjà-vu. Aber: Das muss nicht heißen, dass es keinen Spaß macht. Gerade in den Fällen, wenn es gut umgesetzt ist, wie die Häuserkampfszene oder die Flussfahrt, macht das Spiel enorm Laune. Nur dazwischen setzt es eben auf Bewährtes, das einen nicht mehr aus dem Sessel hebt. Und das ist schade, beweisen die Jungs von DICE doch, dass sie es in bestimmten Fällen sehr gut können.
In Bad Company 2 sind Sie auch in tropischen Gefilden unterwegs.
Grafisch schlägt sich Bad Company 2 gut genug um schön auszusehen und viel Action auf dem Bildschirm abzuladen. Wenn links und rechts die Raketen einschlagen, Häuser zusammengeschossen werden, von vorne ein Panzer kommt und eine Gegnerwelle nach der anderen reinschwappt, wünscht man sich da irgendwie rauszukommen. Geht aber nicht: War is serious business. Die Abwechslung der Kriegsorte ist bis auf die sehr lineare Gestaltung der einzelnen Abschnitte angenehm. Vom kalten Alaska geht es in das tropische, moskitoverseuchte Südamerika mit Regenwaldeinlagen, die aber kaum der Rede wert sind, da sie so unglaublich linear sind, dass man kaum von einem Wald sprechen mag. Wenigstens ist die Soundkulisse detailverliebt: Immer wieder hört man das Surren eines Moskitos direkt am Ohr, gefolgt von Flüchen des Texaners Haggard. Gerade die kurzen Zwischendialoge und Streiteren der Mitglieder des Squads sind witzig und gelungen. Weniger ihre KI. Obwohl Marlowe der Neuling im Squad ist, geht er größtenteils vorne weg, nicht der Sarge. Und wirkliche Hilfen im Kampf gegen Gegner sind unsere Kollegen auch nicht, ihre Trefferquote ist nicht allzu berauschend. Immerhin versuchen sie zu unterstützen. Da zählt wohl mehr der Wille.
Screenshots aus Bad Company 2. (6)
Ganz an Modern Warfare 2 kommt Bad Company 2 gafisch aber nicht heran - auch wenn man fast alles zerstören kann. Letzteres ist dafür taktisch immer noch sehr interessant: Einem Scharfschützen nimmt man dann doch besser die Argumente aus der Hand, wenn man seinen erhöhten Schussplatz einfach waffengewaltig zum Einstürzen bringt. Und Waffengewalt hat man genügend, aus 46 Waffen lässt sich genug Durchschlagskraft herausholen, wobei nur zwei Waffen gleichzeitig transportiert werden können. An strategisch wichtigen Punkten in der Mission liegen aber immer genügend Waffenversorgungskisten herum, um sich die richtige Kombination aus Nah- und Fernkampfwaffen zusammenzustellen. Reicht die Handwaffendurchschlagskraft nicht mehr aus, kann auf größeres umgestiegen werden: Jeeps mit MGs, vollgetankte und bis an die Spitzen mit Munition bepackte Panzer oder ein Helikopter. Letzteren darf man aber zumindest in der Einzelspielerkampagne nicht selbst fliegen, der wird von einem schrägen, pazifistischen Hippie-Piloten der US-Armee geflogen... Ja, Charaktere erschaffen könnt ihr.
Screenshots aus Bad Company 2. (8)
Der erste Teil erschien im Jahr 2008 nur als Konsolenversion für PS3 und Xbox 360, der zweite Teil kommt jetzt auch als PC-Version. Das tut dem Spiel auch nur gut, zwar war Bad Company als reiner Konsolen-Shooter geplant, den Komfort von Maus und Tastatur als Steuerung können die Controller der beiden Konsolen aber einfach nicht bieten. Wobei am Ende des Tages sowieso der Skill entscheidet und da hilft nur stupides üben, am Besten im weiten Multiplayer-Part von Bad Company 2, der - natürlich - verspricht das spaßigste Feature des Spiels zu sein... Wir werden es sehen, ab 4. März.
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BC hat mir bisher am meisten Soaß gemacht, ok ich hab nur einen Vorgänger am PC gespielt, aber das ist doch dasselbe. Schon allein das Spielen selbst, am PC macht nicht so viel Fun wie auf der Couch.
Um mal den nichtsaussagendsten Kritikpunkt zu erwähnen.
Naja, jeder Teil steht…
Ich finde BC spielt sich Arcade Lastig. Die richtigen Teile…