Darüber hinaus ist auch Einsatz in euren vier Wänden gefragt: Schließlich schreit eure anfangs karge Bude geradezu nach hübschen Schränken, Tischen oder Gag-Items wie einem überdimensionalen Totempfahl oder lustigen Wackelmännchen. All diese Gegenstände könnt ihr entweder selbst kaufen oder euch von Nachbarn zum Dank dafür schenken lassen, dass ihr ihnen beim Ausliefern von Gegenständen helft.
Im Idealfall passen alle Möbelstücke farblich und stilistisch zusammen. Denn wie im Vorgänger wird euer Eigenheim nach harten Feng-Shui-Kriterien von der so genannten Akademie des schönen Hauses bewertet. Psst: Man munkelt, dass eure Mitbürger euch sogar an bestimmten Tagen im Monat den einen oder anderen Gegenstand abkaufen, sofern ihr ihnen einen günstigen Preis gewährt.
Kreatives Meisterwerk
Wer Animal Crossing spielt, braucht Zeit und - viel wichtiger - Ausdauer. Es ist nicht damit getan, sich zwei Wochen mit dem Titel zu beschäftigen, um anschließend die Cartridge beiseite zu legen. Wer den Spielspaß voll ausschöpfen möchte, zieht sich täglich für einige Minuten in die "wilde Welt" zurück. Die praktische Schnellspeicherfunktion erleichtert zudem den DS-Einsatz in Bus und Bahn.
Selbst wer nach einem halben Jahr denkt, alle Facetten des Spiels gesehen zu haben, irrt gewaltig: Nintendo hat dutzende Ereignisse ins Spiel in-tegriert, die nur zu bestimmten Uhrzeiten oder in bestimmten Monaten eingestreut werden. Da es im Gegensatz zum Vorgänger kein Notizbuch gibt, in dem alle Feiertage verewigt sind, stolpert ihr meist zufällig in diese Events hinein!
Auch die Nutzung des internen DS-Kalenders ist vorbildlich: Eure Mitbürger richten ihren Tagesablauf nach der Jahreszeit aus; es gibt Events, die nur im Sommer stattfinden, und auch das Vorkommen von Fischen und Insekten variiert je nach Monat. Überzeugen kann auch die grandiose deutsche Übersetzung: Jeder der über 100 Charaktere hat nicht nur seinen eigenen Charakter (etwa Griesgram oder spendabler Nachbar), sondern auch einen individuellen Dialekt:
Ob Barde K.K., Eufemie, die Mitarbeiterin des Observatoriums, oder Maulwurf Resetti: Die Bildschirmtexte sind nicht nur stets passend, sondern strotzen geradezu vor Kreativität und Wortwitz. In dieser Hinsicht hat sich die lange Wartezeit definitiv gelohnt!
Ausflug ins Grüne
Geteilte Freude ist doppelte Freude: Wer hat sich 2004 nicht gewünscht, gemeinsam mit einem Freund durch Animal Crossing zu spazieren? Dank der DS-Wi-Fi-Unterstützung könnt ihr euch nun zu einer bestimmten Uhrzeit zum Spielen verabreden. Euer virtueller Gast und ihr begebt euch zum Stadttor - der eine entscheidet sich für die Einreise, der andere für die Ausreise.
Bereits nach wenigen Sekunden findet ihr euch in der gewünschten Stadt wieder. Besonderes Merkmal des Wi-Fi-Modus ist das Chatfenster: Mit der Select-Taste ruft ihr eine Bildschirmtastatur auf und könnt eurem Mitspieler Nachrichten auf den oberen Bildschirm übermitteln. Die Handhabung ist dabei im Großen und Ganzen okay, wird jedoch durch das englische Tastenlayout (Z und Y sind vertauscht) erschwert.
Da sich Umlaute in einer separaten Tabelle befinden, müsst ihr dazu etwas umständlich ein anderes Fenster anwählen. Das Chatten gestaltet sich dadurch oftmals mühselig - hier wäre eine Freizeichnen-Option à la Picto-Chat komfortabler gewesen. Mit der Stoppuhr könnt ihr dafür neuerdings um die Wette angeln: Wer nach Ablauf der Zeit die meisten Fische gefangen hat, gewinnt eine vorher vereinbarte Summe.
Wie wär"s außerdem mit Verstecken oder Briefeschreiben? Die Möglichkeiten sind vielfältig, schließlich könnt ihr das ganze Dorf frei erkunden. Gelungen ist ebenfalls die Möglichkeit, zufällig ausgewählten Spielern aus eurem Kontinent eine Flaschenpost zu schicken. Einzig die Tatsache, dass euer Tagesfortschritt gelöscht wird, sobald es zu einem Verbindungsabbruch kommt, trübt den Eindruck etwas.
Übrigens: Wer in der US-Version zpwischen dem 1. und dem 12. Januar online war, fand einige Tage später ein Paket in seinem virtuellen Briefkasten vor, dem eine Goldmünze aus Super Mario Bros. angehängt war. Solche Aktionen sind selbstverständlich auch für Deutschland geplant - alles Weitere erfahrt ihr natürlich in der N-ZONE. Nach unserem ausführlichen Spaziergang durch Animal Crossing brauchen wir jetzt aber alle eine Mütze Schlaf. Gähn, man sieht sich!
