Alice: Madness Returns (PS3)

Release:
16.06.2011
Genre:
Action
Publisher:
Electronic Arts

Alice: Madness Returns im Test für PS3 und Xbox 360 - Künstlerisch wertvoll, spielerisch eindimensional

15.06.2011 11:28 Uhr
|
Neu
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Alice: Madness Returns im Test für PS3 und Xbox 360: Beim Entwickler Spicy Horse arbeiten offenbar viele tolle Zeichenkünstler, aber nur ganz wenige kreative Spielemacher: Denn Alice: Madness Returns sieht streckenweise traumhaft aus, bietet hinter seiner Designfassade aber bloß spielerische Standardkost.

Alice: Madness Returns im Test - Das Action-Adventure sieht streckenweise traumhaft gut aus, bietet aber spielerisch aber nur Standardkost. Alice: Madness Returns im Test - Das Action-Adventure sieht streckenweise traumhaft gut aus, bietet aber spielerisch aber nur Standardkost. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Alice: Madness Returns für PlayStation 3 und Xbox 360 im Test: Das Abenteuer um Alice beginnt recht unterhaltsam: Die kleine Alice reist ins sagenhafte Wunderland, um dort eine Katastrophe zu verhindern und nebenbei die Wahrheit über den Tod ihrer Eltern herauszufinden. Gleich in den ersten Spielstunden werden viele recht spaßige Elemente eingeführt: Alice kann per Vierfach-Sprung durch die Lüfte segeln, mit einer Roboterbombe Druckplatten aktivieren und sich auf Miniaturgröße schrumpfen, um durch kleine Durchgänge zu schlüpfen. Zudem wird euch das Kampfsystem nach und nach näher gebracht: Mit der Vorpal-Klinge teilt die Heldin schnelle Schwertsreiche aus, das Steckenpferd dient als mächtiger Hammer, die Pfeffermühle ist eine Art Maschinengewehr und die Teekanone verschießt explosive Beutel. Toll: Jede der einfallsreich gestalteten Gegnervarianten hat ihre eigenen Schwachpunkte, die Alice wiederum ausnutzen muss. Allerdings leidet das erstaunlich taktische Kampfsystem unter der nervösen Kameraführung: Trotz automatischer Aufschalt-Funktion verliert ihr so die Gegner oftmals aus dem Blickfeld oder visieren versehentlich den falschen Feind an. Zum Glück gibt es eine Art Rettungsfunktion: Wenn Alice' Lebensenergie gen Null sinkt, verfällt sie in Hysterie und wird dann nicht nur kurzzeitig unverwundbar, sondern auch doppelt so stark.

Madness Returns geht viel zu schnell die Puste aus. Besonders der Mittelteil des Abenteuers ist furchtbar gestreckt, langweilig und optisch unter aller Kanone. Madness Returns geht viel zu schnell die Puste aus. Besonders der Mittelteil des Abenteuers ist furchtbar gestreckt, langweilig und optisch unter aller Kanone. [Quelle: Siehe Bildergalerie] All diese Dinge machen das erste der ingesamt sechs Kapitel zu einer spaßigen Angelegenheit - man freut sich darauf, was die Entwicklern wohl noch so an tollen Ideen in den kommenden Levels abfeuern mögen. Doch dann folgt die Ernüchterung: Madness Returns geht nämlich viel zu schnell die Puste aus. Besonders der Mittelteil des 12-stündigen Abenteuers ist furchtbar gestreckt, langweilig und optisch unter aller Kanone. Selbst einige nette Ideen wie eine 2D-Shootereinlage an Bord eines U-Boots können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Alice: Madness Returns zu wenig Substanz für zu viel Spiel besitzt. Zudem ist die Handlung eine halbgare Mischung aus gestelzt philosophischen Dialogen, verwirrenden Zeichentrick-Zwischensequenzen und vorhersehbaren Wendungen.

Dadurch wird auch das Einsammeln der Extras (Alice soll versteckte Erinnerungsbruchstücke aufklauben) zur reinen Fleißarbeit: Denn bereits nach der Häfte des Spiels ist es einem reichlich egal, was die Gedankenfetzen ans Licht bringen. Technisch leistet sich das Action-Adventure ebenfalls einige unverständliche Fehler. Während manch ein Levelbereich atemberaubend schön aussieht, wirken andere, als ob man die Texturierung vergessen hätte. Die Sprachausgabe schneidet da etwas besser ab: Besonders die englischen Originalsprecher machen einen guten Job. Unsere PS3-Fassung ließ sich übrigens jederzeit umstellen.

Alice: Madness Returns (PS3)
Spielspaß-Wertung

68 %
Leserwertung
(1 Vote):
81 %
Grafik
Sound
Multiplayer
6/10
7/10
-
   
Thorsten Küchler
Künstlerisch wertvoll, spielerisch eindimensional: So lässt sich die Reise ins digitale Wunderland trefflich beschreiben. Während der Auftakt noch recht packend ist, verliert Alice: Madness Returns Spielstunde um Spielstunde mehr von seiner Faszination. Besonders die ständigen Wiederholungen nerven gewaltig: Hebel betätigen, über Plattformen hüpfen, noch einen Hebel betätigen, wieder über Plattformen hüpfen - ja, der Spielablauf ist tatsächlich so gleichförmig wie dieser Satz! Zudem schwankt die grafische Qualität fast schon auf unheimliche Art und Weise: Bildschöne Levels wechseln sich mit furchtbar hässlichen Bereichen ab. Einzig das Kampfsystem sorgt dafür, dass man bis zum Ende durchhält: Erstaunlich taktisch schießt und haut sich Alice durch pfiffig designte Gegnerhorden. Dennoch: Wir haben uns viel viel mehr von diesem Spiel erhofft.
   
Redakteur
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15.06.2011 11:28 Uhr
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Dein Kommentar
Community Officer
Bewertung: 0
24.06.2011 13:28 Uhr
Alice wird als höchstens mal für 15€ mitgenommen, fein
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
24.06.2011 13:09 Uhr
Das mit der 'gleichförmigkeit' kommt aber vermutlich nur auf, wenn man das Spiel für'n Test möglichst schnell und ohne Suche nach den Erinnerungen usw. durch zockt. Mir gefällt es sehr und für mich ist das Testergebniss eine der krassesten Fehlentscheidungen die ich von der 'play³' je erlebt habe. Aber ist…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
15.06.2011 18:45 Uhr
Ich nenne diesen Spielablauf Retro bzw. Old school. Wem Alice 1 gefallen hat, der kommt auch hier auf seine Kosten. Ich zocks jetzt seit 2 std. und bin hellauf begeistert.
Hat so eine richtig schöne Tim Burton Atmo 

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