Alan Wake's American Nightmare (X360)

Release:
1. Quartal 2011
Genre:
Action
Publisher:
Microsoft

Alan Wake: American Nightmare im Test für Xbox 360 - Mehr Action, dickere Gegner, größere Vielfalt

28.02.2012 17:02 Uhr
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Neu
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Alan Wake: American Nightmare im Test für die Xbox 360: Wake muss Begebenheiten anhand von gefundenen Manuskriptseiten nachstellen - eine großartige Idee mit viel Spielspaßpotenzial; da man dabei jedoch kaum etwas falsch machen kann, ist der spielerische Anspruch eher mau. Dass sich der Kauf von Alan Wake: American Nightmare aber trotzdem lohnt, erfahrt ihr in unserem Test!

Alan Wake: American Nightmare im Test - Wie gut ist das neue Grusel-Actionspiel für Xbox 360? Alan Wake: American Nightmare im Test - Wie gut ist das neue Grusel-Actionspiel für Xbox 360? [Quelle: Remedy] Alan Wake ist Schriftsteller mit einem großen Problem: Er hat sie nicht mehr alle. Das kann sich in einem wilden, aber größtenteils leider nur eingebildeten Kampf gegen die Dunkelheit äußern oder in einer Episode der ebenso wenig realen TV-Show Night Springs, deren Autor, Hauptdarsteller und Antagonist er selbst ist. American Nightmare lässt euch also über die Schulter des Protagonisten Alan Wake blicken und seine Reise entlang der Grenze zum Wahnsinn hautnah miterleben. Der Bösewicht ist dieses Mal nicht ein diffuses, dunkles, nicht greifbares Etwas, sondern eine tatsächliche Person, Mr. Scratch. Der sieht nicht nur zufällig ein wenig so aus wie Wake selbst, sondern es scheint sich dabei gar um dessen böses Ich zu handeln.

Was euch zu Beginn sehr wirr und unverständlich vorkommen dürfte, klärt sich mit der Zeit, zumindest größtenteils, auf - wobei die Story klar wieder zu den Stärken des Spiels zählt, auch wenn sie nicht ganz an die erzählerische Qualität des Vorgängers heranreicht. Dramaturgische Kniffe sind aber auch für dieses Abenteuer obligatorisch: darunter sich selbst erfüllende Prophezeiungen oder die bereits aus Alan Wake bekannten, in die Zukunft weisenden Manuskriptseiten sowie das mehrmalige Durchspielen gleicher Ereignisse und Schauplätze mit unterschiedlichem Ausgang. Während das Levelrecycling zwischenzeitlich zwar nervt, am Ende aber aufgrund der geschickt gestrickten Geschichte doch irgendwie in Ordnung geht, zündet das aufgefrischte Gameplay vom ersten Moment an: Wake hat mehr Puste, mehr Waffen und mehr Gegner zur Verfügung, was das Spiel sehr viel dynamischer und actionreicher gestaltet - es dafür aber auch weniger finster und bedrohlich wirken lässt.

Mehr Action, dickere Gegner, größere Vielfalt - das könnte vor allem die Storyliebhaber unter den Alan Wake-Fans etwas stören. Mehr Action, dickere Gegner, größere Vielfalt - das könnte vor allem die Storyliebhaber unter den Alan Wake-Fans etwas stören. [Quelle: Remedy] Onkel, erzähl mir was!
Der ganz große Wurf gelang Remedy mit der Einführung eines Erzählers, der fast wie ein Fußballkommentator das Geschehen und die Aktionen des Protagonisten begleitet. Zwar hat das Konzept noch Luft nach oben, aber die sonore Stimme, die pointierten Anmerkungen und die teils famosen Texte lassen uns das Gleiche auch für jedes andere Spiel wünschen. Dazu haben wir allerdings auch eine gute und eine schlechte Nachricht für alle Englisch-Verweigerer; zuerst die gute: Remedy hat die deutsche Tonspur dieses Mal nicht in den Sand gesetzt. Die schlechte: Die finnischen Entwickler haben gar nicht erst versucht, die deutsche Tonspur in den Sand zu setzen. Wer bei dem vielen aufgezwungenen Angelsächsisch aus den Lautsprechern nur noch "Train Station" versteht, sollte vielleicht lieber zum komplett storyfreien, deshalb aber auch deplatziert wirkenden Arcade-Modus greifen. Darin schmeißt sich Alan auf der Jagd nach einer möglichst guten Ranglistenplatzierung immer größer werdenden Gegnergrüppchen entgegen - und das jeweils zehn Minuten lang bis zum Sonnenaufgang. Diese Dreingabe tut niemandem weh, ernsthaft gebraucht hätte sie wohl aber auch keiner.

Unter den vielen neuen Gegnern ist auch der 'Splitter', der sich im Licht unserer Taschenlampe kurzerhand in zwei Exemplare teilt. Unter den vielen neuen Gegnern ist auch der "Splitter", der sich im Licht unserer Taschenlampe kurzerhand in zwei Exemplare teilt. [Quelle: Remedy] So schlimm ist's ja gar nicht …
American Nightmare muss sich mit der wunderschönen PC-Fassung von Alan Wake messen lassen. In anderen Worten: Technisch haut uns das, was die Xbox 360 hier auf den Schirm bringt, nicht unbedingt vom Hocker. Die Stimmung passt, auch wenn die Atmosphäre weit weniger schaurig rüberkommt als beim Vorgänger. Überhaupt haben wir es bei American Nightmare nicht mehr mit einem ausgeklügelten Mystery-Thriller zu tun, sondern eher mit einem handfesten Actionspiel mitsamt verdrehter Story. Viele coole neue Erzählelemente sorgen dafür, dass sich das Ganze nicht wie ein lahmer Alan Wake-Aufguss anfühlt, insgesamt reicht das Abenteuer aber nicht ganz an die packende, spannende und spektakuläre Vorlage heran.

Alan Wake's American Nightmare (X360)
Spielspaß-Wertung

84 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Grafik
Sound
Multiplayer
-
-
-
Durchdachte Weiterentwicklung
Es bleibt in vielen Belangen Luft nach oben
Toller Erzähler
Abwechslungsreichere Kämpfe
   
Jürgen Krauß
Ein Gameplay-Clou: Wake muss Begebenheiten anhand von gefundenen Manuskriptseiten nachstellen - eine großartige Idee mit viel Spielspaßpotenzial; da man dabei jedoch kaum etwas falsch machen kann, ist der spielerische Anspruch eher mau. Und das steht sinnbildlich für das gesamte Spiel: Es bringt viele tolle Ideen mit, die aber zumeist wirken, als hätte jemand sie eingebaut, bevor sie zu Ende gedacht wurden. Die Inszenierung hätte etwas mehr Pomp vertragen und der an sich großartige Erzähler ein paar mehr Textzeilen. Auch die größere Gegnervielfalt hätte zu noch viel mehr Abwechslung bei den Kämpfen führen müssen. Dass die Story weniger auf Mystery setzt und stattdessen mehr in Richtung Action abdriftet, stört mich im Grunde wenig, echten Alan Wake-Fans könnte das jedoch durchaus missfallen. Keine Frage, ich hatte Spaß mit American Nightmare … jedoch hätte ich damit noch viel mehr Spaß haben wollen!
   
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28.02.2012 17:02 Uhr
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