Das preisgekrönte TV-Serien-Highlight zum Selberspielen!
Kim Bauer weiß sich zu wehren.
Bringen wir es gleich zu Beginn dieses Tests auf den Punkt: Wer 24 nicht kennt, der hat die letzten paar Jahre fernsehtechnisch hinterm Mond gelebt. Die TV-Serie, in deren Mittelpunkt der Antiterrorspezialist Jack Bauer (gespielt von Kiefer Sutherland) steht, hat jede Menge Preise abgeräumt und praktisch auf der ganzen Welt Zuschauerrekorde gebrochen.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die zahlreichen Fans mit einer Versoftung der Serie beglückt werden. Inhaltlich schlägt 24: The Game die Brücke zwischen den Seasons 2 und 3. Kenner der Serie werden sich freuen zu erfahren, wie es Chase Edmunds nach L.A. verschlagen hat oder Jacks Tochter Kim zur Antiterroreinheit CTU kam.
Abwechslungsreicher Genremix
Der Kampf gegen den Hubschrauber erfordert Geduld.
Wer von der Serie noch gar nichts gehört hat, der wird sich bestimmt fragen, was es mit der "24" im Titel auf sich hat. Ganz einfach: der Name ist Programm. Die in 24 Episoden (Stunden) unterteilte Story umfasst genau einen (in Echtzeit ablaufenden) Tag im Leben von Jack Bauer und seinen Freunden. Sowohl in der Serienvorlage als auch im PS2-Spiel ist es schlichtweg enorm, was in dieser kurzen Zeit alles passiert.
Entsprechend abwechslungsreich ist auch das Gameplay, ein bunter Mix aus verschiedenen Genres. Im Mittelpunkt stehen dabei die Actionsequenzen, bei denen man - abhängig von der jeweiligen Situation - einen der fünf Hauptcharaktere (Jack Bauer, Chase Edmunds, Tony Almeida, Michelle Dessler oder Kim Bauer) spielt.
Die Aufgabenstellungen sind dabei höchst unterschiedlich: von simplen Ballerpassagen über Verfolgungsjagden bis hin zu Schleicheinlagen und Scharfschützenmissionen ist alles dabei. Wenn die Kamera mal nicht zickt, funktioniert die Steuerung in diesen Sequenzen ordentlich. Nur der unaus-gewogene Schwierigkeitsgrad sorgt manchmal für Frust.
Das Stichwort "Frust" ist eine hervorragende Überleitung zu den unausgegorenen Fahrsequenzen in 24: The Game. Egal, ob sie nur gegen die Zeit fahren oder sich ruckelige Duelle mit der Polizei oder Bösewichtern liefern - diese Passagen machen einfach keinen Spaß und wollen nicht so recht in das ansonsten gute Gesamtbild passen.
Ein wichtiges, weitaus besser funktionierendes Gameplay-Element sind die zahlreichen Minispiele, die selbst unerfahrene Spieler nicht vor große Probleme stellen dürften und lediglich minimale Kombinatorikfähigkeiten erfordern. Eine simple, aber durchaus witzige Abwechslung zur harten Action.
Nahe am TV-Vorbild
Bei den Verhören ist Jack nicht gerade zimperlich.
Was sofort auffällt, nachdem man das Spiel gestartet hat, ist die fast schon fernsehreife Präsentation, die der TV-Serie in nichts nachsteht und mit denselben Stilmitteln arbeitet - inklusive Splitscreen-Darstellung. So wird nicht nur die Haupthandlung vermittelt, sondern auch, was parallel an anderen Orten passiert. Dazu kommen bewusst hektische Kamerawechsel und Nahaufnahmen, um zusätzliche Spannung zu erzeugen.
Nicht ganz so perfekt wie die Präsentation ist die grafische Umsetzung des Serien-Hits. Während die Charaktere durchweg gut aussehen, kommen manche Schauplätze recht pixelig daher - vom allgegenwärtigen Ruckeln ganz abgesehen. Zudem fängt die frei drehbare Kamera das Geschehen nicht immer optimal ein.
Den grafischen Tiefpunkt stellen die glücklicherweise nicht übermäßig oft auftretenden Fahrsequenzen dar. Autos und Umgebung sehen ziemlich unspektakulär aus und die Darstellung ist ebenfalls alles andere als flüssig.
